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„Empfehle Arbeitsamt“: Wirt geht mit provokanter Stellenanzeige viral

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Von: Bjarne Kommnick

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Ein Wirt hat mit einer provokanten Jobausschreibung auf sich aufmerksam gemacht. Er will „die Jugend wachrütteln“ und äußert harsche Kritik.

Steyr – Mit einer kontroversen Jobausschreibung hat ein Wirt aus dem österreichischen Steyr auf sich aufmerksam gemacht – und ist damit auf Social Media viral gegangen. Auf Facebook postet er ein Stellenangebot, in dem er angibt, dass er neue Kellnerinnen und Kellner für sein Lokal in der oberösterreichischen Kleinstadt suchen würde. Doch dabei handelt es sich nicht etwa um eine gewöhnliche Suche nach neuem Personal, denn der Wirt will junge Menschen wachrütteln und geht hart ins Gericht.

StadtSteyr
Fläche26,56 km²
Höhe310 m
Bevölkerung38.395 

Wirt will mit provokanter Stellenanzeige junge Leute wach rütteln – und kassiert Shitstorm

In der Ausschreibung heißt es in großer Schrift: „Sie suchen einen Job mit einer vier Tage Woche“ und „möchten nach genau acht Stunden nach Hause gehen? Sie möchten gerne Ihr Handy ständig bei sich haben, um über Social Media Netzwerke immer am laufenden zu sein“ und „es ist ihnen wichtig einen genau geregelten und zeitlichen Arbeitsablauf zu haben und sie möchten auch am Wochenende ihre Freizeit genießen?“.

Die viel diskutierten Stellenanzeige eines Wirts auf Personalsuche
In einer provokanten Stellenanzeige wirft ein Wirt aus dem österreichischen Steyr der jungen Generation nun u.a. vor, „ständig das Handy bei sich haben, um über Social Media Netzwerke immer am laufenden zu sein“. Dafür hagelt es auf Facebook einen kleinen Shitstorm. © Screenshot Facebook

Unverschämter Wirt? Er empfiehlt Personal mit Ansprüchen das Arbeitsamt

Welche junge Kellnerin oder junge Kellner könnte bei so einer Jobbeschreibung widerstehen? Doch der Hacken an der Sache zeigt sich, wenn man auch das Kleingedruckte beachtet. Denn in kleineren Buchstaben darunter geschrieben: „Sollte Sie diese Anforderung ansprechen, dann rufen Sie bitte nicht bei uns an, da mir dafür die Zeit zu kostspielig ist. Als Empfehlung würde ich Ihnen das Arbeitsamt nahelegen und eine Umschulung beantragen“. Zuletzt machte auch ein Hamburger Chef auf sich aufmerksam, der keine jungen Leute mehr einstellen will.

„Ziel war es, die jungen Leute wachzurütteln“: Wirt verzweifelt bei Personalsuche

Denn wer sich von der Jobausschreibung im ersten Moment hat täuschen lassen, habe keinen Platz in dem Lokal des Wirtes. Der Grund dafür ist die Erfahrung, die er auf dem Personalmarkt gemacht habe. Laut dem Wirt war die Ausschreibung ein „verzweifelter Hilfeschrei“. Gegenüber „heute.at“ erklärt er: „Ich habe mir das lange Zeit überlegt. Mein Ziel war es, vor allem die jungen Leute wachzurütteln“. Manche Experten sagen sogar, dass Eltern eine „Generation lebensunfähig“ produziert hätten. Ähnlich sieht das wohl ein Gastro-Kollege des österreichischen Lokalbetreibers: Der Wirt wettert gegen die junge Generation, „haben es nicht nötig zu arbeiten“, stänkerte er erst vor kurzem medienwirksam.

Wirt berichtet, ein Bewerber habe gar Homeoffice gefordert

Er berichtet von Bewerberinnen und Bewerbern, die ihn zum Verzweifeln gebracht hätten. „Ich habe bereits 3.500 Euro für Ausschreibungen gezahlt und noch nie so viele unfähige Bewerber gehabt“, beschwert sich der Wirt. Ein Kellner habe beim Vorstellungsgespräch sogar gefordert, im Homeoffice arbeiten zu dürfen. Wie er das in der Praxis umsetzen wollte, habe er offen gelassen. Keine leichten Zeiten für Gastronomen, erste Restaurants bitten aufgrund der Energiekrise derzeit schon zur Vorkasse. Wegen steigender Kosten verlangt ein Restaurant gar Eintritt al „Kostenbeitrag“,den die Gäste leisten sollen.

Ein Wirt steht traurig in seinem leeren Lokal
Ein österreichischer Wirt findet kein Personal. In einer provokanten Stellenanzeige wirft er der jungen Generation nun u.a. vor, „ständig Das Handy bei sich haben, um über Social Media Netzwerke immer am laufenden zu sein“. (24hamburg.de-Bildmontage) © Dirk Jäger/Unsplash/Screenshot Facebook

„Viele beleidigende Kommentare“: Bewertung des Lokals leidet unter kurioser Stellenausschreibung

Aufgeben möchte der Wirt dennoch nicht: „Vielleicht schaffe ich es ja noch, die Jugend für die Gastro zu begeistern.“ Ob die Anzeige dafür der goldene Weg war, darf bezweifelt werden. Immerhin hat ihn die Aktion auf Facebook auch einen Shitstorm eingehandelt. Unter den Google-Bewertungen und in den Kommentarfeldern findet sich harsche Kritik wieder, ähnlich wie bei dem frechsten Autohändler Deutschlands, der seine eigenen Kunden beleidigt. Doch aus der Branche hätte er insbesondere positive Rückmeldungen bekommen: „Meine Kollegen aus der Branche riefen mich an, um mir zu gratulieren. Es gibt aber auch viele beleidigende Kommentare“.

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