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„Hilfe, befreit mich!“: Bankräuber graben Tunnel – und rufen selbst Polizei

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Von: Bjarne Kommnick

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Dümmer geht’s kaum: Nachdem ihr selbst gegrabener Tunnel eingestürzt war, wählten Bankräuber den Notruf. Statt fetter Beute gabs nach der Rettung Festnahmen.

Rom – Mitten im Zentrum von Rom hat die Feuerwehr einen Mann aus einem unterirdischen Tunnel befreit, den er laut Polizei selbst gegraben hat, um eine Bank in der Innenstadt der italienischen Hauptstadt auszurauben. Insgesamt brauchten die Einsatzkräfte ganze acht Stunden, um den Mann zu retten, nachdem er sechs Meter unter der Via Innocenzo XI in der unmittelbaren Nähe des Vatikans gefangen war, wie „theguardian.de“ berichtet.

Stadt:Rom
Bevölkerung:2,873 Millionen
Fläche:1.285 km²
Höhe:21 m

„Hilfe, bitte befreit mich!“: Bankräuber graben Tunnel, der einstürzt – Kollege ruft die Polizei

Den Notruf habe eines von vier mutmaßlichen Gangmitgliedern abgesetzt, dem es zuvor noch selbst gelungen war, den eingestürzten Tunnel rechtzeitig zu verlassen. Als die Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, entschlossen sie sich dazu, ein weiteres Loch zu graben, um an den Mann heranzukommen. Während des Rettungseinsatzes soll er immer wieder „Hilfe, bitte befreien Sie mich!“ gerufen haben.

Feuerwehr in Rom buddelt ein Loch.
Die Feuerwehr in Rom musste einen Bankräuber befreien. © Vigili del Fuoco

Dümmste Bankräuber der Welt graben Tunnel und müssen selbst Polizei rufen

Zunächst gelang es der Feuerwehr, dem Mann flüssige Nahrung und eine Sauerstoffmaske zu reichen. Anschließend konnten die Einsatzkräfte ihn sicher bergen und aus dem selbst gegrabenen Tunnel befreien. Während der Rettungsaktion versammelte sich eine größere Menschenmenge an dem Loch, die die Rettung mit lang anhaltendem Applaus begleitete. Der Mann kam nach der Bergung in ein Krankenhaus, habe jedoch keine lebensbedrohlichen Verletzungen erlitten. Bei einem so langem Einsatz müssten Berliner Feuerleute um Trinkwasser bangen, weil ihnen das Wasser rationiert wurde.

Polizei vermutet geplanten Überfall am Feiertag

Die italienische Polizei nahm im Anschluss an die Evakuierung gleich vier Männer fest. Den Mann aus dem Tunnel, seinen Kollegen, der den Notruf abgesetzt hatte, sowie zwei weitere Personen in Napoli. Allesamt seien polizeibekannt gewesen und für einen Bankraub bereits vorverurteilt. „Wir ermitteln noch. Wir schließen nicht aus, dass es sich um einen Raub handelt“. Erst kürzlich hatte die Polizei in Bremen zwei mutmaßliche Geldräuber am Flughafen festgenommen.

Die Polizei glaubt, dass sich die Täter durch den Tunnel gruben, um den Tresor einer nahe gelegenen Bank zu erreichen. Weiter vermuten die Beamten, dass die mutmaßliche Gang den Überfall für den Montag, also dem Feiertag von Ferragosto, einem italienischen Feiertag, der mit Weihnachten vergleichbar sei, plante – wobei sie die Schließung der Bank und das halb verlassene Rom ausnutzen wollten.

Anwohner bemerken Tunnel-Gräber: „Kam uns nicht verdächtig vor“

Tunnelbeginn sei in einem alten Ladengeschäft, das nun wieder vermietet werde. Anwohnerinnen und Anwohner hätten die Arbeiten sogar wahrgenommen. Ein Mann erklärt: „Niemand hat die Beachtung geschenkt, der Laden war wieder vermietet, wir dachten, die neuen Mieter renovieren den Laden“ und ergänzt: „Das kam uns also nicht verdächtig vor“. Einen kuriosen Einsatz hatte zuletzt auch die Feuerwehr in New Jersey, die einen Löschschlauch durch das Auto eines Parksünders gelegt hatten.

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