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Private Autowäsche kann bis zu 100.000 Euro Bußgeld kosten

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Von: Bjarne Kommnick

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Wer sein Auto privat waschen will, riskiert hohe Bußgelder. Bis zu 100.000 Euro Strafe drohen. Was man bei der Autowäsche von Hand beachten muss.

München – Besonders im Sommer, passend zur zweiten Hitzewelle mit Bullenhitze und Dürre in Deutschland, liegt vielen die Autopflege am Herzen. Das warme Wetter lädt dazu ein, selbst aktiv zu werden und das Auto auf dem eigenen Hof zu reinigen, anstatt in die Waschanlage zu fahren. Doch was die wenigsten wissen: Dabei drohen rechtliche Fallstricke. Denn nicht nur das Scheinwerfer-Polieren kann schnell die TÜV-Zulassung kosten, auch bei der privaten Autowäsche der Karosserie drohen empfindliche Bußgelder.

Unternehmen:ADAC
Hauptstandort:München
Gründung:24. Mai 1903, Stuttgart
Präsident:Christian Reinicke

Autowäsche auf Privatgrundstücken: Es drohen 100.000 Euro Strafe

Das Gesetz ist klar geregelt. Es ist verboten, sein Auto zu waschen, wenn das Waschwasser dabei in den Boden einsickert. Verantwortlich dafür ist der Paragraf 48 des Wasserhaushaltsgesetzes, das zur Vermeidung von Wasserverschmutzung untersagt, dass giftige oder Wasser-gefährdende Stoffe in das Grundwasser gelangen. Hier drohen in schlimmen Fällen, je nach Bundesland und Region, wie beispielsweise in Wasserschutzgebieten, bis zu 100.000 Euro Bußgeld für die private Autowäsche.

Autowaschen kann teuer werden: Bis zu 100.000 Euro Strafe drohen
Wer sein Auto privat wäscht, riskiert hohe Bußgelder. © imago

Private Autowäsche kann je nach Bundesland und Region bis zu 100.000 Euro kosten

Wer denkt, dass er das Gesetz umgehen kann, indem er zum Autowaschen auf die Straße ausweicht, sodass das Wasser in die Kanalisation abfließen kann, liegt falsch. Denn laut ADAC ist die private Autowäsche auf der Straße eine Sondernutzung des öffentlichen Verkehrsraums und bedarf in jedem Fall einer Genehmigung durch die Behörden.

Keine Gesetzeslücke: Auch auf der Straße ist Autowaschen verboten

Zwar fällt die Reinigung des Wagens in diesem Fall nicht unter das Wasserhaushaltsgesetz, jedoch besagt die Straßenverkehrsordnung, die zuletzt um eine Vorfahrt-Regel mit neuem Schild für Autofahrer ergänzt wurde, dass die Straße nicht beschmutzt oder benetzt werden darf, wenn der Verkehr dadurch gefährdet oder erschwert werden kann. Bereits Wasser auf der Fahrbahn könne dafür sorgen, dass die Straßenbedingungen verändert werden und somit eine Gefährdung vorliegt.

Also vielleicht doch lieber auf dem privaten Grundstück? Doch wie schwierig es sein kann, das Auto rechtlich „sauber“ selbst zu waschen, zeigt sich anhand eines weiteren Beispieles. Denn selbst wer nur mit Wasser und ohne chemische Spülmittel wäscht, riskiert im schlimmsten Fall die Höchststrafe. Denn je nach Verschmutzung des Wagens können unter Umständen auch giftige Stoffe vom Auto in das Grundwasser gespült werden. Eine Motorwäsche ist daher beispielsweise auch mit Wasser untersagt.

Autoreinigung: ADAC empfiehlt den Weg zur Waschanlage

Der ADAC schreibt: „Da sich bei der Autowäsche nicht nur Reinigungsmittel, sondern auch gelöstes Öl und Ruß im Abwasser sammeln kann, empfehlen wir, Autos und Krafträder nur in hierfür zugelassenen Waschanlagen beziehungsweise auf -plätzen zu reinigen, weil diese Einrichtungen über ein grundwasserschonendes Reinigungssystem verfügen“. Das ist allerdings nicht für alle Automarken möglich, eine Waschanlage in Oldenburg hatte zuletzt ein Tesla-Verbot beschlossen.

Erlaubt bei der DIY-Autowäsche sei lediglich sparsam genutztes klares Wasser, das mit Schwämmen oder Bürsten für die Reinigung benutzt wird. Dampfstrahler hingegen seien ebenfalls nicht erlaubt. Der ADAC empfiehlt, im Zweifel mit den örtlichen Behörden Rücksprache zu halten. Wie kurios Gesetze sein können, beweisen auch die Behörden der Stadt, die einen McDonald‘s Drive-in verbieten, weil Anwohner zu dick wurden.

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