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„Englisches Atlantis“: Forscher finden versunkene Stadt am Meeresgrund

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Von: Bjarne Kommnick

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Die Stadt Ravenser Oddist vor 650 Jahren im Meer versunken – nun haben Forscher sie wieder entdeckt. Ihnen zeigt sich ein „Atlantis“ vor Englands Küste.

Yorkshire – Es klingt wie der Mythos um die versunkene Stadt Atlantis, doch diese Geschichte ist spektakuläre Realität: Forscher gehen fest davon aus, die vor mehr als 650 Jahren verschwundene Hafenstadt Ravenser Odd vor der Küste Englands wiederentdeckt zu haben, wie die „Sun“ berichtet. Die Stadt vor der Küste der Grafschaft Yorkshire hat für Großbritannien eine gewichtige historische Bedeutung. Ravenser Odd war für seine großen Persönlichkeiten bekannt und stellte einen wichtigen Hafen dar. Nun also endet die jahrzehntelange Suche nach der verlorenen Stadt.

GrafschaftYorkshire
Fläche:11.903 km²
Bevölkerung3.978.484
RegionYorkshire and the Humber

Wie „Atlantis“: Forscher finden verschollene Stadt im Meer vor Englands Küste

Allein der Historiker Phil Mathison verbrachte 25 Jahre seines Lebens damit, nach Ravenser Odd zu suchen. Er ist maßgeblich für die spektakuläre Wiederentdeckung verantwortlich. Er ist zudem Auto des Buches „The Legendary Lost Town of Ravenser“, zu Deutsch: „Die legendäre verlorene Stadt Ravenser“, das Einblicke in die Geschichte der Hafenstadt gewährt. Erst kürzlich hatten Forscher einen vergessenen Kontinent zwischen Asien und Europa wiederentdeckt.

Wissenschaftler:innen der Universität von Hull entdeckten offenbar die Überreste der sagenumwobenen versunkenen Stadt Ravenser Odd
Wissenschaftler:innen der Universität von Hull entdeckten offenbar die Überreste der sagenumwobenen versunkenen Stadt Ravenser Odd. (Symbolbild) © Chris North/imago/Montage

Englische Hafenstadt unter Wasser gefunden: Bereits Shakespeare erwähnte Ravenser Odd

„Die Stadt stellte zwei Abgeordnete im englischen Parlament, hatte eine Kapelle, zwei Wochenmärkte und einen Jahrmarkt. Es gab sogar ein Gericht und ein Gefängnis“, erklärt Geschichtsforscher Mathison. Sogar Shakespeare erwähnte die Stadt in seinen Werken. Auch als wichtiger Hafenstandort sei Ravenser Odd bekannt gewesen, von ihr soll auch der berühmte Yorkshire Tea erstmals in die Welt verschifft worden sein.

Forscher entdecken verschollene Hafenstadt im Meer: Ihr Untergang dauerte nur 50 Jahre

Ebenso in schweren Zeiten sei Ravenser Odd laut Mathison ein wichtiger Ort für das englische Königreich gewesen: „Seine Schiffe spielten in den Konflikten mit Schottland im frühen 14. Jahrhundert eine herausragende Rolle“. Mit der Wiederentdeckung der versunkenen Stadt erfüllte sich Mathison nun einen Lebenstraum: „Sie nach so langer Zeit tatsächlich zu finden, wird die Vollendung eines Lebenswerks sein. Ich bin überwältigt von all dem.“ Vor der Küste Kaliforniens entdeckten Forscher vor kurzem eine Meereskreatur, die das Weltklima retten könnte.

Stürme und Erosionen brachten StadtRavenser Odd zum Versinken im Meer: Untergang datiert auf 1362

Ravenser Odd wurde bereits 1235 gegründet und befand sich an der Spitze von Spurn Head, einem gekrümmten Landstreifen, der in die Nordsee ragt. Nun soll auf Grundlage der neuen Daten ein 3D-Modell der Stadt erstellt werden. Bereits 1362, also nur knapp 130 Jahre nach ihrer Gründung, versank Ravenser Odd im Meer – ungefähr 250 Jahre vor der Geburt des ältesten Meerestieres der Welt, einem 400 Jahre alten Hai.

Der gesamte Prozess des Versinkens hat rund 50 Jahre gedauert. Zunehmende Stürme und Erosionen haben der Stadt zugesetzt, letzten Endes besiegelte eine Sturmflut ihren Untergang.

Forscher über englisches „Atlantis“: Ravenser Odd „könnte Pompeji ebenbürtig sein“

Zunächst gingen viele Wissenschaftler und Historiker davon aus, dass die Stadt weiter draußen auf dem Meer liegen müsse. Nun konnte mithilfe von Sonargeräten jedoch nur einige Meter unter der Oberfläche in Küstennähe mutmaßlich Mauerwerk der Stadt identifiziert werden. Damit bestätigte sich die Annahme von Mathison, der zuvor den Hinweis geliefert hatte, dass die Stadt näher am Meeresufer liegen müsste.

Dr. Steve Simmons, der ein Teil des Forschungsteams ist, erklärt: „Das ist ein bedeutender Fund“. Sein Kollege Professor Dan Parsons geht sogar einen Schritt weiter: „Das könnte Pompeji ebenbürtig sein. Das ist Yorkshires Atlantis“. Er ergänzt: „Es ist faszinierend, aufregend, berauschend – die exakte Lage dieser mittelalterlichen Stadt wurde zuvor noch nie genau bestimmt“. Sibirischen Forschern gelang es, eine 24.000 Jahren alte Spezies zu neuem Leben zu erwecken. Nun vermehren sich diese Lebewesen sogar noch.

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