1. 24hamburg
  2. Stories

Riesenschnitzel für 3 Euro: XXXLutz Möbelhäuser kassieren Shitstorm

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bjarne Kommnick

Kommentare

Nach Ärger wegen Riesenschnitzel für 2,99 Euro macht die Möbelhaus-Kette XXXLutz das Gericht teurer – um „lächerliche“ 60 Cent. Der Shitstorm weht weiter.

Wels – Das Möbelhaus XXXLutz hat in Österreich wegen Billigfleisch einen massiven Shitstorm auf Social Media geerntet. Nachdem sowohl Landwirtinnen und Landwirte als auch Tierschutzorganisationen ernsthafte Bedenken über die Herkunft des Fleisches geäußert hatten, hat das Unternehmen nun ein Versprechen gemacht: Schweinefleisch aus regionaler Haltung in allen XXXLutz-Filialen – für 60 Cent mehr. Zuvor habe das Möbelhaus Schnitzel mit Pommes für gerade einmal 2,99 Euro das Stück angeboten. Doch vielen Kunden reicht das nicht.

Unternehmen:XXXLutz-Gruppe
Sitz:Wels, Österreich
Mitarbeiterzahl:25.700
Gründung:1945

XXXL Lutz kriegt Shitstorm wegen Schnitzel: 2,99 Euro – Billigimport aus dem Ausland

Kritikerinnen und Kritiker hätten den niedrigen Preis als Beweis festgemacht, dass das Fleisch unter widrigen Produktionsbedingungen hergestellt worden sein müsste. Mit Erfolg: XXXLutz kündigte an, auf billige Importe aus dem Ausland zu verzichten und gesteht sich damit offenbar den Vorwurf ein. Das bedeutet eine radikale Umstellung für die Restaurants der XXXLutz-Möbelhäuser, die nach eigenen Angaben jährlich mehr als neun Millionen Kundinnen und Kunden begrüßen dürfen. Doch wie radikal ist der Umstieg wirklich?

Eine XXXLutz-Filiale und ein Wiener Schnitzel mit Pommes frites
In Österreich lösten Billigschnitzel in einem XXXLutz-Möbelhaus einen Shitstorm aus. (24hamburg.de-Montage) © Manuel Geisser/Manfred Segerer/imago

Immerhin würden mehr als 80 Prozent aller Gerichte der XXXLutz-Restaurants in Österreich mit Schweinefleisch hergestellt werden, wie der Stern berichtet hatte. Ein Großteil davon würde bereits unter strengeren Tierwohlstandards produziert werden. Dafür habe das Möbelhaus fünf österreichische Landwirte unter Vertrag genommen, die jede Woche 100 Schweine liefern sollen. Die Tiere würden demnach vollständig verarbeitet werden. Schon bald soll laut Unternehmen bei allen Produkten für eine angemessene Tierhaltung gesorgt sein.

Bleiben Sie mit unserem Newsletter über Nachrichten aus Hamburg und der Welt stets auf dem Laufenden.

Möbelhaus -Reaktion auf Billigfleisch-Vorwürfe: Schnitzel 60 Cent teurer – „kann man ja nur lachen“

Mit der Umstellung sei der Preis des Schnitzels immerhin um 60 Cent auf 3,59 Euro angestiegen. Doch viele sehen darin scheinbar keine bedeutsame Verbesserung und werfen dem Unternehmen nun Green-Washing vor. „Von extrem schlecht zu sehr schlecht, sollen wir da jetzt gratulieren?“, kommentiert ein Nutzer auf Facebook sarkastisch das neue Schnitzel-Angebot. „Wenn das euer ernst ist, dann kann man nur lachen“, schreibt ein anderer Nutzer. Auch Edeka stand wegen Billigfleisch massiv in der Kritik*.

Greenwashing

Greenwashing ist eine Bezeichnung für PR-Arbeit, die darauf zielt, einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen, ohne dass dafür hinreichend Maßnahmen getroffen werden.

Vorwurf an XXXLutz: Jetzt verdienen sie mehr am Schnitzel – Billigfleisch bleibt es dennoch

Der Standard berichtete, dass Verbraucherinnen und Verbraucher demnach rund zwei Euro mehr für das Schnitzel bezahlen müssten, damit von tiergerechter Haltung ausgegangen werden könne. Bei 60 Cent mehr pro Schnitzel sei davon auszugehen, dass Kundinnen und Kunden immer noch keine beachtliche Qualitätssteigerung erwarten dürften. „60 Cent teurer oder mit anderen Worten: Mehr bezahlen, aber gleiche Qualität“, schreibt eine Nutzerin auf Twitter. Doch es geht auch andersherum: Aldi erntete einen Shitstorm, weil Billigfleisch künftig aus dem Sortiment gestrichen werden soll*. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare