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„Peinlich sowas“: Diebstahlsicherung für Lidl-Hackfleisch löst Debatte aus

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Von: Marie Ries

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Lidl schützt Fleischprodukte in einigen Filialen mit Alarmetiketten vor Diebstahl. Im Netz reagieren die User reagieren spöttisch – einige aber auch Verständnis.

Dresden – Man könnte fast denken: Bei denen hackt‘s wohl. Aber es ist tatsächlich so: Der Discounter Lidl wehrt sich in Deutschland jetzt mit Alarmetiketten gegen Diebstahl. Und zwar direkt an der Ware. Wie die Bild-Zeitung berichtet, werden in einigen Filialen von Lidl in Sachsen Fleischprodukte wie Hack, Hähnchenschenkel und Rindergulasch nun elektromagnetisch gesichert. Ob Hack, Hähnchen und Gulasch in Sachen bei Lidl in der näheren Vergangenheit ein offenbar beliebtes Diebesgut waren? Man weiß es nicht. Denn zu den Hintergründen der Diebstahlsicherungen äußert sich Lidl gegenüber der Bild-Zeitung nicht.

Dafür aber sprechen die Lidl-Kunden. Da, wo man sich heutzutage gerne äußert: im Netz.

Netz diskutiert Alarmetiketten für Hackfleisch bei Discounter Lidl: „Peinlich sowas“ – doch User äußern auch Zustimmung

Dort sorgt die Maßnahme des Discounter-Riesen, Hack, Hähnchen und Co in Form der Diebstahlsicherung quasi Fesseln anzulegen, für einige Diskussionen. „Das ist ein Witz, oder? Diebstahlsicherung am Hackfleisch?“, schreibt eine Userin auf Facebook. „Man sollte auch auf Brot, Schokolade und Billigpudding Sicherungen ansetzen. Peinlich sowas“, empört sich zudem ein weiterer Nutzer in den Kommentaren bei Facebook über die Maßnahme, die Lidl in seinen Filialen in Sachsen vornimmt.

Andere zeigen da wiederum schon mehr Verständnis für die Maßnahmen der sächsischen Lidl-Filialen. „So weit ist es schon gekommen, sehr traurig“, konstatiert ein weiterer Facebook-User angesichts der Maßnahmen, das tote Fleisch sinnbidlich an die Kette zu legen, damit Kunden es nicht einfach verschwinden lassen und mitnehmen, ohne an der Lidl-Kasse dafür zu zahlen. „Anscheinend leider notwendig und das ist auch gut so“, schreibt ein User, „ich habe keinen Bock, als ehrlicher Kunde die Klauerei durch Preisaufschläge mitzufinanzieren.“

In einigen sächsischen Filialen des Discounters Lidl werden Fleischprodukte nun mit Alarmetiketten gesichert.
In einigen sächsischen Filialen des Discounters Lidl werden Fleischprodukte nun mit Alarmetiketten gesichert. © Manuel Geisser/IMAGO

Steigende Preise bei Lidl: Netz diskutiert Zusammenhang mit Hack-Diebstahlschutz

Und nicht nur die Tatsache, dass Lidl in Sachsen Fleisch mit einer Diebstahlsicherung versehen hat, wird eifrig diskutiert. Auch Preissteigerungen nehmen die User auf Facebook mit Bezug auf den Diebstahlschutz besonders unter die Lupe. Manche der User vermuten einen Zusammenhang zwischen den Preisen, die Lidl für die Ware aufruft und dem Umstand, dass bei Lidl nun Diebstahlschutz für Hack, Hähnchen und Gulasch nötig ist. „Normal bei den Preisen, dass mehr geklaut wird“, schreibt ein User. Ein anderer findet: „Wenn Grundnahrungsmittel geklaut werden, dann liegt das Problem ganz woanders.“

Auch Personalmangel beschäftigt Supermarktketten: Aldi öffnet Filiale ganz ohne Personal

Doch nicht nur Diebstahl macht den Supermärkten zu schaffen, sondern derzeit auch der Mangel an Personal. Mit Folgen: Im Südwesten Deutschlands schließen 16 Edeka-Märkte mittwochs deshalb schon um 13 Uhr. „Viele Mitarbeiter sind an der Belastungsgrenze“, erklärte der Betreiber der Märkte im Gespräch mit der „Lebensmittel Zeitung“. In anderen Filialen von Edeka und Rewe schließen die Frischetheken nun früher. Grund ist auch hier das fehlende Personal.

Andere Supermärkte kommen derweil bereits ganz ohne Personal aus. In Großbritannien hat kürzlich ein Aldi-Markt ganz ohne Kassenpersonal geöffnet. Im Netz rief dies wenig Begeisterung hervor. Kritisiert wurden unter anderem die Aussicht auf fehlenden menschlichen Kontakt an der Kasse – aber auch die in die Filiale integrierte Software zur Gesichtserkennung. Mittels Kameratechnik kann hier jede im Geschäft erfolgende Einkaufsbewegung der Kunden registriert und zugeordnet werden.

Diebstahl von Grundnahrungsmitteln – „bisher noch kein großes Thema“

Die sächsischen Lidl-Filialen setzen mit ihren Alarmetiketten auf eine andere Art der Sicherung. Ob diese jedoch wirklich notwendig sind, wird sich zeigen. Laut Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland sind Diebstähle von Grundnahrungsmitteln jedoch „bisher noch kein großes Thema“, wie er gegenüber der Bild-Zeitung sagte. In vorigen Jahren seien bisher nur Produkte in kleinerer Größe gestohlen worden – also etwa Rasierklingen oder Alkohol.

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