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Schneefall in der Wüste Sahara – Wetter-Phänomen erstaunt weltweit

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Von: Ulrike Hagen

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In der Sahara herrschen plötzlich Minusgrade und heftiger Schneefall. Die heißeste Wüste der Welt ist eine Winterlandschaft. Die Hintergründe zu dem Phänomen.

Ain Sefra/Algerien – Was für ein Wetter-Spektakel: Als die Bewohner der Region Ain Sefra mitten in der Sahara aufwachten, nachdem nachts das Quecksilber auf eisige minus drei Grad gefallen war, erblickten sie die gesamte Landschaft unter einer amtlichen Schneedecke verborgen. Ein Phänomen, das in diesem Teil der Erde in 42 Jahren bisher nur fünfmal aufgetreten ist. Kein Wunder: Liegt die Temperatur in der heißesten Wüste der Welt doch sonst gern mal bei bis zu 50 Grad!

Wüste in Afrika:Sahara
Fläche:9.200.000 km²
Höchste gemessene Temperatur:58 Grad (1922)
Höchster Berg:Djebel Aïssa (2236 Meter, Saharaatlas)

Extremes Wetter-Phänomen: Schnee in der Sahara-Wüste – „wunderschöne Eisbilder“

Der Ort Ain Sefra, auch bekannt als „Tor zur Wüste“, liegt etwa 1000 Meter über dem Meeresspiegel in einer vom Sahara-Atlasgebirge umgebenen Region im Norden von Afrika. Die Einwohner in Ain Sefra, aber auch die anderer Teile Algeriens und Saudi-Arabiens staunten nicht schlecht, als zuerst die Temperatur in der Nacht auf Minusgrade stürzte – und anschließend heftiger Schneefall folgte. Es scheint fast wie ein Vorab-Ausblick auf Berechnungen von Forschern, dass irgendwann auf der Erde kein Leben mehr möglich ist, weil der Erdkern abkühlt. Das verrückte Wetter-Phänomen wurde in Algerien von einem Fotografen eingefangen, der es als „wunderschöne Eisbilder auf Sanddünen“ beschrieb. Die erstaunlichen Fotografien begeistern nun Menschen auf der ganzen Welt.

In der Sahara liegt Schnee
Winter in der Sahara: bei Ain Sefra (Algerien) sinken die Temperaturen auf minus drei Grad und es fällt zum fünften Mal in über vier Jahrzehnten Schnee. © Karim Bouchetata

Extrem-Wetter in der Sahara: Temperaturschwankungen von über 50 Grad innerhalb eines Tages

Die Sahara befindet sich im nördlichen Afrika. Mit einer Fläche von 9,2 Millionen Quadratkilometern ist sie etwa 25-mal so groß wie ganz Deutschland. Die größte Trockenwüste der Welt erstreckt sich über mehrere Länder, vom Roten Meer bis zum Atlantischen Ozean. Die Temperatur-Spanne der Sahara ist einzigartig, mit extrem im Laufe des Tages schwankenden Werten zwischen siedend heißen 50 Grad am Nachmittag und frostigen 0 Grad am frühen Morgen. In seltenen Fällen beeinflusst das extreme Klima der Sahara auch das Wetter in Europa, so gab es letztes Jahr in Hamburg heiße „Sahara-Tage“, weil ein Sturm Wüstenluft in die Stadt brachte.

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Schnee in der Sahara
Sahara: auf vielen Dünen in Algerien liegt Schnee. © Karim Bouchetata

Winter-Extrem in der Wüste– Schnee in der Sahara: Fotograf dokumentiert die Schnee-Sensation

Aus diesem Grunde tritt das Winter-Wetter-Wunder mit Schneefall zwar selten auf, aber nicht zum ersten Mal. Karim Bouchetata, der Fotograf, der das Naturphänomen mit der Kamera einfing, ging bereits mit seinen 2016 aufgenommenen Bildern mit dem ersten Schneefall in der Sahara seit 37 Jahren viral.

Schnee in der Sahara
Algerien: nach Jahrzehnten fällt in der Sahara wieder Schnee. © Karin Bouchetata

Fotos von der Schnee-Wüste: Klimaaktivisten sind alarmiert

Doch die traumhaften Aufnahmen der eingeschneiten Wüste rufen auch Skeptiker auf den Plan, die den Klimawandel, der auch das Wetter in Hamburg beeinflusst, und dazu geführt hat, dass die Hansestadt immer häufiger von Starkregen bedroht wird, verantwortlich machen.

„Ihr habt geplündert, gebrandschatzt, gebaut und manipuliert und wundert euch jetzt, WARUM? DAS ist es, was passiert und es wird noch mehr passieren, unsere Mutter Erde ist verwundet, sogar der Weltraum ist mit Trümmern vermüllt“, schreibt eine Userin auf Facebook. Ein anderer rät: „Lauf um dein Leben. Lauf, lauf oder flieg, flieg zu einem anderen Planeten“. Zynisch geht es ein Dritter an: „Lassen Sie mich wissen, wenn Sie Kamele in Alaska sehen.“ Dass solche Überlegungen bei einigen blinde Wut auslösen, zeigte sich auf einer Klima-Demo in Hamburg, wo ein SUV in die Menge fuhr und Polizisten einfach nur zuschauten.

Klimawandel beschleunigt Extreme in der Sahara: langfristig wird die Wüste grüner werden

Tatsächlich jedoch wechselt das Sahara-Klima in Zyklen von vielen tausend Jahren zwischen trockener Wüste und grüner Savanne – bedingt durch die Rotation der Erdachse. Aber der Klimawandel kann dieses Muster beschleunigen: „Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es nach den Berechnungen im zentralen und westlichen Sahel sowie am Südrand der Sahara tatsächlich deutlich grüner werden“, zitiert „klimareporter“ den Direktor des Max-Planck-Institutes für Meteorologie an der Universität Hamburg, Martin Claußen. Hauptgrund für das beschleunigte Ergrünen sei auch der Düngeeffekt, den eine hohe CO2-Konzentration in der Luft auf die Vegetation hat. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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