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Nettester Vermieter Deutschlands: Mitten in Inflation senkt er die Mieten

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Von: Elias Bartl

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Er ist der „Robin Hood“ der Vermieter: Inmitten der Krise senkt ein Eigentümer die Mieten drastisch. „Deren Gehälter steigen nicht, die Ausgaben aber schon.“

Herbertshausen – Besonders für Familien ist die aktuelle Krisenlage derzeit schwierig. Zwar lassen sich mit einfachen Alltagstipps bis zu 1500 Euro im Jahr sparen. Aber steigende Kosten bei gleich bleibenden Einnahmen bereiten vielen schlaflose Nächte. Auch die immer weiter steigenden Mieten in Deutschland können sich immer weniger Familien leisten. In einer kleinen bayerischen Gemeinde fällt ein Vermieter darum umso mehr auf. Im Vergleich zu besonders dreisten Vermietern, die inzwischen bereits „hochwertige Kellerräume“ anbieten, tut dieser Vermieter wirklich etwas Gutes.

Günstige Mietpreise in der Krise – Der netteste Vermieter Deutschlands

Richard Reischl ist seit acht Jahren Bürgermeister der kleinen bayrischen Gemeinde Herbertshausen und besitzt vier Mietwohnungen. Freiwillig und ohne weitere Bedingungen für seine Mieter reduzierte Reischl die Kaltmiete um 100 Euro. Das entspricht ganzen 14 Prozent der Gesamtmiete. Die Mietreduzierung ist vorerst bis Ende des Jahres geplant, sollten die Strom- und Gaspreise weiter explodieren und die Kosten weiterhin so hoch bleiben, will Reischl die Kostensenkung beibehalten.

Nettester Vermieter Deutschlands meint: „Deren Gehälter steigen nicht, die Ausgaben aber schon“

Der Bürgermeister der 330-Seelen-Gemeinde erklärt dem Stern gegenüber: „Meine Mieter sind alles sehr langjährige, zuverlässige Mieter. Ich möchte diese nicht verlieren“. Und weiter: „Deren Gehälter steigen aktuell nicht, die Ausgaben aber schon.“ In einem Facebook-Post macht er seine Aktion öffentlich und erhält viel Beifall.

Miete gesenkt in der Krise: An diesem Vermieter sollte man sich ein Vorbild nehmen

Für den CDU-Politiker sei die Mietpreissenkung sein Beitrag zum menschlichen Miteinander. „Ich finde, jeder Mensch muss einen Beitrag leisten in Krisen und für die Gemeinschaft. Nicht alles kann immer die Politik lösen“, so Reischl. „Ich habe für mich beschlossen, eben auf etwas Einnahmen zu verzichten. Warum sollen nur andere Verzicht üben müssen?“ Für ihn selbst seien die Einbußen „absolut verkraftbar“, erklärt Reischl dem Stern weiter.

Immobilienpreise
Für den CDU-Politiker sei die Mietpreissenkung sein Beitrag zum menschlichen Miteinander. (Symbolbild) © Udo Herrmann / U. J. Alexander / IMAGO

„Nicht jeder muss meinem Beispiel folgen, aber man sollte sich Gedanken machen“

„Ich rufe nicht dazu auf, mir in diesem Beispiel zu folgen, sondern dazu, dass sich jeder Gedanken machen sollte, wie er seine eigene Situation beurteilt und vielleicht etwas geben kann. Und als Mensch in einer christlichen Partei handelt man christlich. Ich möchte Teil einer menschlichen Gemeinde sein und das ist unter anderem mein Beitrag dazu.“ Hoffentlich nehmen sich weitere Vermieter ein Beispiel an dieser tollen Aktion – denn Wohnen wird immer teurer, auch in der Hansestadt Hamburg.

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