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Scheinwerfer reinigen: Selber polieren kostet schnell die TÜV-Zulassung

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Von: Bjarne Kommnick

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In der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung ist klar geregelt: Für Privatperson ist Scheinwerfer polieren verboten. Da steht sogar der TÜV auf dem Spiel.

Hannover – Wer sparen will, legt selbst Hand an. Das gilt auch für die Autowäsche. Je professioneller sie ist, desto teurer wird es für Autofahrerinnen und Autofahrer. Wer also weniger bezahlen möchte, muss wohl selber schrubben. Doch es ist nicht immer der beste Rat, die Dinge auf eigene Faust zu erledigen. Denn auch die eisernsten Sparfüchse dürfen nicht alles eigenhändig zu erledigen, zum Beispiel die Scheinwerfer des eigenen Autos zu polieren. Denn das ist laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) strengstens verboten, wer es trotzdem macht, riskiert sogar seine Zulassung beim TÜV.

Unternehmen:TÜV Nord AG
Gründung:1869
Hauptsitz:Hannover
Mitarbeiterzahl:11.959

Scheinwerfer reinigen: Wer es selber macht, riskiert TÜV-Zulassung

Die meisten Scheinwerfer-Verkleidungen bestehen aus Polycarbonat, einem sogenannten thermoplastischen Kunststoff. Darauf liegt in der Regel eine durchsichtige Schutzschicht. Wer sein Auto selber waschen möchte, sollte darum für die Reinigung der Scheinwerfer auf professionelle Hilfe zurückgreifen. Ohne das richtige Werkzeug werde die Beschichtung beim Polieren abgetragen, sodass sich die Oberflächen-Struktur verändere, erklärt der ADAC, der kürzlich davor warnte, wegen zu hoher Spritpreise Salatöl zu tanken. Somit werde das Licht schlechter aus den Scheinwerfern ausgestrahlt, die Leuchtkraft des Fahrzeuges nehme dadurch langfristig stark ab.

Fachmann poliert den Scheinwerfer eines Skodas.
Scheinwerfer müssen von Fachleuten poliert werden, ansonsten steht für das Auto sogar der TÜV auf dem Spiel. © NomadSoul / imago

Scheinwerfer polieren: „Reparatur“ verändert Bauteil und kann den TÜV kosten

Scheinwerfer zu polieren, bedeutet also, das Bauteil in der Struktur zu verändern. Das ist laut Gesetz ohne Genehmigung unzulässig. Im § 22a Bauartgenehmigung für Fahrzeugteile der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung heißt es: „Die nachstehend aufgeführten Einrichtungen, gleichgültig, ob sie an zulassungspflichtigen oder an zulassungsfreien Fahrzeugen verwendet werden, müssen in einer amtlich genehmigten Bauart ausgeführt sein.“ Unter Absatz 7 sind darunter auch die Scheinwerfer aufgeführt, was eben bedeutet: das Autostrahler polieren ist verboten. Sogar beim Freikratzen der Frontscheibe drohen hohe Strafen. Zuletzt ist auch die neue Auto-Verordnung der EU in Kraft getreten.

Was tun bei matten Scheinwerfern: Bundesregierung bestätigt Verbot für privates Polieren

Doch wem das noch zu vage scheint, bekommt von der Bundesregierung eine klare Antwort auf das private Scheinwerfer polieren. Wie der ADAC berichtet, antwortete das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur auf Anfrage: „Die Instandsetzung von Scheinwerfer-Abdeckscheiben durch Schleifen, Polieren und Versiegeln oder ähnliche Verfahren ist unzulässig.“ Wer auf Strafen beim Autofahren verzichten will, sollte auch die neue Vorfahrtsregel bei Straßenverengungen beachten.

Autoscheinwerfer selbst polieren: Achtung – „beim TÜV wird Ihnen der Prüfer die Plakette verwehren“

Doch auch Schäden an der Scheinwerfer-Verkleidung könnten laut ADAC teuer werden. „Sollte bei der Hauptuntersuchung auffallen, dass Sie Ihre Scheinwerfer aufpoliert haben, wird Ihnen der Prüfer die Plakette verwehren“, so der Verkehrsclub. Dann kann es teuer werden, denn für eine neue Scheinwerfer-Bekleidung sind schnell mal mehrere hunderte Euro fällig. Zuletzt warnte ein Anwalt sogar davor, dass Autofahrerinnen und Autofahrer den Führerschein mit sich tragen.

ADAC fordert bessere Qualität von Scheinwerfer-Beschichtungen

Der ADAC fordert deshalb auch Hersteller auf, die Qualität der Beschichtungen von Scheinwerfern zu verbessern: „Im Sinne des Verbrauchers sollte die Haltbarkeit der Scheinwerferabdeckscheiben aus Kunststoff deutlich verbessert werden. Ergänzende Maßnahmen wären die Entwicklung konformer Reparaturverfahren oder das Angebot preiswerter Ersatzscheinwerfer“.

Wie bekomme ich Scheinwerfer wieder klar? So geht es ohne Beschädigung – und Strafe

Wer jedoch trotz all dem nicht auf die persönliche Wäsche verzichten möchte, sollte äußerst vorsichtig agieren. Für die Reinigung von Scheinwerfern sollten Verbraucherinnen und Verbraucher dann ausschließlich lauwarmes Wasser und einen sanften Wischlappen verwenden. Denn selbst kleinste Kies- und Sandteile können schon zu einem Zerkratzen der Oberfläche führen. Professionelle Hilfe scheint also die sicherere und im Zweifel auch günstigere Variante sein, das Auto instand zu halten.

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