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„Wollen nur drei Tage arbeiten“: Europa-Park-Chef wettert gegen junge Generation

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Von: Sina Alonso Garcia

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Roland Mack
Europa-Park-Geschäftsführer Roland Mack kämpft derzeit mit Schwierigkeiten bei der Personalbeschaffung. © Philipp von Ditfurth/dpa

Der Europa-Park hat derzeit Schwierigkeiten, neues Personal zu finden. Als Grund nennt Geschäftsführer Roland Mack unter anderem die zu hohe Anspruchshaltung der Bewerber.

Rust - Während in den vergangenen 45 Jahren ein Personalengpass für Europa-Park-Chef Roland Mack nicht vorstellbar war, hat er heute große Schwierigkeiten, neue Mitarbeiter zu finden. Insbesondere seit der Pandemie habe sich die Personalsituation verschlechtert, so Mack gegenüber der Basler Zeitung. Er traue sich derzeit nicht einmal, ein neues Hotel zu bauen - aus Sorge, dass die Anzahl der verfügbaren Mitarbeiter nicht reicht, berichtet BW24. Der Zustand mache ihm „wirklich enorm zu schaffen“.

Der Park-Chef fragt sich laufend: „Wo sind denn all diese Leute, die es vor der Pandemie gegeben hat?“ Eine Antwort darauf habe man im Europa-Park noch nicht gefunden. Inzwischen werbe man deshalb Mitarbeiter aus Zentralasien an. „Wir suchen - und finden zum Glück - mittlerweile gute Leute aus Kirgistan und Usbekistan.“ Auch 30 ukrainische Flüchtlinge haben bereits einen Job im Europa-Park gefunden.

Europa-Park-Chef Roland Mack: „Da kommen 25-Jährige und wollen nur drei Tage arbeiten“

Ein Problem in Sachen Personalbeschaffung sieht Mack vor allem darin, dass jüngere Bewerber heutzutage zu hohe Ansprüche hätten. Das Wort „Work-Life-Balance“ bereite ihm Sorgen. „Da kommen 25-Jährige und wollen nur drei Tage arbeiten - dabei haben die das ganze Leben noch vor sich, könnten hier etwas werden, Verantwortung übernehmen, Karriere machen.“ Als „riesiges Problem“ sieht Mack auch das Thema Homeoffice. „Nicht strukturell, das wäre für viele möglich, aber wenn ich an die Gleichbehandlung denke: Das geht einfach nicht.“

Auf die Forderung nach Work-Life-Balance und Homeoffice habe der Europa-Park bereits mit Erhöhungen der Löhne reagiert, so Mack. Doch auch das sei nicht einfach. „Wir zahlen ja schon weit über dem Mindestlohn, haben die Löhne nun nochmals angehoben. Aber das hilft nicht, wenn die erste Frage ist: Muss ich am Wochenende arbeiten?“ Mack betont, dass auch er selbst am Wochenende arbeite und seinen Angestellten das vorlebe, was er von ihnen erwarte. Wenn unsere stärksten Tage im Park die Wochenenden sind, kann ich nicht schön in die Ferien fahren, wenn meine Mitarbeiter hart arbeiten. Ich muss genauso vor Ort sein.“ Er geht jedoch noch weiter: Der Park sei für ihn „auch eine halbe Droge.“ So habe er sein ganzes Leben lang keine Hobbys aufgebaut, weil sein Hobby seine Arbeit sei.

Europa-Park: Roland Mack kritisiert fehlende Wertschätzung seitens der Politik für Freizeitparks

Neben der fehlenden Einsatzbereitschaft von potenziellem Personal kritisiert Mack auch die deutsche Bürokratie, die fehlende Debattenkultur und fehlende Wertschätzung für Freizeitparks seitens der Politik. Erst kürzlich gab der Europa-Park bekannt, die Zahl der Besucher wegen Personalproblemen zu deckeln. Wer den Vergnügungspark besuchen möchte, muss sich vorher online ein Ticket kaufen - oder beim Spontanbesuch auf freie Kapazitäten hoffen.

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