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In 10 Stunden gebaut: Europas erstes Tiny House aus dem 3D-Drucker

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Von: Bjarne Kommnick

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In Dänemark werden die ersten Tiny House aus dem 3D-Drucker in Europa gebaut. Potenzielle Bauzeit: sensationelle zehn Stunden. Die Kosten: 95.000 Euro.

Holstebro – Für viele ist es der Traum: Leben im Tiny House. Nun hat das dänische Unternehmen 3DCP-Group das erste Tiny House aus dem 3D-Drucker in Europa vorgestellt. Laut Geschäftsführer Mikkel Brich werden durch diese Bauweise bis zu 70 Prozent Beton gespart und 30 Prozent weniger CO₂-Emissionen verursacht als bei herkömmlichen Baumethoden. Sensationell mutet auch die Bauzeit an: der „Druck“ eines Tiny Houses nimmt nur insgesamt zehn Stunden in Anspruch.

Kommune:Holstebro
Bevölkerung:36.489
Höhe:14 m
Region:Midtjylland

In 10 Stunden gebaut: Das erste „Tiny House“ aus dem 3D-Drucker

Der Beton für die Tiny Houses wird Schicht für Schicht mit dem 3D-Drucker aufgetragen. „Wir nutzen die Faszination Zukunft“, so Brich, „Das ist fast Science-Fiction.“ Das Unternehmen weiter: „3D-Druck ist ein Gamechanger in der Bauindustrie. Die Technologie eröffnet neue Lösungen, die es ermöglichen, spannendere Lebensräume zu schaffen, ohne dass die Kosten signifikant steigen“. Zuletzt präsentierte auch die Fachhochschule Münster Deutschlands erstes Haus aus dem 3D-Drucker, das in nur vier Tagen entstand.

Tiny House von 3DCP.
Das dänische Unternehmen 3DCP baut Tiny-Houses aus dem 3D-Drucker. © 3DCP

Leben auf 37 Quadratmeter Wohnraum: tiny aber fein

Insgesamt sei das Tiny House von 3DCP 37 Quadratmeter groß. Darin seien ein Badezimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche und ein Schlafzimmer verbaut. Der Druck des ersten Tiny House von 3DCP per 3D-Konstruktions-Druckers des Hersteller COBOD habe nur 22 Stunden gedauert. Was bereits nach wenig Zeit klingt, könnte noch viel schnell gehen. Denn Brich erklärt, dass bereits zehn Stunden ausgereicht hätten, wenn das Gebäude nicht den dänischen Bauvorschriften hätte entsprechen müssen.

Tiny Houses aus dem 3D-Drucker: Preis soll sich mehr als halbieren

Der Architekt des Tiny Houses, Sebastian Aristotelis von Saga Space Architects, erklärt: „Unser Ziel war es, eine kleine Wohneinheit für Studenten zu bauen, die alle Räume und Funktionen eines normalen Hauses enthalten sollte, aber so kostengünstig ist, dass es sich auch Studenten leisten können“. Er ergänzt: „Wir haben einen Entwurf entwickelt, der jeden Quadratmeter sehr effektiv nutzt. Die Bewohner sollen durch einen großen offenen Bereich in der Mitte das Gefühl haben, in einem viel größeren Haus zu leben.“ Eine echte Alternative also für Wohneigentum in Zeiten von steigenden Immobilienpreisen.

3D-Drucker baut Tiny House in Dänemark.
Schicht für Schicht zieht der 3D-Drucker das Tiny House in die Höhe. © 3DRCP-Group

Ein Tiny House gibt es für 95.000 Euro – und absehbar noch günstiger

Das erste Objekt sei besonders billig in der Produktion gewesen, da lokale Anwohnerinnen und Anwohner Materialien und Arbeitskraft zur Verfügung gestellt hätten. Bislang würde das Tiny House von 3CPD ansonsten etwa 100.000 US-Dollar (ca. 95.000 Euro) kosten. Doch die Hersteller versprechen sich, dass die Kosten mit der Zeit signifikant sinken werden. Brich geht davon aus, dass die Häuser in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren nicht einmal mehr halb so teuer sein werden wie derzeit und das, obwohl Rohstoffe wie Holz und Stahl immer teurer werden.

Bauweise von Tiny Houses „kostensparende Methode für den Bausektor weltweit“

Auch Henrik Lund-Nielsen, Gründer und General Manager des Drucker-Herstellers COBOD, ist von den Tiny Houses überzeugt: „Wir sind stolz darauf, die Technologie für dieses Projekt entwickelt zu haben.“ Das Projekt habe bewiesen, dass die Technologie nicht nur die Wände herstellen, sondern auch beim Bau des Fundaments und des Dachs helfen könne: „Die Herstellung von Dächern mit ungewöhnlichen Formen mit unserer Technologie ohne Schalungsausrüstung ist eine neue und kostensparende Methode für den Bausektor weltweit“, so Nielsen.

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