1. 24hamburg
  2. Stories

„Enormes Potenzial“: Schwimmende Solarparks sollen Energiekrise lösen

Erstellt:

Von: Bjarne Kommnick

Kommentare

Schwimmende Solarparks sind auf dem Vormarsch. Das Potenzial dafür ist laut Experten „riesig“. Kann so die Energiekrise gelöst werden?

Haltern am See – Schwimmende Solaranlage liegen voll im Trend. Immer häufiger setzen Unternehmen auf die sogenannte „Floating Solar“-Technik, für effiziente Energiegewinnung auf der Wasseroberfläche. Bereits 2023 will der deutsche Energiekonzern RWE die Nordsee für Offshore-Solartechnologie nutzen. Währenddessen schwimmt in Haltern am See bereits ein Vorzeigeprojekt mit 5800 Solarmodulen und damit in Deutschland derzeit das größte seiner Art. Wie viel Potenzial steckt hinter dieser Methode?

StadtHaltern am See
Bevölkerung37.763
Fläche158,3 km²
Höhe40 m

Schwimmende Solarparks „rechnen sich schon jetzt“

„Bei den aktuellen Strompreisen rechnet sich Floating Solar für den Eigenverbrauch schon jetzt“, erklärt Andrea Grotzke, Leiterin des Geschäfts für globale Energielösung des Energieunternehmen Baywa Re. Die Volkswirtin hält das Potenzial für schwimmende Solarparks in Deutschland „riesig“, wie „handelsblatt.com“ berichtet hatte. Insgesamt machen Ökostromerzeuger derzeit Milliardengewinne, auch das erste Solarauto geht in Serienproduktion, genau wie das Elektroauto Aptera, das mit Sonnenenergie fährt.

Haltern am See.
Der schwimmende Solarpark in Haltern am See liefert bis zu drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr. © IMAGO/Rupert Oberhäuser

In einer Erklärung des Unternehmens heißt es zudem: „Von stillgelegten Braunkohle- und Sandgruben bis hin zu Stauseen können schwimmende Fotovoltaikanlagen – Floating-PV-Anlagen – auf ungenutzten Wasserflächen einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Deutschland leisten und der hitzigen Debatte über die Landnutzung für Wohn- und Agrarflächen, sowie für den Ausbau Erneuerbarer Energien den Wind aus den Segeln nehmen“.

Floating Solar birgt laut Experten „enormes Potenzial“

Das sieht auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) so. Demnach würde ein „enormes technisches Potenzial auf gefluteten ehemaligen Braunkohletagebauen und auf anderen künstlichen Seen, insbesondere Baggerseen“ bestehen, wie Harry Wirth, Bereichsleiter Fotovoltaik, Module und Kraftwerke erklärt.

Der Grund dafür liegt in den Gegebenheiten. Solaranlagen lieben Sonne, aber hassen Wärme. Seen würden deutschlandweit ein riesiges Flächenpotenzial deutschlandweit bieten, zudem würden die Anlagen durch das Wasser dauerhaft gekühlt werden. Auch die Natur könnte davon profitieren. Denn die Solaranlagen würden die Sonneneinstrahlung auf der Wasseroberfläche begrenzen, sodass weniger verdunsten und die Technik damit für niedrigere Wassertemperatur sorgen würde.

Ab 2023: RWE setzt auf Solarenergie auf der Nordsee

Der deutsche Energiekonzern RWE setzt künftig ebenfalls auf Floating Solar. In Zusammenarbeit mit dem niederländisch-norwegischen Unternehmen SolarDuck soll bereits ab 2023 das erste Pilotprojekt „Merganser“ auf der Nordsee entstehen. Vor der Küste von Ostende in der belgischen Nordsee soll der Park demnach zunächst eine Kapazität von 0,5 Megawattpeak haben und in einen bereits vorhandenen Offshore-Windpark integriert werden, wie „energie.de“ berichtet hatte. Zuletzt entwickelten Wissenschaftler sogar Solarzellen, die Nachts Strom erzeugen können.

Auch interessant

Kommentare