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„Erschreckend“: Tesla fängt Feuer – Fahrer sitzt im brennenden E-Auto fest

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Von: Bjarne Kommnick

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Ein Tesla fängt Feuer, der Fahrer bekommt Panik. Die Technik des Elektroauto macht ihm so zu schaffen, dass er zum Entkommen das Fenster eintreten muss.

North Vancouver – Diese Fahrt wird Jamil Jutha aus North Vancouver wohl nie mehr vergessen. Denn als der Mann mit seinem Tesla vor einer Ampel an der Kreuzung vom Mountain Highway und der Hunter Street halten musste, habe sein Elektroauto aus dem Nichts Feuer gefangen, wie „North Shore News“ zuvor berichtet hatte. Seine Rettung wurde dabei zu einer wahren Tortur, denn eine Kombination aus Panik und der Technik von Tesla erschwerte sein Entkommen aus dem Auto erheblich, denn die Türen von Teslas lassen sich nur elektrisch öffnen. Was ist passiert?

AutoherstellerTesla, Inc.
Gründung1. Juli 2003, San Carlos, Kalifornien, Vereinigte Staaten
HauptsitzAustin, Texas, Vereinigte Staaten
CEOElon Musk (Okt. 2008–)

Tesla fängt plötzlich Feuer – E-Auto-Fahrer kann Türen und Fenster nicht öffnen

Jutha beschreibt, dass sich sein Tesla kurz vor dem Vorfall so angefühlt hätte, als würde es „jegliche Energie“ verlieren. Deshalb habe er versucht die Warnblinkanlage einzuschalten, doch bereits diese habe nicht funktioniert. Währenddessen bemerkte er, dass Rauch durch die Lüftungsanlage auf der Fahrerseite in das Auto eingedrungen sein.

Ein Tesla steht in Flammen.
Wie aus dem Nichts ist ein Tesla in North Vancouver an einer Kreuzung in Flammen aufgegangen – der Fahrer entkommt nur knapp aus dem brennenden E-Auto. © Youtube / screenshot / Sons of Vancouver Distillery

Darauf hin wollte Jutha nach eigenen Angaben den elektrischen Knopf zum Öffnen der Tür betätigen, um das Fahrzeug umgehend zu verlassen. Doch das habe laut seinen eigenen Angaben nicht funktioniert, auch ein Versuch, die Fenster zu öffnen, stellte sich als nicht erfolgreich heraus. So wie es scheint, hatte die Technik des Teslas versagt. Ein Kunde zog gegen Tesla sogar Gericht, weil sein neues Elektroauto wie ein „Unfallwagen“ bei ihm angekommen sei. Zuletzt kündigte ein chinesischer Autohersteller an, Tesla mit einem Wasserstoff-Auto Konkurrenz machen zu wollen.

Tesla-Brand: Technik versagt – Fahrer muss Seitenfenster eintreten

Dass die Technik nicht mehr wollte, bestätigte sich auch in einem weiteren Versuch, dem Fahrzeug zu entkommen. „In Panik versuchte er sogar, seine Tesla-App auf seinem Handy zu öffnen, um den Kofferraum zu öffnen. „Das hat auch nicht funktioniert“, sagt er. Weil sich das Elektroauto zunehmend mit Rauch gefühlt habe, entschloss sich Jutha dazu, das Seitenfenster einzutreten und so seinem Tesla zu entkommen. Nur kurze Zeit später, brannte das komplette Auto: „Das Ganze ist einfach in Flammen aufgegangen“, so Jutha. Aufgrund von Brandgefahr dürfen Elektroautos vielerorts nicht mehr in Tiefgaragen parken.

Doch wie müssen Tesla reagieren, wenn das Auto Feuer fängt und die Technik ausfällt? Da das Öffnen von Türen- und Fenstern in Teslas elektronisch ist, hätten alle Modelle eine sogenannte mechanische Not-Entriegelung, falls die Technik versagt. Im Falle von Jutha, der einen Tesla Y 2021 fährt, befindet sich dieser Notfallhebel unter der Türverkleidung unter der Fenstersteuerung.

