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Schluss mit Hotel Mama: Mutter verlangt von Teenie-Sohn „Service-Pauschale“

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Von: Bjarne Kommnick

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Weil sich ein 13-Jähriger von seiner Mutter lossagen will, erteilt sie ihm eine Lektion. Er soll Kleidermiete und sein Zimmer zahlen, kochen und putzen.

Arizona – Damit hat der 13-jährige Aaron aus Arizona wohl nicht gerechnet. Als der Schüler begann zu jobben, um sich etwas Taschengeld zu verdienen, beschloss er kurzerhand gleichzeitig seiner Mutter, Heidi Johnson, die „Unabhängigkeit“ zu erklären. Denn er war der Meinung, dass Mama Johnson ihm keine Vorschriften mehr machen dürfe, wenn er ein eigenes Einkommen hat. Doch dabei hat er ganz offensichtlich nur an seine Rechte gedacht, jedoch nicht über eventuell damit verbundene Pflichten.

US-BundesstaatArizona
HauptstadtPhoenix
Fläche295.254 km²
Bevölkerung7,174 Millionen (2020)

Teenager erklärt seine „Unabhängigkeit“: Mutter kassiert sämtliche Sachen

Aaron war fest entschlossen, seinen Plan eiskalt durchzuziehen. Er ließ sich nichts von seiner Mutter mehr sagen, tat nichts mehr für die Schule und fühlte sich der Situation „erwachsen“ gewachsen. Doch seine Mutter Heidi ahnte, dass dieser Plan alles andere als erfolgreich aufgehen wird – und wurde kreativ: Sie schrieb einen Brief, um ihren Sohn Aaron eine ordentliche Lektion zu erteilen, die er so schnell nicht vergessen wird.

Knallharte Lektion: Ein aufmüpfiger Teenager wird ganz schnell wieder zahm, nachdem er den Preis für seine Unabhängigkeit sieht
Nachdem Aaron den Brief seiner Mutter liest, entschließt er sich doch wieder dafür, ihr Kind – und nicht ihr Mitbewohner – zu sein. © Heidi Johnson/imago/Montage

„Du kannst deine Kleidung kaufen, für 3 Dollar pro Tag mieten oder neu verhandeln“

Auf Facebook teilt sie ihr Vorhaben und schreibt: „Das Kind wird heute nach den Worten, die es gestern mit mir gewechselt hat, ein böses Erwachen erleben“. Und weiter: „Nicht nur wird dieser Brief an der Tür zu finden sein, sondern es werden auch seine abgezogene Matratze, das Spielzeug und die Kleidung, die ich gekauft habe, konfisziert“. Ein vergleichbar hartes Durchgreifen wie das der Mutter aus Tennessee, die ein Mini-Gefängnis aus dem Zimmer ihrer Tochter machte. Sie ergänzt: „Er hat drei Möglichkeiten: seine eigene Kleidung kaufen, sie für 3 Dollar pro Tag mieten oder seine Bedingungen als Kind neu verhandeln. Mama ist fertig mit Spielchen und Fußabtreter“.

Mutter erteilt Sohn eine Lektion und fordert über 550 Euro im Monat

Die Ansage scheint deutlicher kaum sein zu können. Doch was steht genau in dem Brief? Sie schreibt: „Lieber Aaron, weil du anscheinend vergessen hast, dass du erst 13 bist und ich deine Mutter bin, und du dich nicht kontrollieren lassen willst, muss ich dir wohl eine Lektion zum Thema ‚Unabhängigkeit‘ erteilen“, ähnlich wie eine Mutter, die ihre Tochter, die Obdachlose beleidigte, zur Strafe im Zelt schlafen ließ.

Anschließend kommt sie sofort zu ihren Forderungen: „Weil du mir außerdem an den Kopf geworfen hast, dass du jetzt Geld verdienst, wäre es am einfachsten, wenn du mir alle Gegenstände, die ich für dich über die Jahre erworben habe, abkaufen würdest“. Zudem müsse er auch für Licht und Internet ab sofort seinen Anteil selbst übernehmen. In Summe bedeutet das für Johnson junior Folgendes: 401 Euro für Miete, 140 Euro für Essen, 108 Euro für Strom und 19 Euro für Internet. Sogar ein 7-jähriger Junge aus den USA soll Miete an seine Eltern zahlen.

Knallhart-Mama stellt Sohn vor die Wahl: Aufräumen oder 28 Euro pro Tag

Zusätzlich würden noch ein paar „soziale“ Aufgaben anfallen: „Außerdem müsstest du Montag, Mittwoch und Freitag den Müll rausbringen sowie an diesen Tagen staubsaugen und durchwischen. Du musst dein Badezimmer wöchentlich reinigen, deine eigenen Mahlzeiten zubereiten und hinter dir aufräumen.“

Sie ergänzt für den Fall, dass ihr Sohn nicht darauf eingehen sollte vorsorglich: „Wenn du das nicht tust, werde ich einen Servicezuschlag von 28 Euro berechnen für jeden Tag, an dem ich das alles für dich übernehmen muss. Wenn du dich dafür entscheidest, dass du doch lieber wieder mein Kind sein möchtest und nicht mein Mitbewohner, können wir die Konditionen neu verhandeln. Liebe Grüße Mama“.

Brief an Sohn geht auf Facebook viral: „Nicht zu hart, genau richtig“

Ihre Erziehungsmethode wollte Johnson eigentlich nur mit ihren Facebook-Freunden teilen. Doch aufgrund ihrer Privatsphäre-Einstellungen ging ihr Post schnell viral. Inzwischen hat der Post über 21.000 Kommentare. Mittlerweile sagt sie, dass die Story gar nicht für eine solch große Reichweite bestimmt sei, und stellt in einem nachträglichen Statement klar, dass sie das nicht getan habe, um ihren Sohn öffentlich zu beschämen. Das Gleiche könnte man denken bei einem Vater aus Ohio, der seine Tochter acht Kilometer zur Schule laufen lässt.

Doch es stellte sich heraus, dass die Reaktionen überwiegend positiv ausfielen. Tatsächlich hat Aaron seinen Fehler eingesehen, sich für sein Verhalten entschuldigt und sich nun wieder zur „Abhängigkeit“ von seiner Mutter bekannt. Auf Facebook kommentiert eine Nutzerin: „So kreativ, er hat es sich ja quasi selbst ausgesucht. Nicht zu hart, genau richtig, er hatte ja die Wahl, welche Option er möchte“.

Mutter erhält für Erziehungsmethode viel Zuspruch: „Bräuchten viele Kinder heutzutage“

Ein anderer Nutzer schreibt: „Das wird er wohl nicht mehr vergessen und vielleicht lernt er den Aufwand wertzuschätzen, den seine Mutter für ihn betreibt“. Ein anderer User wünscht sich, dass mehr Eltern derart durchgreifen: „Das bräuchten viele Kinder heutzutage mal, die haben doch alle den Bezug zur Realität verloren“. Insgesamt erhält die Mutter viel Zuspruch, anders als eine Mutter, die den Hund ihrer Tochter zur Strafe verschenkt hatte: „Du bist meine Erziehungsheldin des Tages“, begeistert sich eine Nutzerin unter dem Foto.

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