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Hyundai veräppelt Veganer in Werbespot – die veranstalten Shitstorm

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Hyundai spottet in Werbespot über veganen Lifestyle. Auf Twitter bricht die Hölle los, soagr zum Boykott-Aufrufe gegen den Autohersteller folgen.

Fountain Valley/Vereinigte Staaten – Hyundai entfachte mit ihrer Superbowl-Werbung eine große Debatte im Netz. Eigentlich wollte der südkoreanische Autohersteller für die Service-Leistung „Shopper Assurance“ werben, die Kunden den Kauf eines Wagens vereinfachen soll. Auf die Werbung wurden dann auch viele aufmerksam – allerdings geriet ein Veganer-Seitenhieb zum Riesenthema und nicht die Hyundai Shopper Assurance. Auf Twitter brach die Hölle los – ein Indiz dafür, dass Veganer sich aggressiv im Netz verhalten, wie Umfragen ergaben oder eine völlig berechtigte Reaktion?

Südkoreanischer Automobilhersteller:Hyundai Motor Company
Hauptsitz:Seoul, Südkorea
Umsatz:117,6 Billionen KRW (2021)
Gründer:Chung Ju-yung

Hyundai mokiert Veganer in ihrer Werbung, im Netz hagelt es Kritik – zurecht?

Eines steht fest: Zeitgemäß ist die Werbung schon zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung 2019 nicht mehr. Selbst wenn Hyundai mit der Superbowl-Werbung einen Nerv getroffen hat. Auf Twitter sympathisieren viele mit den Veganern – während es für andere Aktionen der Veganer-Fraktion reichlich Spott gab: Zum Beispiel für eine Veganerin, die ihren Nachbarn verklagte, weil er Fleisch grillte – der rächte sich allerdings genial. Auch die Veganer-Eltern, die ihrem Kind Schnitzeljagd verbieten aufgrund ihres Unwissens, dass das Spiel nichts mit Fleisch zu tun hat, kassieren im Netz Hohn und Häme. Im Fall der umstrittenen Hyundai-Werbung schlug sich ein Großteil des Netzes allerdings auf die Seite der Veganer.

Eine Hand mit dem Daumen nach unten, ein Go Vegan Schild und das Logo von Hyundai
Hyundai macht sich in einem Werbespot über Veganer lustig. Dafür ernten sie einen Shitstorm im Netz. (24hamburg.de Bildmontage) © agefotostock/Shotshop/Sven Simon/imago

Hyundai Werbung: Vegane Dinnerparty wird als Hölle dargestellt

Im provokanten Spot begleitet ein Fahrstuhlführer Gäste im Aufzug zuerst auf dem Weg in die „Hölle“, also in die untersten Etagen, in denen die aussteigenden Menschen eine Reihe unschöner Zwischenstopps erwartet. Je tiefer das Stockwerk, desto schlimmer wird es – auf der vorletzten Etage steigt eine vegane Dinnerparty, auf der die Gastgeberin einen fleischlosen Hackbraten aus Roter Bete serviert. Die aussteigenden Gäste sind sichtbar angeekelt.

Unter anderem hält der Aufzug auch an einer Zahnarzt-Praxis für eine Wurzelbehandlung, bei einem Gerichtsprozess und neben einem überfüllten, lauten Flieger. Alles vergleichbar schlimme Erlebnisse wie eine „Vegan Dinnerparty“ – suggeriert zumindest Hyundai. Die Hyundai Shopper Assurance hingegen befindet sich selbstredend dem Himmel nah im obersten Stockwerk.

Der Hunday-Spot, der Veganer verspottet, erzürnt viele Gemüter: Sehenswert ist er allemal

„Völlig veraltete Sichtweise!“ – Nach diskriminierender Werbung twittern stinksaure Veganer drauf los

Auf Twitter sorgt die Kampagne seit der Veröffentlichung 2019 unter Veganern für Aufregung. „Warum macht ihr euch über Menschen lustig, die Mitgefühl zeigen? Ich werde nie wieder einen Hyundai-Wagen kaufen!“, wettert ein User gegen die Bloßstellung der Veganer in der Werbung. Der „Daily Mail“ zufolge nahm sogar die Tierschutzorganisation „PETA“ Stellung. Ihrer Ansicht nach sei die Werbung nicht zeitgemäß, schließlich sei vegane Ernährung mittlerweile zu einem angesehenem und tierfreundlichen Trend geworden. „Statt ein Auto von Menschen mit veralteten Ideen zu fahren, kauft lieber einen veganen Wagen von Mercedes“, schreibt PETA in ihrem Tweet.

Hyundai stellt vegane Ernährung auf eine Stufe mit Wurzelbehandlung und Gerichtsprozess

Dem schließen sich viele andere Kunden an. „Ihr spottet über eine vegane Dinnerparty? Ich werde mir ab jetzt nur noch E-Autos mit veganem Leder holen“ lautet das klare Statement eines Bloggers. Und auch er will vom Kauf eines Hyundai absehen: „Das Vegan-Bashing ist total unangebracht. Ich werde auf meine Testfahrten mit Hyundai-Wagen wohl verzichten.“ Andere vegane User belehrten die Öffentlichkeit eines Besseren – bei ihnen gäbe es nämlich nicht nur Rote Bete-Hackbraten bei Dinnerpartys.

Dazu teilen sie Bilder von appetitlichen Gerichten, wozu in einem strengen veganen Haushalt neuerdings keine Avocados gehören dürften, weil sie nicht vegan sind. Einen so hitzigen Streit wegen fleischloser Ernährung entfachte zuletzt eine Veganerin mit dem Vorwurf, „Burger essen sei rassistisch“.

Hyundai-Werbung amüsiert Kunden: „Vegane Dinner wären echt das schlimmste!“

Auch wenn Hyundai sich bei Veganern und Veganer-Sympathisanten eher unbeliebt macht, trifft sie den Humor anderer Personen. „Ich fand‘s super. Der Gedanke, wie sehr sich Veganer darüber aufregen, motiviert mich total, ein Hyundai-Auto zu kaufen“, schreibt ein Nutzer. „Vegane Dinner wären echt das schlimmste, was man sich vorstellen kann“, meint ein anderer Nicht-Veganer. Ein Dritter „liebt den Humor von Hyundai“ und ist sehr amüsiert darüber, dass Veganer sich durch die Werbung angegriffen fühlen.

Autohersteller äußert sich zu Vorwurf und rudert zurück: „Wir freuen uns über Veganer!“

Nach dem Vorfall auf Twitter verfasste Hyundai, deren E-Autos Vibration kriegen – für „Gefühlsechtheit“ wie im Verbrenner, eine Nachricht an die vegane Community: „Wir lieben veganes Essen und freuen uns, dass es mehr zu einem Trend wird. Es ist überhaupt nicht verwerflich, vegan zu leben (…). Wir freuen uns über Veganer als Mitglieder unserer Hyundai-Community!“, twitterte der Autohersteller. Zusätzlich veröffentlichten sie das Rezept des Rote Beete-Hackbratens aus der Werbung. „Der Rote Bete-Hackbraten schmeckt ganz gut“, betitelte Hyundai den Post mit dem Rezept. Künftig wird Hyundai sich wohl nicht mehr mit Veganern anlegen.

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