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„Keine andere Wahl“: Veganes Restaurant fast pleite – nun gibt‘s doch Fleisch

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Von: Ulrike Hagen

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Weil im veganen Restaurant Gäste ausbleiben, schließt es und kündigt an, mit tierischen Angeboten auf der Karte neu zu eröffnen. Veganer laufen Sturm.

Taunton/Vereinigtes Königreich – Es könnte ein heißer Herbst werden im beschaulichen Taunton in der Grafschaft Somerset. Dort ist das vegane Restaurant „The Mango Tree“ in das Visier von Veganern geraten, weil es ankündigte, sich zu „transformieren“ – und als neues Lokal mit Fleischangebot auf der Karte wiederzueröffnen. Und obwohl sich inzwischen sogar erste Menschen schon wieder vom rein pflanzlichen abwenden – ein Mann, der jahrelang Veganer war, isst nun nur noch Fleisch – ist das Entsetzen groß.

„Große Schande“: Veganes Lokal kann sich nur mit neuem Fleischangebot vor Pleite retten

Dabei wurde das „Mango Tree“ erst 2019 als konsequent veganes Café und Restaurant eröffnet – in „Fürsorge für die Umwelt, die Crew, seine Kunden und alles Leben auf der Erde“. Große Worte, die den Besitzern nun um die Ohren fliegen, wie „Ladbible“ berichtet. In einem Update, das auf Facebook gepostet wurde, teilte das Team des Restaurants nämlich mit, dass es am Samstag, dem 3. September, schließen wird – und später im Jahr unter einem neuen Namen und mit anderem Angebot wiedereröffnet werden soll.

Das Restaurant „The Mango Tree“ in Taunton und eine Köchin, die ein Steak zubereitet
Weil zu wenige Gäste kamen, bietet das zuvor rein vegane Restaurant „The Mango Tree“ bald auch Fleisch an. Veganer toben. (Symbolbild) © @Tauntonvegan/Twitter/imago/Montage

Veganes Restaurant kündigt nach Fast-Pleite „aufregende neue Menüoptionen“ an – sprich: Fleisch 

Versprochen werden vollmundig „aufregende neue Menüoptionen“. Doch die vegane Gemeinde riecht den Braten. Die „kryptische“ Formulierung, lässt sie misstrauisch aufhorchen. Zurecht, wie sich schnell herausstellt. Es wird zukünftig auch Fleischgerichte geben. Und obwohl das Lokal den Kunden versichert, dass es am „gleichen Ort“, mit dem „gleichen Team“ und mit „einigen seiner bekannten pflanzlichen Gerichte“ wiedereröffnet werde, ist die Empörung ähnlich groß wie bei Koch Tim Mälzer, der wegen Fleischfotos einen Veganer-Shitstorm kassierte.

Veganer ätzen: „Das ist eine große Schande. Veganismus ist kein geschäftliches Unterfangen“

„Das Fortbestehen als rein veganes Restaurant ist nicht mehr tragbar, da es nicht genug Kunden gibt, die uns im derzeitigen Format unterstützen“, erklärt das „The Mango Tree“ auf seiner Facebook-Seite. „Wir hatten nur zwei Möglichkeiten. Aufnahme von nicht-veganen Produkten in die Speisekarte oder endgültige Schließung“. Andere Gastronomen griffen da schon viel härter durch. Weil sie „arrogant und selbstgefällig“ sind, bewirtet ein Restaurant keine Veganer mehr.

Doch das strenge Publikum kennt keine Gnade. Es hat kein Verständnis für wirtschaftliche Zwänge: „Das ist eine große Schande. Veganismus ist kein geschäftliches Unterfangen. Es ist eine ethische Philosophie, die das Beste für die Tiere, den Planeten und die öffentliche Gesundheit tut“, motzt ein User.

Veganer-Gäste stinksauer: „Nicht-Veganer werden sich freuen, aber mich habt ihr von nun an verloren“

„Die Nicht-Veganer werden sich wahrscheinlich freuen, dies zu sehen, aber mich habt ihr von nun an verloren“, stellt ein weiterer Gast fest. Ein anderer schließt sich dem an: „Nein, ich werde nicht zurückkommen. Ich schätze, für euch kommt Geld vor Ethik“. Das Restaurant hat inzwischen die Kommentar-Funktion seiner Facebook -Beiträge gesperrt. Ob das radikal überzeugte Veganer, denen auf Social Media ein aggressives Verhalten nachgesagt wird, dauerhaft ruhigstellt, ist fraglich.

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