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„Gehalt reicht nicht zum Überleben“: Ganzes Supermarkt-Team schmeisst hin

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Von: Nathalie Wendt, Elias Bartl

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Ein Lohn, der nicht zum Leben reicht und das bei 70-80 Stunden Arbeitszeit pro Woche: Das war einem Ladenteam zu viel – geschlossen hat es gekündigt.

Maine – Der Dollar General Store in den USA ist bekannt für seine günstigen Preise und Schnäppchen. Vom aufblasbaren Swimmingpool, über ein neues Smartphone, Lebensmittel und sogar Hundefutter findet man in dem Superstore. Die Supermarktkette ist so etwas wie der König unter der Billigläden in den USA. Rund 17.500 Filialen gibt es im ganzen Land.

Unternehmen:Dollar General
Hauptsitz:Goodlettsville, Tennessee, Vereinigte Staaten
CEO:Todd J Vasos (3. Juni 2015–)
Umsatz:34,22 Milliarden USD
Gründung:1939, Scottsville, Kentucky, Vereinigte Staaten
Anzahl der Beschäftigten:158.000 (2022)

Ganzes Ladenteam kündigt geschlossen: „Weigern sich, Lebensminimum zu zahlen“

Dass bei den Ramsch-Preisen an anderer Stelle dann gespart werden muss, ist wohl kein Wunder. Immer wieder gerät der Dollar General Store mit schauerlichen Vorwürfen der Mitarbeiter in die Kritik. Zuletzt kündigte ein ganzes Supermarkt-Team, weil es im Laden „unerträglich heiß“ war. Die Innentemperaturen seien höher als die Sommerhitze draußen gewesen – Klimanalage gab es keine.

Ein geschlossener Supermarkt
70-80 Stunden Arbeitszeit pro Woche und ein Lohn, der nicht zum Leben reicht: Das war diesem Supermarktteam zu viel – sie alle haben hingeschmissen. © Imago Images

Niedrige Löhne und die Respektlosigkeit des Unternehmens gegenüber seinen Beschäftigten haben dazu geführt, dass die Beschäftigten in Eliot, Maine, massenhaft gekündigt haben. Bis auf einen Angestellten, haben alle Mitarbeiter der Dollar General Filiale in der Kleinstadt Eliot, die Arbeit niedergelegt. „Während die Unternehmer ständig jammern und sich beschweren, dass sie nicht genügend Mitarbeiter finden, weigern sie sich, das Lebensminimum zu zahlen – und jetzt wehren sich die Arbeitnehmer.“ Offenbar mit Recht: „Das Gehalt reicht nicht zum Überleben – es ist ein Hungerlohn“, gehen die Ausführungen weiter.

„Das Gehalt reicht nicht zum Überleben – es ist ein Hungerlohn“: Alle Supermarkt-Mitarbeiter kündigen gleichzeitig

Zunächst kündigte lediglich die Filialleiterin, nach eigener Aussage war sie es Leid, 70 bis 80 Stunden pro Woche zu schuften und nur für 40 Stunden bezahlt zu werden. Das Unternehmen „beutet seine Angestellten eindeutig aus, indem es sie zwingt, 70-80 Stunden pro Woche an sieben Tagen in der Woche zu arbeiten, und zwar für denselben Lohn wie bei einer normalen 40-Stunden-Woche“, erklärt ein Gewerkschafter.

Ein Mitarbeiter sagte, er habe das Unternehmen am Sonntag nach der Kündigung der Managerin gebeten, dem Personal mitzuteilen, was nun zu tun sei und was sie zu erwarten haben, denn „Ich mache nicht dasselbe durch, wie unsere Managerin“. Als die Geschäftsführung sich nicht zurückmeldete, entschied sich die gesamte Belegschaft ebenfalls zu kündigen. „Wir zählten das Geld in unseren Kassen und riefen die Geschäftsführung an, um zu fragen, wo wir die Schlüssel lassen sollten. Dann gingen wir.“ „Wir haben abgeschlossen und sind gegangen“, fasst ein anderer Mitarbeiter das Ganze zusammen.

Nicht zum ersten Mal – auch an anderen Orten schmeißt die Belegschaft gesammelt hin

Nicht nur im Dollar Store, auch in anderen Läden kommt es vor, dass die ganze Belegschaft hinschmeißt. So etwa bei McDonalds. Dort kündigte das ganze Team mitten in der Schicht und haute ab, das Management soll furchtbar gewesen sein. Oft ist es auch die schlechte Bezahlung, die Arbeiter in die Kündigung treibt: So kündigte ein ganzes Laden-Team geschlossen wegen des Hungerlohns, von dem es nicht leben konnte.

Weil der Besitzer wegen der Sanktionen gar keinen Lohn mehr zahlen konnte, schmiss auch die Crew der Oligarchen-Yacht Dilbar in Hamburg hin. Was aus Ihnen wurde, ist nicht bekannt.

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