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Russischer Oligarch rechnet mit Putin ab: „Der dreht durch“

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Von: Marvin Ziegele

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Putins Angriffskrieg läuft schlecht: Doch was geht im Kopf des russischen Präsidenten vor? Ein Oligarch sucht eine Erklärung. 

Moskau – Was plant Wladimir Putin? Nachdem der Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht wie erhofft verläuft, rätseln Fachleute über die nächsten Schritte des Präsidenten aus Russland. In einem Interview mit dem US-amerikanischen TV-Sender CNN versuchte der im Exil lebende russische Oligarch Mikail Chodorkowski zu erklären, was mit dem russischen Präsidenten geschieht, nun, da Vorwürfe von Gräueltaten der russischen Armee an der ukrainischen Zivilbevölkerung in Butscha im Raum stehen.

Im Gespräch mit CNN-Moderator Fareed Zakaria erklärte Chodorkowski Putins Absichten: „Wir sehen, dass Putin im Ukraine-Konflikt mit Hindernissen konfrontiert wird“, stellte Moderator Zakaria fest. „Angesichts dessen, was Sie über seine Mentalität wissen, was wird er tun? Wird er die Ukraine in Tschetschenien verwandeln? Sie zerstören? Sich zurückziehen?“ Darüber berichtet fr.de.

Wladimir Putin im Ukraine-Krieg: „Es hat ihn buchstäblich in den Wahnsinn getrieben“

„Für ihn ist die Situation heute sehr kompliziert“, erklärte Chodorkowski durch einen Übersetzer über Wladimir Putin. „Zunächst wollte er die Macht in Kiew auswechseln, seine Marionette einsetzen und erwartete, dass das ukrainische Volk Blumen auf die Straße werfen würde. Als das nicht geschah, drehte er durch. Die Tatsache, dass die Menschen in Charkiw ihn nicht mit Blumen begrüßten, hat ihn nicht nur wütend gemacht, ich glaube, es hat ihn stattdessen buchstäblich in den Wahnsinn getrieben.“

Ukraine-Krieg: Wladimir Putin braucht klare „Position des Westens“

Wladimir Putin soll daraufhin begonnen haben, Charkiw und Kiew zu bombardieren. „Im Moment hat er drei Möglichkeiten, drei Auswege. Der erste Ausweg ist, die Ukraine weiter unter Druck zu setzen und dabei wahrscheinlich Truppen zu verlieren, weil die Ukrainer sich mit jedem Tag stärker wehren. Zweitens könnte er Massenvernichtungswaffen einsetzen, in der Hoffnung, dass dies die Ukrainer zum Rückzug zwingen würde. Und die dritte Möglichkeit ist die Aufnahme tatsächlicher Verhandlungen.“

Der russische Präsident Wladimir Putin als wütende Matroschka-Puppe in einem Souvenirshop.
Der russische Präsident Wladimir Putin als wütende Matroschka-Puppe in einem Souvenirshop. © Imago

In einem früheren Interview mit der Deutschen Welle betonte Chodorkowski außerdem, dass „die Position des Westens“ klar sein müsse. Das beinhalte „umfassende Unterstützung für die Ukraine, falls der Krieg weitergeht und Putin taktische Atomwaffen oder andere Massenvernichtungswaffen einsetzt. Solche klare Position des Westens wird Putin helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.“ (marv)

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