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„Geht gar nicht“: Kellnerin stellt Gast bloß, weil ihr Trinkgeld zu wenig ist

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Von: Susanne Kröber

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Eine Bedienung bepöbelt einen Gast bei seinem Date, weil ihr das Trinkgeld zu wenig war. Für seinen Beschwerde-Post gab es jede Menge Zuspruch.

USA – Wie viel Trinkgeld sollte man geben? Diese Frage hat sich garantiert schon jeder Restaurantbesucher einmal gestellt. In den USA gibt es prinzipiell eine Richtlinie, an die man sich halten sollte, da das Trinkgeld einen Großteil des Lohnes ausmacht. Ist auf der Rechnung nicht extra ein „Tip is included“ (dt.: Trinkgeld ist inklusive) aufgeführt, sollte man 15 bis 20 Prozent als Trinkgeld auf den Rechnungsbetrag mit draufschlagen. Ist man ganz besonders mit dem Service zufrieden, dürfen es auch 25 Prozent oder mehr sein. Ein Mann gab kürzlich ganze 3.000 Euro Trinkgeld – nun zeigt das Restaurant ihn an.

Schlechter Service? Kellnerin beschwert sich über zu wenig Trinkgeld

Bei einem romantischen Date zog Imgur-Nutzer Noctynight den Unmut einer Kellnerin auf sich und teilte dieses unangenehme Erlebnis anschließend auf der Community-Plattform mit den anderen Usern. Zunächst sei das Date in einem „stilvollen Restaurant“ bestens verlaufen. „Das Date lief gut, das Essen war großartig, unsere Kellnerin war größtenteils gut.“ Doch dann kam die Rechnung und Noctynight musste feststellen, dass er nicht genügend Bares für das Trinkgeld eingeplant hat.

In einem Restaurant überprüft ein Mann die Rechnung.
Nicht genug Trinkgeld? In den USA beschwerte sich eine Kellnerin deshalb lautstark über einen Gast. © IMAGO/CTK/CandyBox

Zu wenig Trinkgeld: Kellnerin stellt Mann vor allen anderen Gästen bloß

Doch der Imgur-User hatte Glück, sein Date half ihm aus der Patsche und steuerte ein paar Dollar bei. Bei einer Rechnung von 70 US-Dollar habe man 80 Dollar bezahlt, das entspricht einem Trinkgeld von etwas mehr als 14 Prozent. Das war der Bedienung jedoch offenbar zu wenig. „Sie fragte, ob etwas Schlimmes passiert ist oder ob wir einen schlechten Service erlebt haben“, so Noctynight. Und das laut Imgur-Post in einer Lautstärke, die dafür sorgte, dass alle anderen Restaurantbesucher mithören durften.

Dabei hatten in letzter Zeit eher umgekehrte Fälle für Schlagzeilen gesorgt: Gäste hatten in vollen Lokalen das Personal bloßgestellt oder übel behandelt. Weil Touri-Gäste so fies zum Personal waren, machte eine Wirtin den vollen Laden dicht, deutlich wurde auch ein anderer Gastronom: Der Wirt erteilte Pöbel-Gästen Hausverbot – und schenkte der Kellnerin die Rechnungssumme. Wenigstens die dürfte dann mit dem finanziellen Auskommen des Abends zufrieden gewesen sein.

Bedienung pöbelt: „Such dir ein passenderes Lokal, wenn du dir das Trinkgeld nicht leisten kannst“

Nicht so die Kellnerin dieser Geschichte. Endgültig genug hatten Noctynight und seine Begleitung dann allerdings, als die Kellnerin erklärt habe: „Wenn du dir das Trinkgeld nicht leisten kannst, dann empfehle ich dir, dir in Zukunft ein passenderes Lokal zu suchen.“ Damit es zu keiner noch größeren Szene kommt, hätten die beiden dann schnell das Restaurant verlassen.

Ganz auf sich beruhen lassen konnte der Imgur-User den Vorfall aber dann doch nicht, wie sein Beitrag auf der Seite zeigt. Auch sein Date habe wenig Verständnis für das Verhalten der Bedienung gehabt. Seine Begleitung sei Chef-Barkeeperin in einem gehobenen Etablissement und „sie sagte mir, wenn sie sowas an ihrem Arbeitsplatz sehen würde, würde es richtig Ärger geben.“ Vielleicht konnten die Chefs sich das im dortigen Restaurant schlicht nicht erlauben? Schließlich herrscht eklatanter Personalmangel, wegen dem Jürgen Gosch bereits sein Sylter Edel-Restaurant dicht machen musste.

Empörung im Netz über Kellnerin, die sich über geringes Trinkgeld beim Gast beschwert

Mehr als 4.400 Kommentare finden sich inzwischen unter dem Beitrag von Noctynight. Während zahlreiche User die niedrigen Löhne der Gastro-Angestellten kritisieren, häufen sich auch Beiträge, die das Verhalten der Kellnerin verurteilen. „Geht gar nicht!“, lautet ein noch harmloser Kommentar. „In solchen Momenten sollte es legal sein, das Trinkgeld wieder wegzunehmen“, schreibt ein User. „Als jemand, der selbst in der Dienstleistungsbranche arbeitet, möchte ich mich dafür entschuldigen. Ich habe Stammgäste, die keine Trinkgelder geben, und ich arbeite immer noch genauso für sie wie alle anderen“, betont eine weitere Nutzerin.

„Diese Bedienung war eine Zicke“: Trinkgeld zu fordern, geht vielen Kommentatoren zu weit

„Diese Bedienung war eine Zicke. Ich hätte das Trinkgeld zurückverlangt und nach dem Manager gefragt. Das war völlig unprofessionell“, lautet ein weiterer Kommentar. Eine gewisse Teilschuld sieht Noctynight jedoch auch bei sich: „Die schlechte Planung war meine Schuld“, erklärt er. Nächstes Mal also einfach ein bisschen mehr Geld einstecken. Ob aus ihm und seiner Flamme nach dem Date ein Paar geworden ist, ist übrigens nicht bekannt.

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