Tesla bestätigt: Beim Model 3 haben “nur die Vordertüren einen mechanischen Entriegelungsgriff“

Beim Model S von Tesla müsse der Teppich unter der Sitzbank zurückgeklappt werden, damit die Tür manuell entriegelt werden kann. Im Model X müsse sogar die Verkleidung vom hinteren Lautsprecher aufgebrochen werden, um Zugriff auf das Kabel für die mechanische Entriegelung zu bekommen. Wie efahrer.com berichtet, würden sich beim Tesla Model 3 die Türen im Notfall sogar nur vorne, jedoch nicht hinten öffnen lassen, in einem Handbuch des Autoherstellers heißt es: „Nur die Vordertüren haben einen mechanischen Entriegelungsgriff“.

Warum sind Elektroauto-Brände so gefährlich?

Überwiegend bestehen Akkus von Elektroautos noch aus einer Lithium-Ionen-Batterie. Fängt auch nur eine einzige Zelle des Akkus, wie der sogenannte „Thermal Runaway“, also ein thermisches Durchgehen in Gang gesetzt. Das bedeutet eine unaufhaltsame Kettenreaktion in den Zellen der Batterie. Innerhalb von Millisekunden steigt die Temperatur extrem an und die gespeicherte Energie in den Akku wird schlagartig freigesetzt. (Quelle: rutronik.com)

Teslas haben Notfallhebel für Brandfall – doch die meisten Fahrer kennen die Funktion nicht

Jutha hatte seinen Tesla bereits über acht Monate und wusste zu dem Zeitpunkt des Brandes noch nicht, von der Notfall-Option, um die Türen zu öffnen. Er räumte zunächst den Fehler ein, sich nicht ausreichend informiert zu haben. Doch skeptisch wurde er, als er im Gespräch mit anderen Tesla-Fahrern der Eindruck entstand, dass die meisten Fahrerinnen und Fahrer von diesem Notfalhebel nichts wüssten. „Was wäre, wenn ich eine ältere Person wäre, die es nicht aus dem Fenster heraus schaffen könnte?“, fragt er bange. Rückblickend sagt er knapp: „Es war erschreckend.“ Die Brandgefahr bei Elektroautos ist immer noch ein Problem, sodass erste E-Autos nur noch mit 15-Meter Sicherheitsabstand parken dürfen.

Brandermittler über Tesla-Notfalltechnik: „Nicht unbedingt intuitiv“

Auch der leitende Brandermittler im aktuellen Tesla-Fall, Brian Hutchinson, hat eine Meinung zu der Notfalltechnik von Tesla: Zwar sei es gut, dass es die Notfalltechnik gebe, jedoch „ist sie nicht unbedingt intuitiv“, so Hutchinson, im Falle von Panik sei es somit durchaus eine Herausforderung für Fahrerinnen und Fahrer dem Tesla zu entkommen. Über den Brand sagt er, „das sind Elektrofahrzeuge, also ist es eine andere Art von Vorfall als ein normaler Autobrand“. Zu der Untersuchung des Brandes seien demnach auch Tesla-Vertreter erschienen. Zuletzt entwickelten Forscher sogar bereits eine Substanz, die Elektroautos vor gefährlichen Akku-Bränden vollständig schützen soll. Offenbar bitter nötig.

E-Autos mit Brandgefahr kein Einzelfall – Akku-Brand auch bei Elektrobussen

Zuletzt ist es auch in Paris zu zwei Bränden von Elektrofahrzeugen gekommen, sodass Paris vorerst 149 Elektro-Busse aus dem Verkehr gezogen hat. Ähnlich reagierten mehrer deutsche Städte, die ihre E-Busflotte abgesetzt hatten, weil es unter anderem in Hannover zu einem Bus-Depot-Brand kam, bei dem mehrer Elektrobusse unmittelbar betroffen waren.

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