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Mann bietet Kontrolleuren Franzbrötchen an: 1.800 Euro Strafe wegen „Bestechung“

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Von: Bjarne Kommnick

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Ein Mann versucht in Hamburg, mit Franzbrötchen und Kaffee einen Strafzettel zu verhindern. Dafür kassiert er eine Geldstrafe von 1.800 Euro – wegen Bestechung.

Hamburg – Diese Idee ging offensichtlich nach hinten los. Der Taxifahrevon 1.8r Volkan T. aus Hamburg muss 1.800 Euro Strafe zahlen, nachdem er zwei Kontrolleure des Hamburger Landesbetriebs mit Franzbrötchen und Kaffee „bestechen“ wollte. Zuvor hatten die ihm nämlich einen Strafzettel wegen Falschparken ausgestellt. Der Vorfall ereignete sich bereits im Juli, doch nun hat ihn ein Gericht in Hamburg zu dieser empfindlichen Geldstrafe verurteilt, genauer gesagt: zu 30 Tagessätzen zu je 60 Euro. Wie es scheint, wäre Volkan T. mit dem bloßen Strafzettel besser weggekommen, nun zahlt er vorerst gleich ein vielfaches mehr pro Tag.

StadtHamburg
Einwohner1,841 Millionen
Fläche755,2 km²
BürgermeisterPeter Tschentscher

Wegen Parkzettel: Mann will Kontrolleure mit Franzbrötchen bestechen – 1.800 Euro Strafe

Eigentlich wollte Taxifahrer Volkan T. seine Frau nur zu einem Arzt in Hamburg fahren. Dabei stellte er seinen Wagen im Halteverbot ab. „Als meine Frau heraus kam, habe ich schon gesehen, dass ich aufgeschrieben wurde“, sagt der Beschuldigte im Prozess vor Gericht. „Ich habe schon gehofft, dass die vielleicht nochmal etwas ändern – das habe ich gefragt. Aber das ging nicht“, erklärt der Angeklagte weiter. Vergangenes Jahr wurde bereits eine Hamburger Polizistin wegen Bestechlichkeit angeklagt.

Ein Bild von einem Hamburger Franzbrötchen
Mit einem Franzbrötchen wollte ein Mann aus Hamburg zwei Kontrolleure bestechen. © Daniel Reinhardt/dpa

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„Sie sehen ja aus, als ob sie Franzbrötchen mögen“: Bestechung oder gar Beleidigung?

Als es also zu spät schien, versuchte Volkan T. offenbar den Kontrolleuren ein Franzbrötchen und ein Kaffee anzubieten, wenn sie den Strafzettel „löschen“ würden. Dabei gesteht er sich vor Gericht jedoch einen Fehler ein: „Der Korpulentere – den habe ich gefragt: Sie sehen ja aus, als würden Sie Franzbrötchen mögen. Aber das sollte keine Beleidigung sein. Ja, das war provokant von mir. Das war nicht gut von mir. Menschlich gesehen, moralisch gesehen, war das nicht korrekt.“ Eine Bestechung habe darin trotzdem nicht erkennen können, schließlich sei die Sache für ihn „schon durch“ gewesen. Auch für eine Frau aus Duisburg hagelt es Strafzettel, weil sie in ihrer eigenen Auffahrt parkt*.

Mann will mit Park-Kontrolleure mit Franzbrötchen bestechen: Aussage gegen Aussage vor Gericht

Vor Gericht kommt es deshalb zu Aussage gegen Aussage. „Haben Sie gesagt: ‚Ich gebe ihnen einen Kaffee aus, wenn Sie mich nicht aufschreiben?“, fragte die Richterin. Volkan T. bleibt dabei: So konkret habe er das nicht gesagt. Doch der Kontrolleur sieht das offenbar anders. „Da hat er zu mir gesagt, er könne mir ja ein Kaffee ausgeben, wenn ich das löschen würde, daraufhin habe ich gesagt, dass das Bestechung sei“. Sein Angebot habe der Taxifahrer laut Zeugenangaben mehrmals wiederholt, weshalb das Gericht die versuchte Bestechung auch als erwiesen ansehen würde. Und Bestechung ist kein Kavaliersdelikt – das zeigt die satte Strafe von 1.800 Euro deutlich. Volkan T. muss sich ähnlich verdattert gefühlt haben wie die Frau aus Berlin, die sich mit einem kuriosen Strafzettel bei Lidl konfrontiert sah. Bleibt zu wünschen, dass er seinen Franzbrötchen-Frust schnell loswird. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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