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„Schmerzensgeld“: Kellner berechnet 10 Euro für Beleidigung

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Von: Bjarne Kommnick

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Weil sich ein Gast nach 40 Minuten Wartezeit über sein Essen erkundigt hat, soll er extra zahlen. Das Motto: 10 Euro für einen anstregenden Kunden.

Scharbeutz – Eigentlich wollte der Golflehrer Michael nur gemeinsam mit seiner Freundin Nadine im Restaurant „Fisch & Mehr“ essen gehen. Doch wie der 39-Jährige der Bild-Zeitung berichtete, hat das Paar vor Ort eine böse Überraschung erlebt. Das Lokal im schleswig-holsteinischen Scharbeutz an der Ostseeküste berechnet dem Paar zehn Euro mehr als sie eigentlich hätten bezahlen müssen. Der Grund: Der Kellner fand die Gäste anstrengend und berechnete deshalb eine zusätzliche Gebühr.

GemeindeScharbeutz
Fläche51,78 km²
Bevölkerung11.753
Höhe12 m

Restaurant fordert Extrakosten für anstrengende Kunden

Auf der Rechnung steht es schwarz auf weiß gedruckt: „Beleidigung Kellner 1 x 10 Euro“. Dabei beteuerte der Golflehrer Michael, dass er sich gar nicht unhöflich gegenüber seinem Kellner geäußert habe. Lediglich habe er nach längerer Wartezeit gefragt, wann er mit seiner Bestellung rechnen könne. Doch es geht auch schlimmer: In Calw ging eine Wirtin mit ihrer Forderung an ihre Gäste viral, nachdem ein Gast eine Kellnerin zum Weinen gebracht hatte.

Ein enttäuschter Kellner vor einer Rechnung
Weil ein Kunde ihn beleidigt, stellt ein Kellner kurzerhand 10 Euro dafür in Rechnung. (Symbolbild) © Arnulf Hettrich/Seva Levitsky/imago/Montage

„Ich hatte nach 40 Minuten nur gefragt, wann das Essen kommt. Der Kellner war dann ganz pikiert. Nach weiteren zehn Minuten wurde unsere Bestellung dann vom Chef persönlich serviert. Der Kellner ließ sich nicht mehr blicken“, so der Golflehrer. Als er die Rechnung forderte, erblickte er die vom Restaurant geforderten Extrakosten.

Gastro fordert Geld für „Beleidigung“ – Kunde zahlt Strafe nicht

Doch bezahlt habe er die Strafe für die „Beleidigung“ gegenüber dem Kellner nicht. „Auf eine lange Diskussion hatte ich einfach keinen Bock. Ich habe 69,20 Euro passend auf den Tisch gelegt und bin dann kommentarlos gegangen. Normalerweise ist es ein sehr nettes Lokal. Wer weiß, was den Kellner da geritten hat.“ In London machte ein Wirt auf sich aufmerksam, weil er keine Veganer mehr bedienen möchte. Auch im walisischen Cardiff hat ein Wirt seinen Pöbel-Gästen Hausverbot erteilt.

Geldstrafe für Kunden: Wirt reagiert mit Humor

Der Inhaber und Wirt Arne Stäcker reagiert mit Humor auf die Kritik und erklärt sogar, dass er die Idee hatte: „Das habe ich mir selbst in die Kasse programmiert“. Denn in seinem Restaurant müssten Kundinnen und Kunden mit einer gewissen Wartezeit rechnen: „Bei uns wird alles frisch gemacht, das braucht gewisse Zeit“.

Also will er sich und sein Personal vor ungeduldigen Kundinnen und Kunden schützen: „Wenn Kunden besonders anstrengend sind, buche ich das als eine Art Schmerzensgeld ein“. Jedoch räumt er ein: „Bezahlt hat die Gebühr bisher niemand.“ Auch in Pontcanna wehrte sich zuletzt ein Chef gegen beleidigende Kunden.

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