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Kein Wort zum Krieg: Russische Influencerin weint wegen Instagram-Verbot

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Von: Christian Einfeldt

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Ein Social-Media-Traum platzt: Eine russische Influencerin weint – nicht wegen des Ukraine-Kriegs, sondern weil sie nicht mehr bei Instagram posten darf.

Moskau – In Zeiten des Kriegs gegen die Ukraine gibt es viele Gründe für tiefe Traurigkeit. Das unendliche Leid der vielen Menschen, die Russlands Invasion mit dem Tod zahlen müssen. Der Heimat- und Familienverlust ist für viele ebenfalls ein tiefgreifender Einschnitt in das alltägliche Leben von vielen Menschen derzeit. Andere Menschen hingegen sind aus anderen Beweggründen traurig – weil sie zum Beispiel ihrem Leben als Instagram-Influencer nicht mehr nachkommen können.

Land:Russland
Fläche:17.130.000 km²
Hauptstadt:Moskau
Präsident:Wladimir Wladimirowitsch Putin

Influencerin weint: Nach Putins Social-Media-Verbot kann sie nicht mehr bei Instagram posten

Ihre Tränen sind nicht etwa den unzähligen Toten des Ukraine-Kriegs* gewidmet oder den verängstigten Menschen auf der Flucht. Im Gegensatz zu den 100.000 Hamburgern, die zuletzt auf einer Demo Frieden in der Ukraine einforderten, bedauert sie diese offenbar nicht. Traurig stimmt sie nur, dass ihre Tage als Influencerin gezählt zu sein scheinen. Wladimir Putin veranlasste eine Sperrung sämtlicher Social-Media-Plattformen – ganz zum Leidwesen von Liza Lukasheva. Sie ist einer der vielen russischen Influencer-Stars, deren Lebenstraum aktuell zu platzen droht. Dem Luxus-Lifestyle droht ein jähes Ende – zumindest auf Social Media.

Offensichtlich ist ihre größte Sorge im Moment, dass sie keine Bilder von Speisen aus Restaurants posten kann.

Sprecherin der Online-Plattform Nexta

Für sie ist Instagram mehr als nur Likes und täglich neue Followers: „Für mich ist Instagram einfach alles, es ist meine Seele“, erklärt sie nun auf „Telegram“. Das laut taz.de unabhängig agierende Medienprojekt „Nexta“, das sich gegen die Handlungen Putins positioniert, griff das zitierte Video der russischen Influencerin auf – und verhalf ihr zu einem viralen Hit.

Frau fasst sich an den Kopf.
Influencerin trauert, weil sie nicht mehr Instagram nutzen kann. © Twitter @Nexta

Russische Influencerin trauert wegen Putins Insta-Verbot – und verliert kein Wort über Ukraine-Krieg

Liza Lukasheva nutzt ihre Bekanntheit, um sich über das von Wladimir Putin verhängte Verbot des Facebook-Konzerns Meta* zu bescheweren. Sie klagt über den Verlust einer Arbeit, „mit der ich aufwache, einschlafe und verdammte fünf Jahre meines Lebens verbracht habe“. Zufolge von Spiegel Online bewertete die russische Politik den Konzern Meta, in dem Facebook, WhatsApp und eben Instagram zusammengefasst sind, unlängst als „extremistische Organisation“. Von RTL zitierte Beiträge wie „Tod den russischen Invasoren“, die auf den Meta-Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp im Umlauf gewesen waren, sind als Hintergrund für die fragwürdige Entscheidung Putins zu nennen, nun also alle Kanäle für die Russen abzuschalten.

„Sie kümmert sich überhaupt nicht um die Tausenden von Toten“: Russische Influencerin in der Kritik

Für Liza Lukasheva ist es ein Schock. Angesichts aktueller Gewalttaten, ist ihre Reaktion – die tatsächlich kein Wort über die derzeitigen Geschehnisse verliert – nicht nachvollziehbar. Das weiß auch die Online-Plattform Nexta, die der kaltherzigen Influencerin ja Bühne geboten hatte: „Sie kümmert sich überhaupt nicht um die Tausenden von Toten, einschließlich ihrer Landsleute“, kommentierten „Nexta“-Verantwortliche höchstpersönlich. Das Grundproblem zusammengefasst: „Offensichtlich ist ihre größte Sorge im Moment, dass sie keine Bilder von Speisen aus Restaurants posten kann.“ Und da ringt dann sogar die Medienfrau, die gerade so ziemlich alles schon mal gesehen hat, um Fassung. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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