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Russischer Oligarch spendet für ukrainische Kriegsopfer: „absolut nötig“

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Von: Christian Einfeldt

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Dmitri Rybolovlev, russischer Oligarch und Eigentümer von AS Monaco, hat eine „erhebliche“ Summe für humanitäre Hilfe in der Ukraine gespendet. Warum?

Monaco – Der russische Oligarch und milliardenschwerer Unternehmer Dmitri Rybolovlev zeigte sich schon im März solidarisch mit der Ukraine. Seit 2011 ist er Besitzer des französischen Fußballvereins AS Monaco – dieser wie auch jeglicher weiterer Besitz bleiben ihm auch in der aktuellen Situation. Er ist nicht von Sanktionen betroffen. Der Oligarch möchte helfen, spendet aus seinem Reichtum an die Ukraine – für Rybolovlev angesichts des Leids „notwendig“, heißt es in einer Pressemitteilung. Wovon darin nicht die Rede ist: Krieg. Das Wort wird ebenso vermieden wie Anklagen gegen Russland oder Putin.

Unternehmer:Dmitri Jewgenjewitsch Rybolowlew
Geboren:22. November 1966 (Alter 55 Jahre), Perm, Russland
Ehe:Elena Rybolovleva (verh. 1987–2014)
Vermögen:6,6 Milliarden USD (2022)

Russischer Oligarch Dmitri Rybolovlev spendet „erhebliche“ Summe für Ukraine-Hilfe

Bereits Anfang März 2022 verkündete der Oligarch und Eigentümer des Fußballclubs AS Monaco, Dmitry Rybolovlev, seine Bereitschaft helfen zu wollen. Im Gegensatz zu einem russischen Oligarchen, der ohne Putzfrau nicht weiß, zu überleben oder dem Oligarchen, der wegen Sanktionen öffentlich über sein „schmales“ Taschengeld von „nur“ noch 3.000 Euro rumheult, kann er sich das leisten: Er steht nicht auf der Sanktionsliste. Eine Ukraine-Unterstützung stehe für Rybolovlev über allem. Dies geht aus einer vom Fußballlverein AS Monaco veröffentlichten Pressemitteilung hervor. Chelsea-Besitzer Abramowitsch dagegen muss derweil reiche Freunde um Geld anbetteln.

Russischer Oligarch hilft der Ukraine: „Notwendig, diejenigen zu unterstützen, die am meisten leiden“

„Es ist absolut notwendig, diejenigen zu unterstützen, die am meisten leiden“, wird der 55-jährige Unternehmer zitiert. Einen finanziellen Einfluss übt der russische Oligarch auf den AS Monaco aus, sowie auf weitere Unternehmen und Institutionen, zu denen etwa auch der belgische Fußballverein Cercle Brügge gehört. Aufgrund der Gräueltaten des Krieges habe Rybolovlev „sowie verschiedene Unternehmen, in die Rybolovlev Family Trust investiert, beschlossen, Spenden für humanitäre Hilfe zu leisten.“

Russischer Oligarch kann Ukraine unterstützen, weil er ist nicht von EU-Sanktionen betroffen ist

Wie etwa das Online-Portal hellomonaco.com berichtet, wolle der russische Oligarch nun prüfen, ob eine darüber hinaus eine weitere Unterstützung der Ukraine, jenseits von Geldspenden, vorangetrieben werden kann. Rybolovlev, der im Jahre 2010 Russland verließ, gehöre zu den wenigen Oligarchen, deren Vermögen seitens der EU nicht eingefroren wurde – das berichtete die französische Sport-Tageszeitung „L’Équipe“.

Dmitri Rybolovlev
„Es ist absolut notwendig, diejenigen zu unterstützen, die am meisten leiden“, sagt Oligarch und AS Monaco-Besitzer Dmitri Rybolovlev. © IMAGO / PanoramiC

Vermögen von Dmitri Rybolovlev nicht eingefroren – keine Einschränkungen für Oligarchen

Maßnahmen wie das Einfrieren des Vermögens, Sperren der Kreditkarten und Beschlagnahmung von Luxus-Gütern habe er daher nicht zu befürchten. Auch kann Dmitri Rybolovlev im Gegensatz zu anderen Oligarchen sein Personal offenbar bezahlen. Aus Geldmangel „schmiss in Hamburg die Crew „Dilbar“ hin und haute ab – nachdem ermittelt werden konnte, dass die Mega-Yacht einer Oligarchen-Schwester gehört, darf sie ohnehin nirgends mehr hinschippern, die Russen-Yacht wurde im Hamburger Hafen offiziell beschlagnahmt.

Oligarch distanziert sich offiziell –„seit einigen Jahren“ nicht mehr in Russland gewesen

Im Laufe der Zeit distanzierte sich Rybolovlev immer wieder von den Worten und Taten Wladimir Putins. Kurz bevor er Russland verließ, sah er sich etwa nach Berichten von News-Portal „France24“ gezwungen, seine Anteile an „Uralkali“, einem russischen Bergbauunternehmen, an „enge Bekannte“ Wladimir Putins zu verkaufen.

2011 stieg er dann also beim im Jahre 1919 gegründeten Fußballclub AS Monaco ein und konnte unter anderem 2017 den Meistertitel der Ligue 1 feiern. „Seit einigen Jahren“, so heißt es laut „France24“ aus dem Umfeld des russischen Oligarchen, sei er nun nicht mehr in Russland gewesen.

Russischer Oligarch hilft Ukraine finanziell – das Wort „Krieg“ umgeht er

Fürchtet Dmitri Rybolovlev Putin dennoch? In der Pressemitteilung zur großzügigen Spende an die Ukraine meidet der Olgarch jegliche Nennung des Präsidenten. Vorwürfe, Anklagen? Kein Wort davon. Wie auch in der russischen Propaganda üblich, fällt auch das Wort Krieg nicht – gesprochen wird lediglich von einem „bewaffneten Konflikt“.

Und so muss sich Rybolovlev vorwerfen lassen, mit seiner Spende nur Sympathien erkaufen und von seiner Sanktionsfreiheit abzulenken zu wollen. Die nämlich erscheint doch recht rätselhaft. Klar ist jedoch in jedem Fall eines: Die humanitäre Hilfe, für die der Oligarch gezahlt hat, ist dringend nötig und überlebenswichtig. Sie wird Leid mindern, egal aus welchem Motiv heraus sie finanziert wurde. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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