1. 24hamburg
  2. Stories

„Lektion“: Mutter verlangt von ihren Kindern Geld fürs Weihnachtessen

Erstellt:

Von: Christian Einfeldt

Kommentare

Mutter Deb Hodge lässt Familie und Freunde ordentlich fürs Weihnachtsessen zahlen – auch ihre Kinder. Stolze 47 Euro berechnet sie. Ist das fair oder Abzocke?

London – Für die Londonerin Deb Hodge sei es eine „wichtige Lektion fürs Leben in Sachen Geldmanagement“ – für Außenstehende wohl eher herzlos. Die 47-jährige Mutter verfolgt bereits seit 2018 eine eigensinnige Idee. Mit einem Fest der Liebe hat dieses Konzept auf den ersten Blick wohl nur wenig zu tun. Egal ob aus dem Freundeskreis oder der Familie: Jede Person, die etwas vom Weihnachtsessen abhaben möchte, muss zahlen. Das kuriose Geschäftsmodell macht auch vor ihren Kindern keinen Halt. Auch sie müssen an den Festtagen das Portmonee griffbereit haben.

Stadt:London
Land:England
Fläche:1.572 km²
Bevölkerung:8,982 Millionen (2019)

Kurioses Weihnachtsessen: Alle müssen der Mutter Geld geben – auch die eigenen Kinder

Im Volksmund spricht man nicht ohne Grund vom Fest der Liebe: Dass Weihnachten die Zeit der rührenden Gesten und Besinnlichkeit ist, zeigten bereits Mitarbeiter*innen der Bahnhofsmission, die an Weihnachten Obdachlose in Bremen mit Geschenken* eine Freude machten. Und in England bereitet ein ganzes Polizei-Revier einem Jungen ohne Zuhause eine rührende Bescherung. Andere bringen ihre Nächstenliebe hingegen wenigstens in WhatsApp Weihnachtsgrüßen* zum Ausdruck. Eine Mutter aus England hat eine etwas andere Einstellung zum Fest der Liebe. Es sei ihrer Meinung nach eine Zeit der Besinnlichkeit – bei der sich offenbar selbst ihre jungen Kinder darauf zu besinnen haben, ihr Geld für Truthahn und Schinken zum Festessen zu zahlen.

Seit 2018 sei das Prinzip das gleiche: Jede Person, die bei Familie Hodge am Esstisch Platz nehmen möchte, zahlt zehn Tage im Voraus 40 britische Pfund – umgerechnet etwa 47 Euro. Von ihren Kindern will sich das Festmahl keiner entgehen lassen, und so müssen laut Berichten von bunte.de auch ihre Kinder blechen. Das Alter spielt keine Rolle: Der 24-jährige Sohn Frankie muss genauso zahlen, wie die 18-jährige Elizabeth, die 13-jährige Bella oder gar die siebenjährige Tochter Amelie. „Immerhin“: Während Mutter Deb von Frankie und Elizabeth den vollen Preis zahlen verlangt, müssen Bella und Amelie „nur“ zehn Pfund (etwa 12 Euro) aus ihren Spardosen kratzen.

Weihnachtsessen bei einer Familie.
Bereits am 15. Dezember sammelt Mutter Deb Geld fürs Weihnachtsessen – auch ihre eigenen Kinder müssen zahlen. (Symbolbild) © IMAGO / Shotshop

Weihnachtsessen nur gegen Geld – Mutter erklärt: „Ich hatte es satt, mich um alle Bedürfnisse zu kümmern“

Dieses kuriose Geschäftsmodell ist ähnlich bizarr ist wie die Schadensersatzforderung, die Kunden einem Restaurant stellten, weil das Eis zu kalt gewesen wäre* und annähernd so herzlos wie die Kündigung von 900 Mitarbeiter*innen während eines Zoom-Meetings*. Dass der Preis überhaupt gerechtfertigt ist, sei mal dahin gestellt. Die 47-jährige Mutter jedenfalls ist davon überzeugt, wie ihre Ausführungen auf thesun.co.uk beweisen. „Ich hatte es satt, mich um alle Bedürfnisse zu kümmern, Geschenke zu besorgen, zu kochen – und dann den Rest des Jahres damit zu verbringen, es abzuzahlen, bevor ich wieder von vorne anfing.“ 

Sie wusste nicht mehr weiter – doch dann kam ihr die Idee, Geld von Familie und Freunde zu verlangen. Wie die Bunte berichtet, stoß die Aktion der verzweifelten Mutter bei ihren Verwandten und Bekannten auf wenig Begeisterung. Im Laufe der Jahre wurden die Wünsche immer ausgefallener – und so zog Deb auch die Preise fürs Essen an. Dass selbst ihre Verwandten nur wenig Verständnis für ihre Aktion aufbringen können, scheint die Londonerin schlichtweg nicht zu interessieren. So sagt sie der Sun: „Es ist mir egal, ob die Leute mich hart oder egoistisch nennen“.

Mutter geht es angeblich um Lektion: „ein pädagogisch wertvolles Konzept“

Vielmehr würde sie gerade ihren Kindern eine Lektion erteilen, was es bedeutet, sparsam zu sein. Ihr Konzept, sei pädagogisch wertvoll, davon ist die vierfache Mutter überzeugt. Die siebenjährige Tochter Amelie hätte nach Berichten der Bunte bereits ihren „Geschäftssinn geerbt“. Der ewige Konflikt zwischen Geld und Liebe macht scheinbar auch vor Deb keinen Halt. Gegenüber The Sun sagt sie: „Ich liebe meine Familie und Freunde, aber ich liebe es auch, mehr Geld zu verdienen – das funktioniert für mich.“ Eine Einstellung, die wohl ihresgleichen sucht. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare