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Nie Salatöl tanken! ADAC warnt vor Verzweiflungstat wegen Spritpreisen

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Von: Ulrike Hagen

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Die Spritpreise explodieren, Autofahrerinnen wüten. Doch davor, aus Verzweiflung Salatöl oder gar Heizöl in den Tank zu kippen, warnen nun Experten des ADAC.

München – Der Ukraine-Konflikt treibt die Benzinpreise in ungeahnte Höhen – und die Verbraucherinnen an den Rand der Verzweiflung. Mit einem Autokorso durch Hamburg protestierten Autofahrer gegen die Spritpreiserhöhung – dabei ist wahrscheinlich noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange erreicht: Gerade erst erklärte Bundeswirtschaftsminister Habeck, dass sogar ein Benzinpreis-Schock von bis zu 3 Euro möglich* sei. Der ADAC warnt nun vor Kurzschlusshandlungen.

Verkehrsclub:Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e. V. (ADAC)
Hauptsitz:München
Mitglieder:21.178.729
Umsatz:215 Millionen Euro
Präsident:Christian Reinicke

Wegen Spritpreisen Heizöl & Salatöl tanken? ADAC warnt vor Verzweiflungstat

Die Versuchung ist einfach riesig. Schaut man auf die Tafeln an den Tankstellen, sieht man Preise für Benzin und Diesel, die in Deutschland inzwischen bei weit über zwei Euro liegen. Aufgrund des Kriegs in der Ukraine sind sie so hoch wie nie zuvor. Im Vergleich dazu ist Rapsöl beispielsweise im Supermarkt für etwa 1,50 bis 1,80 Euro pro Liter zu bekommen, Heizöl für 1,46 Euro pro Liter  (Stand: 13.März 2022). Ein echter Dumping-Kurs im Vergleich zu den astronomischen Spritpreisen, aufgrund derer ein Tankwart den Benzin-Verkauf stoppte, denn: „Diebstahl unterstütze ich nicht“*. Offenbar macht der niedrige Preis die Verlockung, Salat- oder Heizöl nun wirklich in den Tank zu füllen, so groß, dass sich nun der ADAC einschaltet: und zwar mit dringender Warnung.

Eine Flasche Salatöl wird in den Autotank geschüttet.
Einfaches Salatöl statt Diesel in den Tank? Trotz explodierender Spritpreise eine ganz schlechte Idee, warnt der ADAC. © Imago

Salatöl im Tank: ADAC warnt vor Sparen am falschen Ende – und bösen Folgen: Motorschaden

Doch auf Dieselfahrerinnen und -fahrer, die tatsächlich ihren Tank mit dem günstigen Salatöl füllen, warten böse Überraschungen, warnten nun Automobil-Experten des ADAC. „Das größte Problem ist der deutliche Viskositätsunterschied im Vergleich zu herkömmlichem Diesel. Pflanzenöle führen zu Startschwierigkeiten und wirken sich negativ auf Leistung und Lebensdauer des Motors aus.“ Darüber hinaus seien Einspritzpumpe und Einspritzdüsen von modernen Dieselfahrzeugen nicht für das zähflüssige Pflanzenöl ausgelegt, wodurch nicht nur mit verminderter Motorleistung, sondern sogar mit Motor- und Kraftstoffsystem-Schäden am Automobil zu rechnen sei.

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Salatöl oder Heizöl statt Sprit tanken? ADAC warnt dringend vor Verzweiflungstat

Die Option, auf das Pflanzenöl aus dem Supermarkt, in dem man für den Notfallvorrat nach dieser Einkaufsliste einkaufen sollte, zurückzugreifen, könnte sich ohnehin schwierig gestalten. Kaufland, Lidl und Co. begrenzen bereits die Abgabe, das Alltags-Lebensmittel wird nach teuer nun auch knapp*. Damit dürfte auch die Idee, den Motor des eigenen Fahrzeugs für nach Angaben des ADAC für 1500 bis 5000 Euro auf den Betrieb mit Pflanzenöl umzurüsten, schnell vom Tisch sein.

Heizöl statt Diesel tanken: gesetzlich verboten – und Motorleistung wird dauerhaft gemindert

Auch wenn Heizöl und Diesel rein chemisch miteinander verwandt sind, raten Experten von Europas größtem Automobilclub ebenso vom Fahren mit dem Heizbrennstoff ab. Er sei zum einen als Kraftstoff für Dieselmotoren wegen der unterschiedlichen Besteuerung gesetzlich verboten. Obendrauf könne es zu einer unvollständigen Verbrennung durch zu großen Zündverzug kommen.

Die Auswirkungen: sogenanntes geräuschvolles „Nageln“ des Motors und eine Leistungsminderung, sowie höhere Schadstoffemissionen und eine Verschmutzung des Motors durch stärkere Ablagerungen. Zusätzlich führe eine unzureichende Schmierung der Einspritzpumpe und -düsen zur Leistungsminderung und einem erhöhten Verschleiß in den Pumpen.

Bye-bye Preisschock an der Tankstelle? Ein Drittel der Deutschen sieht im Wasserstoff die Zukunft

Bleibt also nur, an der Tankstelle weiter tief und tiefer ins Portemonnaie zu greifen. Oder sich doch einen Stromer zuzulegen: Immerhin entwickelt ein Unternehmen gerade „Super-Akkus“ für E-Autos mit 160 km Reichweite in 2 Minuten*. Und das, obwohl viele dem E-Auto inzwischen schon eine Absage erteilen – ein Drittel der Deutschen will mit Wasserstoff fahren*. Was sicherlich auch den teils völlig willkürlichen, bis zu doppelt so hohen Strompreise an Ladestationen für E-Autos*, geschuldet ist. Wasserstoff also. Angesichts der aktuellen Situation wahrhaftig keine schlechte Idee. *24hamburg.de, bw24.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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