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Frau darf nicht auf eigenem Balkon rauchen – sonst muss sie in den Knast

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Von: Bona Hyun

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Ein Mann geht gerichtlich gegen seine Nachbarin vor, weil sie auf ihrem Balkon raucht. Ihr Urteil: Rauchverbot nach 20.00 Uhr – bei Verstoß droht Knast.

Berlin – Ein Nachbarschaftsstreit endetet vor Gericht – und bei dem Grund dürften wohl viele mit dem Kopf schütteln: Ein Mann verklagte seine Nachbarin, weil sie auf ihrem eigenen Balkon rauchte. Das gerichtliche Vorgehen könnte für genauso hohes Unverständnis unter den Leuten sorgen wie das bundesweite Rauchverbot im eigenen Auto, bei der eine Strafe von 3000 Euro droht,das gerdade im Bundestag diskutiert wird. Doch vor Gericht bekam der Kläger dann sogar recht: Seine Nachbarin Uta F. darf ab 20:00 nicht mehr rauchen – bei Verstoß drohen ihr bis zu 250.000 Euro Strafgebühren oder ein Aufenthalt im Knast.

Hauptstadt und ein Land der Bundesrepublik Deutschland:Berlin
Fläche:891,8 Quadratkilometer
Höhe:34 Meter
Bevölkerung:3,645 Millionen (2019)

Raucherin darf auf eigenem Balkon nicht mehr rauchen – sonst droht Ihr Knast

Mieterin Uta F. wohnt bereits seit 2008 im vierten Stock eines Berliner Mehrfamilienhauses. Dort bewohnt sie ein Apartment von 46 Quadratmeter inklusive Balkon, den sie auch zum Rauchen nutzt: „Ich rauche abends mal zum Wein eine oder zwei. Ab und zu, wenn ich nachts nicht schlafen kann“, so Uta gegenüber der Bild-Zeitung. Auf seinem eigenen Balkon zu rauchen, sollte eigentlich kein Problem sein – zumindest sieht die rechtliche Grundlage kein grundsätzliches Rauchverbot auf dem Balkon vor. Rücksichtslose Raucher hat Hamburg trotzdem auf dem Kieker: Bis zu 90 Euro pro weggeworfener Kippe verlangt Hamburg.

Eine Frau steht am Balkon und raucht
Weil ihr Nachbar vor Gericht zog, darf Uta F. nach 20:00 nicht mehr auf ihrem Balkon rauchen. Bei Verstoß droht ihr Knast oder eine hohe Geldstrafe. (Symbolbild) © ZUMA Wire/imago

Raucherin Uta könnte nun schnell eine sehr viel höhere Geldstrafe erwarten, denn ihr Nachbar aus dem fünften Stock zog vor Gericht – weil sie abends auf ihrem Balkon rauchte. Das berichteten die Bild, die Welt und BZ-Berlin. So endete ein zunächst banal erscheinendes Anliegen doch noch vor Gericht, wie beim Nachbarschaftsstreit – bei dem ein Mann eine Frau nicht mehr Rüdiger nennen darf. Dabei sollten Anwohner doch eigentlich füreinander da sein, sich gegenseitig unterstützen und vielleicht sogar als Nachbar zum Retter in der Not werden, wenn ein Feuer ausbricht.

Nachbar klagt, weil „erheblicher Tabakrauch“ in seine Wohnung dringt – und bekommt recht

So harmonisch ist das Verhältnis zwischen Uta F. und ihrem Nachbarn Marcel P. nun wirklich nicht, im Gegenteil: Der Schichtarbeiter, der eine Etage höher wohnt, ist von dem Rauchgeruch genervt. Medienberichten zufolge fing er sogar an, ein Rauchprotokoll über seine Nachbarin zu führen. Schließlich fühlte er sich so sehr vom Rauchgeruch gestört, dass er gegen seine Nachbarin vor Gericht zog. Gerade in den Abendstunden dringe „durch den überwiegend herrschenden Westwind (…) erheblicher Tabakrauch (…) in die Wohnung“ zitierte BZ-Berlin einen Auszug aus der Klageschrift. Für ihn sei es nachts besonders wichtig, die Fenster öffnen zu können, damit er erholsamen Nachtschlaf erhält.

Urteil rechtskräftig: Frau drohen Knast oder Geldstrafe, wenn sie auf Balkon raucht

Vor Gericht vertrat sich Uta F. selber, um sich die Anwaltskosten zu sparen. Der Richter soll ihr außerdem laut „Bild“ dazu geraten haben, einem Vergleich zuzustimmen, damit sie die Prozesskosten nicht tragen müsse. Das Amtsgericht verurteilte Uta F. schließlich zu einem Rauchverbot zwischen 20.00 am Abend und 06.00 Uhr am Morgen auf ihrem Balkon. Auch eventuellen Gästen soll sie das Rauchen in dem Zeitfenster untersagen. Bei einem Verstoß droht ihr ein Strafgeld von sage und schreibe 250.000 Euro – oder eine sechsmonatige Ordnungshaft.

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Frau darf nicht mal am eigenen Fenster rauchen: Geldstrafe bis zu 250.000 Euro droht

Zudem darf Uta nicht „an den geöffneten Fenstern“ sowie „der geöffneten Balkontür“ qualmen, heißt es in der Bild-Zeitung. Dabei sei Kläger Marcel P. sogar gelegentlicher Partyraucher. Trotzdem hat er wenig Mitleid mit der Angeklagten: „Mal sehen, ob sich meine Nachbarin an den Vergleich hält“, sagt Kläger und Nachbar Marcel. Das Thema Rauchen entfachte immer wieder neue Diskussionen – beim Zoff um die Tabak-Steuer wollte Olaf Scholz auch E-Zigaretten teurer machen und erntete dafür herbe Kritik. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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