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Nirvana-Baby vom Nevermind-Cover verklagt Band – und scheitert

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Von: Bona Hyun

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Nirvana Cover-Baby Spencer Elden will von der Band des verstorbenen Kurt Cobain massiven Schadensersatz. Das Gericht weist die Klage ab, doch es geht weiter.

Kalifornien – Das „Nirvana-Baby“ Spencer Elden sah sich anfangs noch sehr gerne als nackter Säugling auf dem berühmten Unterwasserbild – schließlich schrieb das Cover zum Album „Nevermind“ Musikgeschichte. Mit Freude und Zustimmung ist längst Schluss: Spencer ging 30 Jahre nach Aufnahme des Bildes gerichtlich gegen die Band vor. Das ehemalige „Nirvana-Baby klagte auf massiven Schadenersatz wegen lebenslangem Schaden*. Die eingereichte Klageschrift enthält schwerwiegende Vorwürfe. Ein Gericht im Bundesstaat Kalifornien wies die Klage jedoch vorerst zurück. Für Spencer und seine Anwälte ist das allerdings noch nicht das Ende vom Rechtsstreit.

KalifornienBundesstaat im Westen der USA
GouverneurGavin Newsom (Demokratische Partei)
HauptstadtSacramento
Fläche423.970 Quadratkilometer

Cover-Baby von Nirvana-Album Nevermind will Schadenersatz – Gericht weist Klage ab

Nirvana Cover-Baby Spencer wurde 1991 von Fotograf Kirk Weddle zu einem Shooting eingeladen. Nackt wurde der damalige Säugling im Wasser eines Pools fotografiert und wurde als Motiv von Nirvanas bahnbrechendem „Nevermind-Album“ weltweit berühmt. Auch im Musikvideo der Single „Come As You Are“ ist das Unterwasserbild zu sehen. 30 Jahre später ging das ehemalige Baby-Model gerichtlich gegen die Band vor. Ein Gericht in Kalifornien wies seine Klage allerdings aus formalen Gründen zurück, da Eldens Anwälte versäumt hätten, fristgerecht auf einen Antrag der Gegenseite zu reagieren. Da Anwalt Robert Lewis dies „sehr bald“ nachholen möchte, wird Spencer seine Klage allerdings nicht ruhen lassen.

Ein nacktes Baby unter Wasser greift nach einem Geldschein
Das Nirvana-Cover mit dem nackten Baby wurde zur Ikone innerhalb der Musikszene. © @exxpress.at/facebook(screenshot)

Nirvana-Cover-Baby Spencer klagt: „Es ist sexuelle Ausbeutung“ – zuvor tätowierte er sich den Albumtitel

In der Klage, die Spencer Elden gegen Nirvana einreichte, heißt es, dass er minderjährig „zu kommerziellen sexuellen Handlungen gezwungen“ worden wäre. Spencer verlangte von jedem Bandmitglied und dem Fotografen jeweils 150.000 Dollar Schadenersatz wegen „lebenslangen Schäden“. Er habe unter anderem mit „extremem und dauerhaften seelischen Leid mit körperlichen Auswirkungen“ zu kämpfen. Außerdem habe Leadsänger Kurt Cobain ein Bild ausgesucht, auf dem Spencer wie ein „Sexarbeiter“ nach einem Dollarschein greife und das ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten.

„Nirvana-Baby“ Spencer Elden will viel Geld von Kurt Cobains Band: „Jeder von denen besitzt tonnenweise Geld“

Der Nirvana-Frontsänger Kurt Cobain selbst soll es gewesen sein, der die Genitalien des Säuglings von Anfang an nicht verdecken oder pixeln wollte. Er witzelte einst, das käme nur mit einem Aufkleber mit besonderer Provokation infrage: „Wenn Sie sich daran stören, müssen Sie insgeheim pädophil sein.“ Als Teenager hatte sich Spencer sogar den Albumtitel tätowieren lassen und lobte in einem Interview mit der „Time“-Magazine, das „großartige Konzept“ von dem „Baby unter Wasser, das nicht atmen kann und hinter Geld an einem Angelhaken her ist.“ Irgendwann jedoch kippte die Stimmung offenbar: Spencer meinte plötzlich, seine Identität sei „für immer verbunden mit der kommerziellen sexuellen Ausbeutung“, die Band habe „wissentlich kommerzielle Kinderpornografie produziert, besessen und beworben“. Er habe immer wieder vergeblich versucht, die Bandmitglieder zu erreichen, um sich zu einigen – vergeblich. „Jeder, der an dem Album beteiligt war, besitzt tonnenweise Geld. Ich wohne im Haus meiner Mutter und fahre einen Honda Civic“, so Spencer.

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Nirvana Cover mit nacktem Baby: Facebook löscht Bild –und hebt Verbot selbst wieder auf

Einzig allein Facebook reagierte auf Spencers Anliegen, auch, wenn die Plattform nicht direkt verklagt wurde. Facebook löschte das „Nevermind“-Cover mit dem nackten Säugling zum 20-jährigen Band-Jubiläum und auch andere Albumcover mit nackten Kindern wurden verbannt. Allerdings hob das soziale Netzwerk das Verbot bald wieder auf, da es sich um ein „kulturell bedeutsames Bild“ handele. Dabei muss man sagen, dass Nirvana Spencer zu seinem einzigen Ruhm verhalf, denn abseits des Cover-Shootings konnte das ehemalige Babymodel nie eine Künstlerkarriere hinlegen – trotz zahlreicher Versuche.

Andere Gerichtsfälle, die noch kurioser sind

Viele Kläger ziehen immer wieder mit ausgefallenen Anliegen vor Gericht. Eine Veganerin landete vor Gericht, weil sie ihren Mitbewohner heimlich vegane Speisen gab. Eine andere Anhängerin des Ernährungsstils klagte selbst: Die Veganerin verklagte ihren Nachbarn, nur weil er Fleisch grillte*. Auch diese Nachbarn sahen sich vor dem Richter: Das Gericht verbot dem Mann seine Nachbarin Rüdiger zu nennen*. . *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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