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„Einkaufspreis verdoppelt“: Wirt bittet ab sofort zur Vorkasse

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Von: Bjarne Kommnick

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Seit 1996 können Gäste im Neugrunaer Sportcasino eine Gans bestellen, essen und danach bezahlen. Nun bittet die Gastro jedoch erstmals zur Vorkasse.

Dresden – Die Traditionsgaststätte „Neugrunaer Sportcasino“ im Dresdener Stadtteil Blasewitz ist für seinen köstlichen Gänsebraten bekannt. Und das bereits seit rund 26 Jahren, als André Berthold den Gastronomiebetrieb übernahm: „Seitdem gab es immer Martins- und Weihnachtsgans“, wie der Gastronom gegenüber der „Bild“ erklärt. Nun müssen seine Gäste erstmals schon eine Woche vor dem Essen für die Gans zahlen, damit sie diese überhaupt bestellen können. Der Grund: Die steigenden Kosten, derentwegen auch schon ein Restaurant Eintritt verlangt.

StadtteilBlasewitz
Einwohner10.083
Fläche2,84 km²
StadtDresden

„Einkaufspreis mehr als verdoppelt“: Gastronomie schützt sich mit Vorkasse

„Der Einkaufspreis hat sich mehr als verdoppelt“, beschreibt Berthold die Situation. Das führe dazu, dass er „für eine Portion über 35 Euro nehmen müsste“, so der Gastronom. Seine Kundschaft sei nicht dazu in der Lage, so viel zu zahlen. „Wir leben hier nicht von Touristen, die bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. Hier kommt der ganz normale Dresdner hin, da können wir nicht solche Preise aufrufen“. Zuletzt machte auch ein Wirt in Cardiff auf sich aufmerksam, der seinen pöbelnden Gästen Hausverbot erteilt hatte.

Ein Koch mit einer gebratenen Gans und zwei Hände öffnen ein Portemonnaie
Wegen der gestiegenen Kosten müssen Gäste im Neugrunaer Sportcasino den beliebten Gänsebraten im Voraus bezahlen. (Symbolbild) © Richard Lautens/Erwin Wodicka/imago/Montage

Gänsebraten eine Woche vorher bezahlen: Gastronom mit drastischen Maßnahmen

Doch warum bittet Berthold dann zur Vorkasse? Damit will er sich schützen. „In den letzten Jahren wurde oft für große Gruppen reserviert, doch häufig kamen dann nicht mehr als zwei oder drei Gäste. Doch die Gänse waren besorgt.“ Was in der Vergangenheit „nur“ ein unglücklicher finanzieller Schaden für das Neugrunaer Sportcasino war, würde nun also doppelt so schwer wiegen, denn besonders regionale Gänse sind knapp. Sogar die Niedersächsische Landwirtschaftskasse rät mittlerweile zu frühzeitigen Vorbestellungen.

Neugrunaer Sportcasino: Gans bestellen nur möglich, wenn Gast eine Woche vorher zahlt

Zwar werde die Gans nicht mehr wie gewöhnlich auf der Speisekarte angeboten, jedoch möchte er sie seinen Stammkundinnen und Stammkunden, die dennoch bereit sind, so viel dafür zu zahlen, den Braten nicht verwehren. Interessierte müssen nun aber bereits eine Woche im Voraus zahlen. Dann werde das Gericht wie in den 26 Jahren zuvor besorgt, gefüllt, gebraten und serviert.

Für Gäste, die es spontaner mögen, ist die Gans im Sportcasino vorerst also keine Option mehr. Dennoch verspricht Berthold Alternativen, die der Gastronom anbieten wird: „Wildgulasch und Hirschbraten wird es auf jeden Fall geben“. Immerhin muss die Gans nicht zwangsläufig gegessen werden, wie Polizisten auf der A27, die eine Gänsefamilie vor dem Tod gerettet haben, zuletzt gezeigt hatten.

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