1. 24hamburg
  2. Stories

Er will so unmenschlich wie möglich aussehen: Mann „verwandelt“ Gesicht

Erstellt:

Von: Bona Hyun

Kommentare

Das Gesicht und sogar die Augen tätowiert, halbierte Ohren, drei Nasenlöcher – alles, um weniger wie ein Mensch auszusehen. Und das soll erst der Anfang sein.

Annaberg-Buchholz – Ein Puzzle-Tattoo im Gesicht, schwarze Augen, halbierte Ohren und drei Nasenlöcher – dieser Künstler aus Sachsen hat mit Gewissheit das auffälligste Gesicht im Erzgebirge. Künstler Benny sieht sich als Individualist, der sich einer 20.000 teuren Verwandlung durchzog. Bennys Gründe, warum er sein Erscheinungsbild entstellte, sind nicht nur ungewöhnlich, sondern auch eine Hassrede an die Menschheit – die nämlich „kotzt ihn an“.

Annaberg-Buchholzgroße Kreisstadt im sächsischen Erzgebirgskreis
Höhe600 Meter
Fläche27,7 Quadratkilometer
Bevölkerung22.248 (31. Dez. 2008)

Künstler mit Gesichtstattoo und halbierten Ohren „kotzt Menschheit an“

Der Künstler, der unter dem Namen „black_depression9“ auftritt, hat in den letzten Jahren sein Erscheinungsbild dermaßen verändert, dass von seinem früheren Ich nichts mehr übrig geblieben ist. Auf die Frage, warum er sein ganzes Gesicht komplett entstellte, antwortete er folgendes: „Ich möchte so unmenschlich wie möglich aussehen“, so der Body-Mod-Künstler in einem Interview mit der BILD. Er will sich also von den Menschen distanzieren. „Weil mich die Menschheit ankotzt.“ Ein klares Statement von dem überzeugten Individualisten. Auch dieser Grund könnte für einige zum Tattoo-Anreiz werden: Eine Hamburger Kneipe lässt alle lebenslang für die Hälfte saufen, die sich das Logo tätowieren.

Ein Mann mit Tattoos im Gesicht und am Körper posiert sitzend
Künstler Benny präsentiert sich auch stolz auf Instagram mit seinem entstellten Gesicht: Puzzle-Tattoo, schwarze Augen und halbierte Ohren. © black_depression9 /instagram(screenshot)

Seine Inspiration fand Benny auf einer Bank am Fichtelberg, dem höchsten Gipfel des Erzgebirges. Er sei mit seinem alten Körper unzufrieden gewesen und wollte seinem Aussehen einen besonderen Look geben. Löwentattoos auf den Armen? Hatte doch schon jeder!  „Ich aber möchte individuell sein wie kein anderer!“, sagte der 29-Jährige der BILD. „Jeder soll tun, was ihn glücklich macht und was ihm gefällt, die Meinung anderer sollte dabei keine Rolle spielen.“, findet er und entschied sich für Puzzle-Motive im Gesicht. Dass jedes Tattoo eine Geschichte erzählt, zeigten auch vom deutschen Rapper Gzuz, der seine Tattoos erklärte. Wesentlich weiter geht da allerdings noch der über und über tätowierte Mensch, der zum Black Alien werden will: Der Mann ließ sich die Hand zur Klaue amputieren.*– und sagt: „Ich bin sehr glücklich mit meinem Körper.“ Na, dann.

Bleiben Sie mit unserem Newsletter stets auf dem Laufenden – kostenlos mit einem Klick anmelden.

Puzzle-Tattoo war der Anfang – es folgten halbe Ohren und ein drittes Nasenloch

Angefangen hatte alles mit harmlosen Selbstbemalungen im Gesicht. Benny hatte sich zunächst selber Puzzle-Muster ins Gesicht gemalt. Über mehrere Jahre verteilt erfolgten dann Tattoo-Sitzungen, wodurch die bunten Bemalungen permanent wurden. Benny tätowierte sich einige Puzzles sogar selber ins Gesicht. Auch in seine Augäpfel wurde viermal Farbe injiziert. Nach den Tattoos folgten die OPs: In einer Operation, ließ er sich seine Zunge in der Mitte spalten, 2021 ließ er sich auf beiden Seiten Teile der Ohrmuschel chirurgisch entfernen. Seine Zähne hatte er sich schon 2018 mit Titan überziehen lassen. Bald ist er sicherlich so sehr entstellt wie der schwarze Alien-Mann – Konkurrenz macht ihm dabei der Junge, der behauptet, ein Alien zu sein – und dem Wissenschaftler glauben*, allerdings ganz ohne optische Transformation.

Ohne hohen Toleranz für Schmerzen hätte Benny diese Verwandlung wohl gar nicht durchstehen können und auch, wenn er mal Schmerzen spürt, scheint es ihn nicht aufzuhalten. Die äußeren Millimeter-Löcher für sein drittes Nasenloch stach er sich sogar selbst „unter sehr großen Schmerzen“. Benny ist noch lange nicht am Ende seiner Verwandlung angekommen: „Es ist ein Endlos-Projekt bis zum Lebensende, an dem ich große Freude habe.“ Allerdings könnte Benny nicht die freie Farbauswahl haben, da es seit 2022 ein Verbot für viele Tattoo-Farben gibt, weshalb Tätowierer in Hamburg starken Umsatzumbruch befürchten. Aber de kreativen Benny fällt sicher noch was ein, um sich wenigstens äußerlich von den Menschen abzugrenzen. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare