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„Einfach ekelhaft!“: Mutter fordert Rauchverbot vor Schulen

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Von: Bona Hyun

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„Ein Spalier rauchender Eltern“ ist einer Bremer Mutter ein Dorn im Auge. Sie startet eine Online-Petition und fordert ein Rauchverbot vor Schulen.

Bremen – Eltern sollten nicht vor dem Schultor rauchen, während sie auf ihre Kinder warten – zumindest, wenn es nach Regina Ochotzki geht. Die Mutter hat es satt, dass ihre Kinder an qualmenden Eltern vorbei in die Schule gehen müssen. Zudem sei der Fußboden mit Zigarettenstummel vollgemüllt. Rauchen auf dem Pausenhof ist in Bremen seit 2006 per Gesetz verboten. Bisher gab es kein Verbot, vor dem Schulgelände zu rauchen – doch das will die empörte Mutter jetzt ändern.

Grundschule in Bremen:Grundschule an der Melanchthonstraße
Adresse:Melanchthonstraße 150 - 152 28217
Bremen Telefon:0421 3618292

Mutter will rauchen vor Schulen verbieten lassen: „Kinder müssen durch Spalier rauchender Eltern“

Um das Rauchverbot vor Schulen durchzusetzen, startete Mutter Ochotzi eine Online-Petition. Darin soll sie laut dem Weser Kurier die Bremische Bürgerschaft dazu aufgefordert haben, das Verbot aufzulegen. Damit ist sie eine von vielen Eltern, die sich ins Schulgeschehen einmischen: Immer mehr Eltern helikoptern sogar auf dem Schulhof, weil sie die Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen wollen. Und Ochotzi möchte eben nicht mitansehen, dass ihre siebenjährige Tochter jeden Morgen durch Rauchermüll zur Grundschule an der Melanchthonstraße in Bremen Walle laufen muss.

Zigaretten in der Hand, Zigarettenstummel auf dem Boden und Kinder vor einem Schultor gehen ins Schulgebäude
Eine Mutter fordert ein Rauchverbot vor Bremer Grundschulen. Kinder müssten durch Rauchwolken und über verschmutzte Böden zur Schule gehen. (24hamburg.de Montage) © Jens Kalaene/Annette Riedl/dpa/Petra Schneider/imago

„Ich finde das einfach ekelhaft“, sagte Regina Ochotzki dem Weser Kurier und denkt dabei an ihre Tochter. Andere Mütter hingegen sind nicht so fürsorglich – eine Mutter verlangt von ihrem Teenie-Sohn eine Service-Pauschale. Der Versuch des 13-Jährigen seiner Mutter die Unabhängigkeit zu erklären, ging wohl stark nach hinten los.

Mutter will Rauchverbot vor Schulen – Online-Petition ist bereits gestartet

Mutter Regina Ochotzi war seit dem Lichterfest Anfang November überzeugt, dass das Rauchverbot an Bremens Schulen erzielt werden muss. Beim Lichterfest „mussten die Kinder durch ein Spalier rauchender Eltern gehen müssen, um zu ihrer Schule zu gelangen“, erregt sich die 41-jährige Mutter gegenüber dem Weser Kurier. Mit einer öffentlichen Online-Petition wollte sie die Erweiterung des Rauchverbots an Bremens Schulen vorantreiben. „Es bringt nichts, wenn das Rauchen auf dem Schulhof verboten ist, sich die Eltern aber direkt vor dem Eingang zum Rauchen versammeln. Die Kippen werden achtlos auf den Fußboden geworfen“, heißt es in der Petition.

Und auch Anwohner sind von rauchenden Eltern genervt. Einer älteren Dame, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite wohnt, weht Zigarettendunst direkt vor ihr Fenster. Weil es ihr schwerfällt, den Gehweg zu reinigen, habe sie einen Standascher für die rauchenden Eltern aufgestellt. Dieser wurde nach mehrmaligem Ignorieren entfernt. Selbst einer der rauchenden Elternteile hat gegenüber des Weser Kuriers zugegeben: „Morgens ist es viel schlimmer, da gibt es hier eine richtige Rauchwolke.“

Auch andere Grundschulen in Bremen betroffen: Wird Rauchen vor Schulen verboten?

Bei der Grundschule an der Melanchthonstraße wird die Beschwerden ernst genommen: „Die Schulleitung hat das Thema in der vergangenen Woche in der Elternbeiratssitzung besprochen. Gewünscht ist, dass nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch in Sichtweite des Schulhofs das Rauchverbot eingehalten werden sollte“, zitierte der Weser Kurier Christina Selzer, Sprecherin der Bildungsbehörde. Zusätzliche Schilder und ein Elternbrief soll die Eltern an die Regelung erinnern.

Auch Schulleiterin Meike Baasen von der Grundschule am Buntentorsteinweg in Bremen möchte das Rauchverbot aufgreifen. Kinder der Grundschule hätten sich über Zigarettenstummel vor dem Gelände beschwert. Baasen wolle laut Weser Kurier das Rauchverbot bei den Eltern thematisieren und sie über die Folgen aufklären. Also scheint auch für viele andere das Rauchverbot an Schulen ein ernstes Anliegen zu sein – im Gegensatz zur Mutter, die im Freizeitpark ein Alkoholverbot fordert. Sie kassierte lediglich Spott im Internet.

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