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Generation Himbeerbubi: Junge Männer sind schwächer als ihre Väter

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Junge Männer sind schwächer als je zuvor, ergaben US-amerikanische Studien. Demnach sank die Greifkraft in den letzten 30 Jahren deutlich.

Winston-Salem/USA – Die jungen Männer von heute haben nachweislich einen deutlich schwächeren Griff als Männer zwischen 20 und 30 Jahren im Jahr 1985 – also ihrer potenziellen Vätergeneration, so eine Studie, die in der US-amerikanischen Fachzeitschrift „Journal of Hand Therapy“ veröffentlicht wurde.

Wissenschaftsverlag:Elsevier
CEO:Kumsal Bayazit
Hauptsitz:Amsterdam, Niederlande
Gründung:1880, Amsterdam, Niederlande
Dachorganisation:RELX Group

Jung und kraftlos: Heutige Männer haben weniger Kraft als vorherige Generationen

Was für eine Schmach. Nachdem ein Pädagoge die nachwachsende Generation als „aufgeweichte Jammergestalten“ zerreißt, und einige Experten „Helikoptereltern“ die Schuld für eine „Generation lebensunfähig“ geben, nun auch noch diese Botschaft: Die Jüngeren verlieren tatsächlich an physischer Kraft: Zumindest im Vergleich zu ihren Vätern, ergaben ergotherapeutische Studien, die in dem Fachblatt des Elsevier-Verlages publiziert wurden.

Junger Mann mit Bart und orangefarbenem T-Shirt reckt zwei blaue Hanteln in die Luft.
Eine Studie zeigte: Junge Männer können nicht mehr so stark zupacken, wie ihre Väter noch vor 30 Jahren. © Imago/agefotostock

US-Studie belegt: Kraft in Händen ging in den letzten 30 Jahren deutlich zurück

Die Forscherinnen versammelten für die Untersuchung 237 gesunde junge Männer im Alter von 20 bis 34 Jahren – und baten sie, ein Hand-Dynamometer in die Hand zu nehmen, mit dem gemessen wird, wie viel Kraft eine Person mit einem kräftigen Händedruck ausüben kann. Dann verglichen die Versuchsleiterinnen Elizabeth Fain und Cara Weatherford von der Winston-Salem State University diese Messungen mit vergleichbaren Messwerten aus dem Jahr 1985.

Kraftverlust: Bei den 25- bis 29-jährigen ist der Rückgang am stärksten

Das Ergebnis: Die meisten 20- bis 24-jährigen Männer hatten durchschnittlich 101 Pfund (45,8 kg) Kraft in der rechten Hand und 99 Pfund (44,9 kg) in der linken Hand. Das klingt nicht so schlecht – bis man sie mit den 20- bis 24-jährigen Männern von 1985 vergleicht, die im Durchschnitt 121 (54,9 kg) bzw. 105 Pfund (47,6 kg), erreichten. Bei den 25- bis 29-Jährigen ist der Rückgang sogar noch schlimmer: Ihr Griff ist um 26 (11,8 kg) bzw. 19 Pfund (8,6 kg) schwächer als die ihrer Pendants 30 Jahre zuvor.

Frauen haben im Verhältnis weniger an Kraft verloren als Generation ihrer Mütter

Interessant: Frauen, die laut Sylvie Meis „entweder künstlich oder alt“ sind, wiesen im Alter von 20 bis 24 Jahren ebenso Verluste bei der Greifkraft der rechten Hand auf, aber diese fielen geringer aus als bei den Männern. Mit einem durchschnittlichen Rechtshändergriff von 60 Pfund (27 kg) haben sie etwa 10 Pfund (4,5 kg) an Kraft verloren. Ein kräftiger Griff deutet dabei nicht nur auf kräftige Handmuskeln, sondern auch auf starke Handgelenke und Arme hin.

Hirnschmalz statt Körperkraft: Computer und Co. lassen Muskeln schwinden

„Die Arbeitsmuster haben sich seit 1985, als die ersten Normen festgelegt wurden, dramatisch verändert“, erklärt Elizabeth Fain von der Winston-Salem State University, die zusammen mit Cara Weatherford die Studie leitete, gegenüber „npr.com“ dazu: „Wir sind als Gesellschaft nicht mehr in der Landwirtschaft oder im verarbeitenden Gewerbe tätig. Was wir jetzt tun, ist eher technologiebezogen, vor allem für die Millennials.“ Nicht zuletzt hat auch Corona zu mehr Social Media- und Spielsucht bei Jugendlichen geführt.

Wie überall sollten darum auch die Normen im Gesundheitswesen etwa alle 10 Jahre überprüft und aktualisiert werden, meint Mitautorin Fain. Damit wäre eine Neubewertung der Greifkraftmessung längst überfällig. Die Greifstandard-Normen von 1985 sind also selbst nach Forscherinnenmeinung längst überholt, da in Zeiten der Digitalisierung ganz andere Maßstäbe als früher angelegt werden müssen. Durchatmen, Jungs!

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