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„Wie Knüppel auf‘n Kopp“: McDonald’s erntet mit Regenbogen-Pommes Hohn und Spott

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Von: Yannick Hanke

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Den Pride Month will Fast-Food-Riese McDonald’s nutzen und bringt die „Rainbow Sticks“-Pommes auf den Markt. Der Shitstorm hierfür ist jedoch groß.

Berlin – Wer vermeintlich gute Ideen hat, weiß diese noch längst nicht gut umzusetzen. Das stellt McDonald’s im Juni 2022, dem weltweiten Pride Month, unter Beweis. Der Fast-Food-Riese tritt buchstäblich ins Fettnäpfchen – und das mit den sogenannten „Rainbow Sticks“. Hierbei handelt es sich um bunte Pommes, mit denen McDonald’s ein Zeichen für sexuelle Vielfalt setzen will. Doch der Schuss geht ordentlich nach hinten los, denn die Pommes werden unter anderem mit den Worten kommentiert: „Tolle Farben, aber schmecken wie Knüppel auf‘n Kopp.“

Restaurant:McDonald’s
Gründer:Ray Kroc
Gründung:15. April 1955, San Bernardino, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Umsatz:21,08 Milliarden USD (2019)
CEO:Chris Kempczinski (4. Nov. 2019–)
Hauptsitz:Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten
Videospiel:Happy Meal App
Tochtergesellschaften:McCafé, McDonald's Kanada u.v.m.

McDonald’s will mit Pommes für offene Gesellschaft werben und erntet Shitstorm für „Rainbow Sticks“

„Die sind bunt wie unsere Gesellschaft – und das ist genau richtig so“, heißt es auf der Homepage von McDonald’s. Die bunten Pommes vom Fast-Food-Riesen, die man als „Rainbow Sticks“ bezeichnet, würden nicht aus Kartoffeln, sondern aus Pastinaken, Süßkartoffeln und Rote Bete gemacht. Zudem verweist McDonald’s explizit darauf, dass die „Rainbow Sticks“ vegan sind.

Zu sehen ist eine Portion der „Rainbow Sticks“, den bunten Pommes von McDonald’s.
„Rainbow Sticks“ heißen die bunten Pommes, die Fast-Food-Konzern McDonald’s pünktlich zum Pride Month im Juni 2022 auf den Markt gebracht hat. © McDonald’s

Mit 362 Kilokalorien pro Portion kommen die neuen Pommes von McDonald’s aber fast genauso mächtig daher wie das Original. Eine Portion der „Rainbow Sticks“ mit rund 160 Gramm kostet 3,50 Euro – zu viel, geht es nach diversen Facebook-Nutzern, die der „Produktinnovation“ kritisch gegenüberstehen. Dabei handelte sich McDonald’s erst einen Shitstorm für den „Chicken Big Mac“ ein. Nun wird gestänkert: „Eine Regenbogenverpackung hätte es wohl auch getan“, andere befinden direkt: „Sind wohl eher was für die Vegane Hippster Jugend von heute.“ Also eher nichts für die breite Masse?

Fast-Food-Riese wird wegen „Rainbow Sticks“-Pommes „Pinkwashing“ auf Social Media vorgeworfen

Pünktlich zum Pride Month im Juni, in dem an die Stonewall-Unruhen in den USA Ende der 1960er-Jahre erinnert wird, bei denen sich Lesben, Schwule und Transgender gegen Diskriminierung einsetzten, hat McDonald’s seine Pommes auf den Markt gebracht. Die „Rainbow Sticks“ werden mitunter aber als reines „Pinkwashing“ abgetan. Damit ist eine Marketing-Strategie von Firmen gemeint, bei der mit dem Regenbogen Werbung gemacht wird, um Produkte besser verkaufen zu können.

Der Regenbogen in all seiner Farbenvielfalt gilt seit jeher als Symbol der „LGBTQIA+“-Bewegung, also von Lesben, Homosexuellen, bisexuellen, transsexuellen, queeren, intersexuellen sowie asexuellen Menschen. Dessen ist sich auch McDonald’s bewusst, das im Pride Month Juni mit bunten Pommes aufwartet. Nur blöd, dass die Aktion zumindest auf Social Media floppt und dem Fast-Food-Konzern reine PR vorgeworfen wird. Doch auch mit blankem „Hass“ kennt sich McDonald’s aus,nachdem in England der beliebte Chicken-Burger gestrichen wurde.

McDonald’s wehrt sich gegen Vorwurf der „Queer-Feindlichkeit“ – und wirbt für tolerantes Miteinander

„Pommes sind keine queere Repräsentation. Gebt das Geld als Spenden an queere Einrichtungen/Organisationen“, nimmt ein Twitter-Nutzer McDonald’s in die Pflicht. Bei ihm stoßen die „Rainbow Sticks“ also schon einmal nicht auf positive Resonanz. Das will der Fast-Food-Riese jedoch nicht unkommentiert stehen lassen.

McDonald’s wehrt sich gegen den Vorwurf der „Queer-Feindlichkeit“ und verweist auf die Standorte in Deutschland. Hier würde man nach eigenen Aussagen Diversität und Weltoffenheit unterstützen und für ein tolerantes Miteinander einstehen. Die bunten Pommes von McDonald’s, dessen Drive-In-Angebot auch schon mal von Frauen auf Pferden wahrgenommen wird, werden aber nicht nur auf politischer Ebene diskutiert. Auch der Geschmack der „Rainbow Sticks“ gibt Anlass zum Lästern.

„Schmecken wie Knüppel auf‘n Kopp“: „Rainbow Sticks“ von McDonald’s werden gnadenlos zerrissen

„Leider das Ekligste, was ich je bei euch gegessen habe. Schade“, heißt es beispielsweise auf Facebook. An den „Rainbow Sticks“ von McDonald’s wird auch im Folgenden kein gutes Haar gelassen. Ein weiteres Beispiel? Einer ätzt: „Ich muss sagen die Dinger haben soviel mit Pommes gemeinsam wie ein Elch in der Sahara...“ – „Ich will nicht in einer Welt leben, in der man etwas so grandioses wie Pommes, aus Rote Beete herstellt“, klagt ein anderer Facebook-Kommentator.

Die haben weder ich noch mein Freund trotz viel Ketchup runterbekommen.

Ein Facebook-Nutzer beschwert sich über die „Rainbow Sticks“-Pommes von McDonald’s

Etwas mehr ins Detail weiß eine andere Facebook-Nutzerin über die bunten Pommes von McDonald’s zu gehen. „Ich hatte mich darauf gefreut, also gleich ausprobiert, leider nicht zu empfehlen, labberig und voll fett gesogen“. Einzig die Farbe der „Rainbow Sticks“ wird vereinzelt noch gelobt – um im selben Atemzug doch noch sein Fett wegzubekommen. „Tolle Farben, aber schmecken wie Knüppel auf‘n Kopp“. Das hatte sich McDonald’s, das auch einen Shitstorm für das Festhalten an einer russischen Filiale kassierte, mit Sicherheit anders vorgestellt.

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