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Mehr Arbeitslose im Juni: Ukraine-Effekt zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt

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Von: Bjarne Kommnick

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Im Juni ist die Zahl der Erwerbslosen in Niedersachsen und Bremen gestiegen. Dafür ist auch der „Ukraine-Effekt“ verantwortlich.

Hannover – Die Bundesagentur für Arbeit meldet im Juni einen Anstieg der Arbeitslosen in Niedersachsen und Bremen. Insgesamt gebe es im Vergleich zum Vormonat einen rasanten Anstieg an mehr Menschen, die erwerbslos sind. Doch das sei insbesondere auf den „Ukraine-Effekt“ zurückzuführen, weil die Behörden nun auch die vor dem russischen Angriffskrieg Geflüchteten in die Statistik mit aufgenommen hätten. Denn obwohl die Zahl der Erwerbslosen gestiegen ist, sei auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen gestiegen, was darauf zurückzuführen sei, dass zeitgleich mehr freie Stellen besetzt wurden.

BehördeBundesagentur für Arbeit
HauptsitzNürnberg
Gründung10. März 1952
Bedienstete96.100

Ukraine-Effekt beeinflusst Arbeitsmarkt: Eigentlich sinkt die Arbeitslosen-Quote

„Der Arbeitsmarkt ist weiterhin robust und aufnahmefähig, und unsere Jobcenter sind gut vorbereitet“, erklärte Johannes Pfeiffer, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen-Bremen, am Donnerstag. 223.444 Menschen seien laut neusten Berechnungen in Niedersachsen ohne Arbeit. Doch das seien das sogar 18.552 weniger als im Vorjahr, denn immerhin sei die Zahl vor der Aufnahme der Geflüchteten in die Statistik zurückgegangen.

Arbeitsmarkt Niedersachsen und Bremen: Bundesagentur für Arbeit
Der sogenannte Ukraine-Effekt sorgt für steigende Arbeitlosenzahlen in Niedersachsen und Bremen. © dpa/Sonja Wurtscheid

Ohne den „Ukraine-Effekt“ wäre die Arbeitslosigkeit im Juni in Niedersachsen laut Bundesagentur für Arbeit, die in den kommenden Monaten erneut einen Corona-Bonus für Hartz-IV-Empfänger auszahlt, um rund 0,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat gesunken. Von April zu Mai habe sich die Quote bereits um 0,2 Prozent verringert. In Bremen sei ein ähnliches Muster zu erkennen. In der Hansestadt seien 36.138 Menschen arbeitslos, was einem Anstieg von 0,8 Prozent entspreche. Im Landkreis Diepholz beispielsweise sei die Arbeitslosen-Quote im Juni sogar gesunken, das liege auch daran, dass 60 bis 80 Ukrainerinnen und Ukrainer pro Woche den Landkreis bereits wieder verlassen würden.

700.000 ukrainische Geflüchtete seit russischem Angriffskrieg

Ohne die Aufnahme von Geflüchteten in die Statistik wäre die Arbeitslosenquote um 1,7 Prozent gesunken. Insgesamt liege sie nun bei 9,9 Prozent in Bremen. Insgesamt seien in Deutschland mittlerweile mehr als 700.000 Geflüchtete aus der Ukraine registriert worden seien. Doch Pfeiffer erwartet, dass die Zahl wieder sinken werde: „Die Ukrainerinnen und Ukrainer sind nicht gekommen, um unseren Fachkräftemangel zu lösen. Aber wer qualifiziert arbeiten möchte, bekommt wie jeder andere die ganze Palette an Unterstützungsmöglichkeiten.“

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