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Feuerwehr rettet Ferkel aus Flammen – und grillt sie später als Würste

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Von: Yannick Hanke

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Feuerwehrleute retten Schweinen das Leben – um sie dann als Würste auf den Grill zu schmeißen und zu verspeisen. Wie das kam und was die Landwirtin sagt.

Wiltshire (England) – Bei dieser Story fehlen einem fast die Worte: Ob Mensch oder Tier – die Feuerwehr rettet das Leben von nahezu jedem Geschöpf auf der Welt und adoptiert es sogar manchmal. Das haben auch Einsatzkräfte in der englischen Grafschaft Wiltshire bewiesen, als sie zwei Mutterschweine und deren Ferkel vor einem Brand rettete. Ein Happy End gab es für die Tiere dennoch nicht. Sie landetetn als Würstchen auf dem Grill – und im Magen eben jener Feuerwehrleute.

Feuerwehr rettet Schweine – und verspeist sie dann als Bio-Würste: gegrillt

Als die Scheune der Landwirtin Rachel Rivers brannte, sahen sich ihre achtzehn Ferkel und zwei Muttersäue mit dem drohenden Tod konfrontiert. Zum Glück war die Feuerwehr der „Pewsey Fire Station“ rechtzeitig zur Stelle, um den Tieren das Leben zu retten. Die überglückliche Rivers versprach den Feuerwehrleuten, sich zu bedanken – und zwar mit Bio-Würsten vom Fleisch der geretteten Tiere.

Links tollen zwei Ferkel durch den Matsch. Rechts sitzt ein Feuerwehrmann vor reichlich Würstchen.
Die Feuerwehrleute der „Pewsey Fire Station“ retteten Schweine und Ferkel vor einem Brand. Sechs Monate später endeten die Tiere als Würste auf dem Grill der Einsatzkräfte. (kreiszeitung.de-Montage) © Boris Roessler/dpa/Pewsey Fire Station/Facebook

Ein halbes Jahr nach dem Brand ließ die Landwirtin ihren Worten auch Taten folgen. Die Einsatzkräfte der „Pewsey Fire Station“ erhielten ihre versprochenen Würstchen. Auf Facebook posteten sie direkt Fotos, die ihre Grillaktion dokumentieren. Das sollte sich im Nachhinein als großer Fehler herausstellen, der Aufschrei im sozialen Netzwerk war groß.

Shitstorm für Feuerwehr wegen Facebook-Post – „durften die Früchte unserer Arbeit probieren“

Der Grundtenor der aufgebrachten Facebook-Nutzer: Man könne doch nicht Tiere retten, um sie später zu verspeisen. Das sei schlichtweg verstörend und unappetitlich. Kritik, die bei Landwirtin Rachel Rivers nur auf ungläubiges Kopfschütteln traf: „Das ist das, was wir tun, wir sind kein Zufluchtsort für Tiere. Wir geben den Schweinen die beste Möglichkeit und das beste Leben, das sie für sechs Monate haben können“, sagte sie gegenüber dem englischen „Guardian“.

Das ist das, was wir tun, wir sind kein Zufluchtsort für Tiere. Wir geben den Schweinen die beste Möglichkeit und das beste Leben, das sie für sechs Monate haben können.

Landwirtin Rachel Rivers gegenüber dem „Guardian“

Gerettet Schweine Monate später „fertig“ zur Schlachtung: Würstchen als Dank an Feuerwehrleute

Zum Hintergrund: Die Tiere von Rivers wurden draußen gehalten und biologisch ernährt. Sie seien gerade einmal zwei Wochen alt gewesen, als die Feuerwehr sie retten konnte. Nur sechs Monate später sollten die Schweine und Ferkel auf dem Grill der Feuerwehrleute landen. „Wir durften heute die Früchte unserer Arbeit von dieser Nacht im Februar probieren“, hieß es im mittlerweile wieder gelöschten Facebook-Post. Nach wie vor verfügbar sind aber die Bilder der Feuerwehr im US-amerikanischen Plainfield, die einen Jungen ohne Gäste auf seiner eigenen Party überraschte.

Feuerwehr postet Bilder von Grillaktion mit Fleisch geretteter Schweine – und muss sich entschuldigen

Der durch die Facebook-Nutzer ausgeübte Druck wurde der „Pewsey Fire Station“ zu groß, kurz darauf entschuldigten sich die Feuerwehrleute ebenfalls via Facebook für ihren vorherigen Post:

Wir verstehen, dass dies bei manch einem für Ärger gesorgt hat – wir entschuldigen uns dafür und haben den Post gelöscht.

Die „Pewsey Fire Station“ in einem Facebook-Post

Peta schickt Feuerwehr vegane Würste – damit sie „wahre Helden für die Schweine“ sein können

Auch die Tierschutzorganisation Peta, die zusammen mit einem aufgebrachten Bio-Bauern gegen Volkswagen (VW) klagt, bekam von der Aktion Wind. Sie kündigte sogleich an, den Feuerwehrleuten vegane Würste zu schicken. „Diese armen Ferkel waren letztendlich nicht besser dran, sie entkamen dem Feuer, nur um ihm sechs Monate später zurückgegeben zu werden“, fasste Peta den traurigen Kreislauf des Lebens der Tiere zusammen. Mit veganen Würsten könnten die Feuerwehrleute aber sehen, „wie einfach es ist, wahre Helden für die Schweine zu sein“.

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