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Papst klagt kinderlose Paare an: „Haustiere ersetzen die Kinder“

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Von: Anika Zuschke

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Ziehen immer mehr junge Paare Haustiere eigenen Kindern vor? Papst Franziskus scheint der Meinung zu sein – und kritisiert kinderlose Paare dabei scharf.

Vatikan – Hunde und Katzen statt Kinder? Für Papst Franziskus ein absolutes No-Go. Das katholische Kirchenoberhaupt kritisierte bei einer Generalaudienz im Vatikan mit deutlichen Worten Paare, die keine Kinder haben möchten. Dabei spricht er von einer „Verleugnung der Vater- und Mutterschaft“, die unsere „Zivilisation älter und unmenschlicher“ machen würde. Es gebe seiner Meinung nach viele Paare, die keine Kinder haben wollen, stattdessen aber zwei Hunde oder Katzen hätten – die nun den Platz von Kindern einnähmen. Der 85-Jährige bemängelte in den vergangenen Jahren immer wieder, dass sich diesbezüglich ein „kultureller Verfall“ abzeichne.

Papst:Franziskus
Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche:Seit dem 13. März 2013
Geboren:17. Dezember 1936 (Alter 85 Jahre), Flores, Buenos Aires, Argentinien
Eltern:Regina Maria Sivori, Mario Jose Bergoglio

Papst Franziskus kritisiert Paare scharf, die keine Kinder möchten: „Egoismus“

Am vergangenen Mittwoch, 5. Januar 2022, hielt das 266. Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche eine Generalaudienz in der vatikanischen Audienzhalle ab. Dort ermunterte er mit deutlichen Worten junge Paare, sich für ein Leben mit Kindern zu entscheiden. Gleichzeitig nahm er Eheleute hart in die Mangel, die Hunde und Katzen eigenen Kindern vorzögen. „Viele Paare haben keine Kinder, weil sie nicht wollen, oder sie haben nur eins – aber sie haben zwei Hunde, zwei Katzen“, wettert der Papst. Auf diese Weise geht seiner Meinung nach „der Reichtum von Vaterschaft und der Mutterschaft verloren.“ Vor zahlreichen Gläubigen ließ der Pontifex verlauten, dass er diesbezüglich „einen gewissen Egoismus“ beobachte. Dies sei mal so dahin gestellt, Hunden und Katzen kann man aber definitiv keinen Egoismus vorwerfen. In Indien rettete beispielsweise eine ganze Hundefamilie ein ausgesetztes Baby durch Kuscheln vor dem Erfrieren.

Papst Franziskus hat bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag von einem „demografischen Winter“ gesprochen – die erneut gesunkenen Geburtenzahlen in Italien waren der Grund dafür. Ihm zufolge leide ein Land ohne Kinder. „Wer in der Welt lebt und heiratet, muss daran denken, Kinder zu haben“, betont der 85-Jährige. Von der Airline, die kinderfreie Flüge anbietet, würde sich der Papst vermutlich nicht begeistert zeigen.

Papst plädiert auch für vereinfachte Adoptionsregeln – „so viele Kinder, die eine Familie brauchen“

Dabei ist die natürliche Geburt seiner Meinung nach aber nicht die einzige Option des Kinderkriegens. Für viele Paare, die aus biologischen Gründen keine Kinder bekommen können, sei auch die Adoption ein guter Weg. Deswegen plädierte der Papst auch für vereinfachte Adoptionsregeln. Auf diese Weise könnte „der Traum so vieler Kinder, die eine Familie brauchen“, ebenso erfüllt werden, wie der „vieler Paare, die Liebe verschenken möchten.“ Die entsprechenden Stellen müssten bei ihren Vermittlungen zwar genau hinschauen, könnten den Weg zu einer Adoption aber dennoch erleichtern.

Papst Franziskus leitet eine Messe zu Beginn des neuen Jahres im Petersdom im Vatikan und ein junges Paar, das mit einem Hund ein Selfie macht.
Papst Franziskus kritisiert junge Ehepaare, die keine Kinder haben möchten – und stattdessen Hunde und Katzen vorziehen. (24hamburg.de-Montage) © Andrew Medichini/dpa/Panthermedia/Imago

Auf dem Weg betonte Papst Franziskus die Bedeutung von Adoptiv- und Pflegeeltern. Für ihn gehöre eine solche Entscheidung zu den höchsten Formen von Liebe. „Wie viele Kinder weltweit warten auf jemanden, der sich um sie kümmert“, stellt das katholische Kirchenoberhaupt in den Raum und fährt fort: „Ein Kind zu bekommen ist immer ein Risiko, ob auf natürlichem Wege oder durch Adoption. Aber es ist riskanter, keine zu haben.“ Inzwischen gibt es weltweit die unterschiedlichsten Familienmodelle: In Los Angeles ist gerade erst ein transsexueller Mann Vater geworden und ist sauer, dass er „Mutter“ genannt wird.

Katholisches Kirchenoberhaupt Franziskus kritisiert schon länger den Ersatz von Kindern durch Haustiere

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Bereits im Jahr 2014 hat Papst Franziskus es in einem Interview als eine Form des „kulturellen Verfalls“ bezeichnet, wenn Ehepaare Haustiere anstelle von Kindern haben, berichtet das ZDF. Die emotionalen Beziehungen zu Haustieren seien ihm zufolge „einfacher“ als die „komplexe“ Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Komplexer sind Eltern-Kind-Beziehungen sicherlich. Das zeigt auch eine Mutter, die von ihrer 17-jährigen Tochter Miete verlangt – das Internet feiert sie dafür*. Doch das heißt nicht, dass Menschen zu ihren Haustieren keine emotionale Beziehung aufbauen können. Eine junge Frau ging sogar so weit, dass sie ihren Freund aus der gemeinsamen Wohnung schmiss – weil dieser ihre Katze hasste*. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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