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Mutter und Kind bleiben auf A3 liegen – Polizisten bezahlen Tankfüllung

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Von: Bjarne Kommnick

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Eine junge Mutter und ihr Kind bleiben mit dem Auto auf der A3 liegen. Die Lage scheint aussichtslos, bis sich die Polizei als Helfer in Not beweist.

Nürnberg – Statt einer Strafe, gibt es sogar noch ein wenig geschenkt: Eine junge Mutter und ihr kleines Kind sind mit dem Auto auf der Bundesautobahn 3 zwischen den Anschlussstellen Erlangen-Tennenlohe und Nürnberg-Nord liegen geblieben, weil der Tank des Fahrzeuges leer gewesen sei. Doch anstatt eines Bußgeldes bezahlen ihr die Polizisten sogar noch den Tank. Was war vorher passiert?

StadtNürnberg
Bevölkerung518.365
Fläche186,5 km²
Höhe309 m

Mutter und Kind bleiben mit Auto auf A3 liegen, Polizisten bezahlen ihr Benzin aus der Kaffeekasse

Die junge Mutter habe während der Fahrt weder Geld, noch ein funktionierendes Mobiltelefon dabei gehabt. Über die Notrufsäule auf dem Pannenstreifen habe sie noch einen Mitarbeiter des ADAC erreichen können. Doch so gerne er auch wollte, konnte der Mann vom ADAC, der unlängst davor warnte seine Scheinwerfer zu polieren, keine Hilfe zusichern, da die Frau kein Mitglied in dem Verein wäre und eben auch kein Bargeld bei sich hatte.

Nachdem eine Mutter und ihr Baby auf der Autobahn stehen bleiben, kauft die Polizei Sprit für sie
Nachdem eine Mutter und ihr Baby auf der Autobahn stehen bleiben, kauft die Polizei Sprit für sie. © Irina Heß/imago/Matthias Balk/dpa/Montage

Auf Autobahn liegen gebliebene Mutter ruft Autobahnpolizei per Notrufsäule

Dass sie eine Kreditkarte dabei hatte, habe jedoch auch keine Rolle gespielt. Somit war die Mutter mit ihrem jungen Kind auf sich alleine gestellt. Also habe sie die Notrufsäule dieses Mal dafür genutzt, die Autobahnpolizei zu rufen, die bereits kurz später Vorort eingetroffen sei.

Mutter und Kind bleiben auf Autobahn liegen: Polizei besorgt neuen Treibstoff – und bezahlt

Die zwei Beamten der Polizei Erlangen hätten daraufhin einen Benzinkanister mit neuem Treibstoff besorgt, damit die junge Frau ihre Fahrt fortsetzen konnte. Dabei hätten die Polizisten sogar die Tankfüllung bezahlt – aus der „Kaffeekasse“, wie es anschließend in einer Pressemitteilung lautete. So großzügig und bedacht, konnten Mutter und Kind ihre Fahrt nun fortsetzen. Zuletzt rettete die Polizei in Langwedel eine ganze Gänsefamilie von der Autobahn – konnte von der Gänsemutter aber wenig Dank erwarten.

Hilfsbereite Autobahn-Polizisten bekommen viel begeisterten Zuspruch im Netz

Umso begeisterteren Zuspruch bekamen die Kollegen aus Nürnberg: „Schöne Aktion!“, kommentieren Facebook-User das Ganze – oder einfach nur mit: „Rührend“. Eine Userin schreibt: „Hoffe, dass manche mal sehen, dass es eben doch Freund und Helfer sind – und nicht immer die Bösen!“ Dem stimmt einer offenbar aus eigener Erfahrung zu: „Ihr seid echt da, wenn man Hilfe braucht. Toll!“

Polizisten drücken Auge zu: Mutter ohne Benzin bekommt keine Strafe

Eine Strafe droht der jungen Mutter nicht, auch wenn das nicht selbstverständlich ist. Denn weil das Halten wegen Benzinmangels auf der Autobahn laut Bußgeldkatalog eine vermeidbare Handlung ist, müssen sich Autofahrerinnen und Autofahrer mit leerem Tank in der Regel auch dafür verantworten. Normalerweise würden dafür 70 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig werden. Doch dieses Mal scheint die Tortur für die Frau bereits Strafe genug gewesen zu sein. Teuer kann es auch werden, wenn Autofahrer ihr Fahrzeug zu Hause waschen.

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