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Ex-Architekt von Oligarch Abramowitsch enthüllt: „Die hatten Kriegswaffen“

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Von: Nathalie Wendt, Bona Hyun

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Roman Abramowitsch steht als russischer Oligarch auf der EU-Sanktionsliste. Ein ehemaliger Landschaftsarchitekt zeichnet nun ein erschreckendes Bild.

Cap d‘antibes – Roman Abramowitsch zählt zu den bekanntesten und reichsten Oligarchen – sein derzeitiges Vermögen liegt schätzungsweise bei 8,3 Milliarden Dollar. Allerdings steht er mit weiteren russischen Superreichen auf der Sanktionsliste, sodass er nun erstmal keinen Zugriff auf Reichtum und Luxus hat – im Gegenteil: Oligarch Abramowitsch muss bereits reichen Freunde anbetteln – die sagen allerdings „nein“. Anders als andere sanktionierte Oligarchen hielt den Besitzer des Fußballclubs Chelsea darauf nichts mehr in London, Abramowitsch kehrte Hals über Kopf in seine Heimat Russland zurück. Seine Rolle im Krieg gegen die Ukraine ist unklar – nun berichtet ein ehemaliger Angestellter über den Besitz von Kriegswaffen.

Oligarch Abramowitsch soll „Kriegswaffen und Sturmgewehre“ besessen haben

Seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine ist der russische Oligarch Roman Abramowitsch zur fragwürdigen Figur geworden. Anders als andere russische Oligarchen, die nun mit Putin abrechnen und Russland als „Scheißland“ mit „Scheißarmee“ bezeichen, hat er sich nicht einmal von Kriegsführer Wladimir Putin distanziert. Seit März ist Abramowitsch gar wieder zurück in der alten Heimat. Grund dafür sind die Sanktionen, die keinen Zugriff mehr auf sein Vermögen im Westen zulassen – ob auch eine geistige Nähe zur russischen Kriegsführung dahintersteckt, ist Spekulation.

Abramowitschs ehemaliger Architekt berichtet von „allen Kriegswaffen,die man haben kann“

Deutliche Einblicke in das vorherige Leben des umstrittenen Oligarchen gibt aktuell eine Spiegel-TV-Dokumentation mit dem Titel „Die Oligarchen: Putins mächtige Männer“: Darin enthüllt auch ein ehemaliger Architekt von Abramowitsch Details über dessen Lebensstil – und den Waffenbesitz des Oligarchen. Der Landschaftsarchitekt Mathieu sollte für Abramowitsch einen luxuriösen Garten auf dessen Anwesen in Cap d‘Antibes, einem Ferienort zwischen Cannes und Nizza an der Französischen Riviera errichten. Insgesamt zehnmal habe er darum das Grundstück des Oligarchen betreten

Die Arbeit für Abramowitsch sei „speziell“ gewesen, obwohl er bereits für viele Milliardäre gearbeitet hatte. Mathieu erinnerte sich vor allem an die strikten Sicherheitskontrollen. Das Wachpersonal sei „mit Sturmgewehren und allen Kriegswaffen, die man haben kann“ ausgerüstet gewesen. So erzählt es der Mann wörtlich in der Spiegel-TV-Dokumentation.

Der russische Oligarch Abramowitsch
Der russische Oligarch Roman Abramowitsch soll seine Security mit Kriegswaffen ausgestattet haben. Sein Ex-Architekt enthüllte Details. © ITAR-TASS/imago

Abramowitsch im Zwielicht: Security auf französischem Anwesen soll „krass“ vorgegengen sein

Der Landschaftsarchitekt sei besonders beeindruckt von den strengen Sicherheitsmaßnahmen gewesen. Er habe bei jedem Betreten seine polizeilichen Führungszeugnisse von ihm und seinen Mitarbeitern vorzeigen müssen. Während der Sicherheitskontrollen seien die vielen Security-Mitarbeiter vor Ort „natürlich“ bewaffnet gewesen – sie durchsuchten selbst alle Autos. „Ehrlich, das war krass!“, so fasst es der Ex-Landschaftsarchitekt in der Spiegel-Dokumentation zusammen.

Abramowitschs neues Image als Verhandler im Ukraine-Krieg ist zweifelhaft

Oligarch Abramowitsch gibt sich momentan als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine aus. Der Kreml-Sprecher Dmitri Sergejewitsch Peskow bestätigte unlängst, der russische Milliardär sei „an der Sicherstellung bestimmter Kontakte zwischen der russischen und der ukrainischen Seite beteiligt“, wie „euronews“ berichtete. Abramowitschs eigener Berater verkündete gar, dass der Geschäftsmann von Vertretern Kiews um Unterstützung bei der Erzielung einer Friedenslösung gebeten worden sei. Von ukrainischer Seite bestätigt ist dies indes nicht.

Russischer Oligarch Abramowitsch brachte Yachten vor Behörden in der Türkei in Sicherheit

Unklar ist nun, was aus dem Kriegsgerät von Abramowitsch geworden ist. Konnte er sie in Sicherheit vor Behörden bringen sowie wie die Luxus-Yachten, die Abramowitsch in die Türkei brachte? So viel Glück hatten andere sanktionierte russische Superreiche nicht: Alisher Usmanovs Yacht „Dilbar“ ist längst in Hamburg festgesetzt – ihm ist daraufhin gar die Crew der Oligarchen-Yacht abgehauen und hat hingeschmissen, weil er sie nicht bezahlen konnte. Das Gefühl kennen inzwischen auch Pjotr Awen und Michael Fridman, beide Gründer von Russlands größter Geschäftsbank Alfa-Group: Der eine Oligarch steht nun ohne Putzfrau da und klagt darum: „Wir wissen nicht, wie wir überleben sollen“, der andere Oligarch Friedman jammert über sein „schmales“ Taschengeld von 3.000 Euro.

Russische Oligarchen geraten immer weiter in Verruf: Angestellte packen aus

Immerhin: Viele Oligarchen harren anders als Abramowitsch trotz eingefrorener Konten im westlichen Ausland aus. Mit Ruhm bekleckern sich dabei die wenigsten, lediglich Dmitri Rybolovlev spendete als russischer Oligarch für ukrainische Kriegsopfer, eine „Erhebliche Summe“, wie es heißt. Er ist allerdings auch nicht sanktioniert.

Die von eingefrorenem Vermögen und beschlagnahmten Besitz betroffenen Oligarchen dagegen sprechen in Interviews lediglich über ihr eigenes „Leid“ – Mitgefühl mit der Ukraine scheint nicht gegeben. Das bestätigte kürzlich ein Oligarchen-Assistent, der entsetzt hinschmiss: „Es ist ihnen egal, ob Menschen in der Ukraine sterben. Sie kümmern sich nicht um das Leid in der Ukraine“. Die Superreichen würden sich nur um sich selbst kümmern und darum, „wie sich die Sanktionen auf ihren Champagner-Lebensstil auswirken“, berichtet der Mann gegenüber der britischen Zeitung „The Mirror“.

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