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Media Markt und Corona: Elektronik-Riese umgeht 2G-Regelung für Ungeimpfte

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Von: Bona Hyun

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MediaMarkt umgeht trotz Anordnung die 2G-Regelung – und lässt Ungeimpfte einkaufen. Trotz Behördenärger sieht sich der Elektronik-Fachmarkt in München im Recht.

Bayern – Die schärferen Corona-Regeln betreffen diverse Geschäfte, im Einzelhandel gilt die 2G-Regelung. Von der Regel gibt es zwar Ausnahmen, so können Ungeimpfte in Hamburg weiter in vielen Geschäften einkaufen, doch als Bundesland hat nur Niedersachsen die 2G-Regelung im Einzelhandel gekippt*.

Einige Einzelhändler waren gerichtlich dagegen vorgegangen. In einigen Städten, darunter auch Hamburg, momentaner Omikron-Hotspot, wurde eine weitere Kontrollmaßnahme eingeleitet: Einige Einkaufszentren führten 2G Bändchen ein. Nicht alle Geschäfte gehen allerdings mit und befolgen die angeordneten Corona-Auflagen: In Bayern setzte MediaMarkt die 2G-Regel in den Münchner Filialen aus – das hat nun Konsequenzen. Trotz massivem Ärger mit der Behörde, sieht sich MediaMarkt im Recht.

MediaMarktDeutsche multinationale Handelskette
HauptsitzIngolstadt
Gründung24. November 1979, München
Umsatz21,4 Milliarden Euro (2020–2021)

Media Markt und Corona: Ausnahme von 2G – Ungeimpfte dürfen in dem Elektronik-Fachmarkt einkaufen

Der MediaMarkt in München teilte laut chip.de in einer Mail an die Club-Mitglieder des Unternehmens mit, dass die Kunden „ab sofort in dem Markt ohne Vorlage eines Impfausweises oder negativen Coronatests einkaufen“ können. „Um Ihnen ein komfortables und sicheres Einkaufserlebnis zu gewährleisten, passen wir unser Hygienekonzept fortlaufend den aktuellen Gegebenheiten an“ heißt es weiter in der Mail.

Leuchtschrift Mediamarkt MediaMarkt ist zu sehen
Kein 2G im Laden: MediaMarkt geht seinen eigenen Weg © Michael Gstettenbauer/imago

Zuvor hatte ein Unternehmenssprecher in Ingolstadt die Entscheidung vom MediaMarkt auf die jüngsten Beschlüsse vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof zurückgeführt. Die Richter hatten im Dezember entschieden, dass Spielzeug- und Bekleidungsläden für den täglichen Bedarf wesentlich seien – und darum nicht mehr der 2G-Regel unterliegen. Obwohl Elektronikwaren nicht zu den Grundversorgungen gehören, geht MediaMarkt, bei dem Ina Müller einen eigenen Berater hat, seinen eigenen Weg.

Kein 2G bei MediaMarkt – Elektronik gehöre zum Grundbedarf: Behörde geht dagegen vor

Das Kreisverwaltungsreferat hatte nach eigenen Untersuchungen einen Kontrollverzicht der 2G-Nachweise in mehreren Filialen von MediaMarkt und Saturn in München festgestellt. Die Mitarbeiter von MediaMarkt hätten eine Sondergenehmigung für die Filialen beantragt. Trotzdem widerspreche die Unterlassung von 2G-Kontrollen den Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen. Der Kreisverwaltungsrat stehe nun mit den Verantwortlichen in Kontakt und werde bei weiteren Verstößen ein Bußgeldverfahren einleiten. Auch der Non-Food Discount Tedi hatte auf 2G-Kontrollen verzichtet*, weil er sich deutschlandweit als Grundversorger erklärte. Trotz Antrag auf Sondergenehmigung, verhängten die Behörden nach dem Verstoß eine Geldstrafe. Das berichtete die hna.

2G im Handel: Hier können Ungeimpfte in Bayern einkaufen

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München hatte in einem Urteil gewisse Geschäfte im Einzelhandel zu den Grundversorgern definiert. Bayern hatte – wie auch Hamburg – Blumenläden und Weihnachtsbaumverkäufer zu „Grundversorgern des alltäglichen Bedarfs“ erklärt und zählte auch Spielzeugläden dazu. Spielzeug habe für Kinder vor allem in der Weihnachtszeit dieselbe Bedeutung wie für Erwachsene Bücher, Schnittblumen und Gartengeräte.

Eine ähnliche Entscheidung traf der Bayerische Verwaltungsgerichtshof für Bekleidungsgeschäfte, denn auch Mode- und Schuhhändler würden zur „Deckung des täglichen Bedarfs“ gehören. Ungeimpfte haben deshalb freien Zutritt. In weiteren Geschäften ist die 2G-Regelung im Handel regionsabhängig oder davon, ob Grundversorgungswaren im Fokus stehen.

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2G im Einzelhandel: In welchen Läden und Geschäften dürfen Ungeimpfte in Bayern nicht einkaufen?

Die 2G-Regelung gilt in allen Geschäften, die nicht zu den Grundversorgern gehören. Hat das Verwaltungsgericht in Sonderfällen anders entschieden, entfällt die 2G-Regelung. Unter normalen Umständen gilt in allen Läden 2G, die keine Geschäfte für den täglichen Bedarf sind, also alle, die ausschließlich Kleidung, Schuhe, Parfüm, Spielwaren, Stoffe, Elektronik, Teppiche, Wandfarben, Möbel, Küchen, Fernseher und keine Lebensmittel verkaufen. Sie müssen 2G umsetzen.

Weitere inhaltliche Fragen zur Verordnung oder Anträge auf Sondergenehmigungen für Geschäfte in Bayern seien an das Staatsministerium für Gesundheit zu adressieren. *24hamburg.de, hna.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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