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Frau verklagt Krankenhaus – weil sie statt Tochter einen Sohn bekommt

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Von: Bona Hyun

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Eine Frau bringt einen Sohn zur Welt – dabei wollte sie eine Tochter. Weil die Klinik ihren Wunsch nicht erfüllen konnte, reicht sie nun Klage ein.

New York – Eine Frau und ihre Partnerin wünschten sich lange ein Kind. Eine Klinik sollte ihnen den Wunsch durch künstliche Befruchtung erfüllen – das wichtigste: Es sollte eine Tochter werden, doch daraus wurde nichts. Nun wollen sie die Klinik zur Rechenschaft ziehen. Es lässt sich streiten, ob die Klinik die Verantwortung dafür überhaupt tragen kann. Die beiden Mütter sehen sich zumindest im Recht und fühlen sich von der Kinderwunschklinik hintergangen. Völlig ungerecht behandelt sah sich auch eine andere Frau von einem Krankenhaus: Die Veganerin klagt ein Krankenhaus an, weil sie dort nichts zu essen bekam. Tagelang musste sie nur mit Ingwerkeksen und Tee auskommen.

Stadt mit 5 Boroughs:New York
Fläche:783,8 Quadratkilometer
Gegründet:1624
Höhe:10 Meter

Mutter klagt gegen Klinik: Sie wollte Tochter und bekommt Sohn

Die Mütter Heather und Robin wünschten sich schon lange ein Kind und wandten sich dafür an eine Klinik. Durch künstliche Befruchtung wollten sie ein gemeinsames Kind erzeugen – dabei hätten sie sich laut „The Sun“ und „The Telegraph“ bereits vorher auf das Geschlecht geeinigt. Bei den beiden Müttern sollte Heather das gemeinsame Baby austragen und ließ sich künstlich befruchten.

Ein kleines männliches Baby, daneben ein Gerichtshammer
Eine Frau will eine Kinderwunschklinik verklagen, nachdem sie einen Sohn zur Welt brachte – und nicht wie gewünscht eine Tochter. (Symbolbild 24hamburg.de Bildmontage) © candy1812/Adobe Stock/ Picture King/imago

Zunächst klappte alles, doch das Paar erlebte am Tag der Ultraschalluntersuchung eine für sie böse Überraschung: Ungefähr 15 Wochen nach der Befruchtung hatte das Paar herausgefunden, dass sie Heather nicht wie gewollt mit einem Mädchen schwanger war. Bei dem zu erwartendem Kind handelte es sich - da schon deutlich zu sehen - um einen Jungen – dabei sollte es doch ein Baby-Mädchen werden. Deswegen nun vor Gericht zu ziehen, klingt erstmal ähnlich absurd wie der Mann, der seine Eltern verklagte, weil er geboren wurde – „Ich wollte das nicht“ meint er. Und auch das lesbische Paar wollte ganz einfach keinen Jungen – das Babygeschlecht nun einfach zu akzeptieren, kam für de beide Mütter nicht in Frage.

Frau wollten eine Tochter und gebärt einen Sohn – sie gibt Krankenhaus die Schuld

Und so reichten auch Heather und Robin eine Klage ein: Weil die Kinderwunschklinik ihnen, trotz Abmachung, kein Baby-Mädchen versprechen konnte. Heather und Robin hatten zuvor darauf bestanden, eine weibliche Keimzelle implantiert zu bekommen. Umso erstaunter waren die werdenden Mütter über das erste Untersuchungsergebnis. Der „Sun“ gegenüber sagte Heather, wie ihnen „die Kinnlade runterklappte“ bei der Nachricht. Die Mütter waren stinksauer. Da hatten sie wohl nicht mal mehr Zeit, sich zu fragen, wie sie es finden, dass Kinder nicht mehr Mama und Papa sagen sollen – aus Rücksicht sagen sollen. Viele heterosexuelle Eltern versetzt das in Schock.

Der „New York Post“ zufolge, war es beiden Müttern sehr wichtig, ein Mädchen zu bekommen. Bei der künstlichen Befruchtung baten sie die Klinik ausdrücklich darum, nur weibliche Keimzellen für die genetische Implantation auszuwählen. „Wir hatten nie beabsichtigt, männliche Embryonen zu nehmen“, so Heather. „Einen Jungen großzuziehen, ist viel schwieriger“, finden sie. Denn Söhne bekämen nämlich oft von der Gesellschaft vorgeschrieben, wie sie sich zu verhalten hätten und seien gewissen Vorurteilen ausgeliefert. Das wollten die Eltern sich selber und dem Kind ersparen. Sie waren deshalb felsenfest davon überzeugt, es würde sich um ein Missverständnis handeln.

Mutter kann keine Bindung zu ihrem Baby herstellen, weil es ein Junge statt eines Mädchens ist

Heather, die das Kind austragen sollte, war in großer Sorge, sie habe möglicherweise das Embryo eines anderen Paares implantiert bekommen. Doch schließlich mussten die beiden Frauen es akzeptieren: Sie würden einen Jungen zur Welt bringen. Die Mütter waren am Boden zerstört und fühlten sich von der Klinik hintergangen, weil sie ihren Kinderwunsch nicht berücksichtigt hatten. „Wie kann man sowas denn vermasseln?“, sagte Heather in Rage. Während der gesamten Schwangerschaft hätte sie keine Verbindung zu ihrem Baby aufbauen können. „Jetzt muss ich mir klarmachen, dass ich für immer ein ungewolltes Baby großziehen muss.“

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Frau bekam nach Geburt des Sohnes Angststörungen – jetzt sind sie eine glückliche Familie

Das Ganze ging dann so weit, dass Heather unter Angststörungen litt, nachdem das Baby entbunden wurde. So sehr kämpfte sie offenbar gegen die Tatsache, ein männliches Kind zu haben, an. Die Anfangsphase war schwierig, aber mittlerweile liebt Heather ihren Sohn. „Unser Sohn ist wie von Magie gemacht. (...) Er ist sehr witzig und war einfach zu erziehen“, so Heather gegenüber der „New York Post“. Ihr Sohn verdiene das alles nicht – alles, weil die Klinik etwas solch „integrales“ vermasselte. Den Vorwurf, sie sei so egoistisch, wie eine Mutter, die ihre Kinder für Straßenhunde alleine in der Fremde zurücklässt, kann man ihr immerhin nicht machen: Künftig wollen sich Heather und Robin stark bemühen, eine Bindung zu ihrem gemeinsamen Sohn aufzubauen. * 24hamburg.de und kreiszeiung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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