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„Greift immer mehr um sich“: Vater klagt wegen Gendern gegen Lehrerin

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Von: Bjarne Kommnick

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An einem Berliner Gymnasium gendern einige Lehrkräfte konsequent, es gibt gar einen „Pronomen-Stuhlkreis“. Ein erbosterVater zieht nun vor Gericht.

Berlin – Einige Lehrkräfte des Berliner Gymnasiums im Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg setzten auf gendersensible Sprache in der Schule. Mit „Pronomen-Stuhlkreisen“ und gendergerechter Sprache sollen die Schülerinnen und Schüler sensibilisiert werden. Ein Vater zieht deshalb nun vor Gericht, wie die „Berliner Morgenpost“ zuvor berichtet hatte. Er kritisiert den Weg, den die Schule mit diesem Thema geht und wirft der Schulleitung vor, dass Kinder zum „Zwangs-Outing“ gezwungen werden würden.

StadtBerlin
Fläche891,8 km²
Bevölkerung3,645 Millionen
BürgermeisterinFranziska Giffey

Vater klagt gegen Schule, weil „auffällig und extrem konsequent gegendert“ wird

Der Vater erklärt: „Die Gendersprache greift in den Schulen immer mehr um sich. Ich möchte aber, dass meinem Kind in der Schule normgerechtes Schreiben beigebracht wird“. Deshalb habe er einen 15-seitigen Beschwerdebrief an die Schulaufsicht verfasst. Darin fordere er, dass „gegenüber Schülern, Eltern und im Kollegium in dienstlicher Kommunikation in Text und Wort ausschließlich die amtliche Rechtschreibung in Text und Wort verwendet wird.“ Dabei ist Gendern mittlerweile weit verbreitet, jedes dritte deutsche Unternehmen gendert schon. Gefallen tut das nicht allen: H.P.Baxxter findet „gendern zum Kotzen“.

Gendergerechte Sprache in der Schule.
Ein Vater zieht wegen gendersensiblen Sprache im Unterricht eines Berliner Gymnasiums vor Gericht. © dpa/Gregor Bauernfeind

So wie sie derzeit ist, will der erboste Vater die Lage nicht akzeptieren: „Lehrer sind sprachliche Vorbilder, das Hinwegsetzen über die Regeln ist nicht akzeptabel“. Dabei nehme er einzelne Lehrkräfte besonders in die Kritik. Eine Lehrerin „gendert auffällig und extrem konsequent, nicht nur schriftlich in Unterrichtsmaterialien und E-Mails, sondern auch sprachlich, mit Pausen für den Stern“.

Vater zieht gegen Schule vor Gericht: „Pronomen-Stuhlkreis“ gleicht „Zwangs-Outing“

Eine andere Lehrerin würde gar einen „Pronomen-Stuhlkreis“ durchführen, bei dem alle Schülerinnen und Schüler sagen sollen, mit welchen Pronomen sie angesprochen werden wollen: sie, er oder es – also weiblich, männlich oder divers. Das komme einem „Zwangs-Outing“ gleich, so der Vater. Außerdem würden die Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert werden, beim Sprechen und Schreiben zu gendern.

Weil auf seine Beschwerde keine Reaktion folgte, fühle er sich nun gezwungen, vor das Verwaltungsgericht zu ziehen. Denn die „gesellschaftliche und politische Kritik an der Gendersprache und vor allem die dahinterstehenden politischen Ideologien“ würden im Unterricht nicht behandelt werden.

Bildungsverwaltung will Schulleitung „sensibilisieren“: Gendern soll freiwillig sein

Als Grundlage dafür nutzt der Mann den in den 70er-Jahren formulierten Beutelsbacher Konsens, wonach Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben müssten, sich zu kontroversen Themen eine freie Meinung bilden zu können“. Die Bildungsverwaltung stimmte dem ebenfalls zu und wolle die Schulleitung erneut dafür „sensibilisieren“.

Jedoch gelte der Rechtsgrundsatz des „normgerechtens Schreibens“. Das bedeute, dass alles, was fachwissenschaftlich vertretbar ist, nicht als falsch bewertet werden dürfe. Doch auch aus der Bundespolitik gibt es dafür Gegenwind, Frauenministerin Lambrecht will das Gender-Sternchen sogar verbieten. Auch Schauspieler Heiner Lauterbach wettert gegen das Gendern. In Hamburg ist zudem mal wieder die CDU „Von der Sprachpolizei genervt“ und will das Gendern verbieten.

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