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Böhse Onkelz kontern FAZ-Kritik: „Haben mehr Fans als ihr Leser“

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Von: Niklas Hecht

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Böhse Onkelz
Böhse Onkelz. © osnapix/Hirnschal/imago

Auf Facebook teilen die „Böhsen Onkelz“ gegen einen Journalisten der FAZ aus. Seine Konzert-Kritik sei „langweilig und vorhersehbar“.

Frankfurt - Die „Böhsen Onkelz“ haben auf eine Kritik zu einem ihrer beiden Konzerte in Frankfurt am vergangenen Wochenende (23. Juli) mit einem deutlichen Statement geantwortet. Auf Facebook schreibt die Band, der Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sei schon „hektisch und planlos“ zu einem vereinbarten Treffen vor dem Konzert gekommen. In seinem Artikel bediene Darius Hofmann dann das alte Narrativ, dass es den „Onkelz“ nur um Provokation ginge und dass sie sich nicht deutlich genug von rechtsradikalem Gedankengut abgrenzten. Dafür bemühe er jahrzehntealte Liedtexte, darunter unter anderem den Song „Türken raus“, den die Band in ihrem Post als „Dreckslied“ bezeichnet und von dem sie sich inzwischen mehr als deutlich distanziert hätte.

Die Kritik der FAZ sei daher „langweilig und vorhersehbar“. Hofmann schreibt in seinem Text, dass von den „Onkelz“ keine authentische Distanzierung von ihrer rechten Vergangenheit zu erwarten sei, da diese „Unschärfe“ zum rechten Rand ihren Markenkern ausmache. Die Band inszeniere sich als ehrenvolle Gesetzesbrecher, die sich trauen würde, alle zu sagen. Was dabei Ironie und Uberzeugung sei, verschwimme, berichtet fnp.de.

„Böhse Onkelz“ in Frankfurt: „Pathos bei allen okay, nur bei den Onkelz nicht“

Zu dieser Inszenierung kämen laut Hofmann die Sprechpassagen zwischen den Songs, in denen Bassist Stephan Weidner das Publikum dazu auffordere, „zusammenzustehen“ und „eine Einheit zu bilden“. All das ergebe zusammengenommen keine authentische Vergangenheitsbewältigung, sondern eher eine kalkulierte Inszenierung der eigenen Marke.

Auf Facebook fragt die Band, im Hinblick auf den zur Schau gebotenen Pathos, ob das auch den Toten Hosen vorgeworfen würde, wenn diese im ausverkauften Waldstadion „Steh auf, wenn du am Boden bist“ spielen würden. „Anscheinend ist Pathos völlig okay, nur bei den Onkelz eben nicht, da ist er prollig, würdelos und ganz hart pseudo-rebellisch.“

Konzert in Frankfurt: Zwei Besucher werden tödlich von Zug erfasst

Die Band schließt ihren Post mit einem Seitenhieb gegen die FAZ: „Wir haben mehr Fans als ihr Leser, und mit eurer jährlich schwindenden Auflage würden wir künftig an eurer Stelle eher kleine Brötchen backen.“

Nach dem „Böhse Onkelz“-Konzert in Frankfurt am Freitag (22. Juli) waren zwei Konzertbesucher ums Leben gekommen. Eine 25-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann aus Mecklenburg-Vorpommern wurden von einem Zug erfasst und tödlich verletzt. Wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte, ist bislang noch unklar. Die Polizei ermittelt. (Niklas Hecht)

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