1. 24hamburg
  2. Stories

Düsseldorfer Lokal lässt keine Kinder rein: „Eltern kotzen mich extremst an“

Erstellt:

Von: Bjarne Kommnick

Kommentare

Eine Strandbar in Düsseldorf setzt auf einen kinderfreien Biergarten. Der Grund: Der Wirt hat die Nase voll von Eltern, die ihre Kinder nicht erziehen.

Düsseldorf – „Adults-only“ ist ein Trend, der in vielen Gastronomie-Betrieben und Hotels immer gefragter wird. Mit anderen Worten bedeutet dieses Konzept: Kinder sind als Gäste verboten. Einer der Vorreiter dieser Idee ist Patrick Weiß mit seiner Strandbar „Sonnendeck“ in Düsseldorf. In seinem Biergarten sind Kinder und Hunde verboten. Auch ein Café in Niedersachsen „zog die Notbremse“ und lässt keine Kinder mehr rein.

Stadt:Düsseldorf
Fläche:217,4 km²
Höhe:38 m
Bevölkerung:619.294

„Es gibt immer mehr Eltern, die sich einfach nicht um ihre Kinder kümmern“

Wer die Strandbar mit anderen Restaurants oder Hotels vergleicht, wie das Esplanade in Bad Saarow, das Kinder komplett verbietet, könnte meinen, dass Weiß mit seinem Konzept wohl noch einer der „kinderfreundlichsten Kinderverbote“ umsetzt. Denn immerhin sind Kinder nicht im gesamten Lokal verboten. Jedoch hat er explizit Bereiche eingerichtet, in denen Kinder nicht erlaubt sind, denn „wer sich vom Lärm separieren will, der soll dort seine Ruhe haben dürfen“, erklärt Weiß gegenüber „sueddeutsche.de“. Auch ein Lokal auf Rügen will keine Kinder als Gäste.

Ein Junge spielt mit einem Spielzeugflugzeug vor dem Eingang des „Sonnendeck“-Biergartens
Im Düsseldorfer Biergarten „Sonnendeck“ sind Kinder in gewissen Bereichen verboten. © Federico Gambarini/dpa/Uwe Umstätter/imago/Montage

Wirt verbietet Kinder: „10 bis 20 Prozent der Eltern kotzen mich extremst an“

Denn von vielen Eltern ist Weiß einfach nur noch genervt. Genauer gesagt, „zehn bis zwanzig Prozent der heutigen Eltern kotzen mich extremst an“, so Weiß, der, wie Pädagoge Albert Wunsch, gegen die heutige Erziehung vieler Kinder wettert: „Es gibt immer mehr Eltern, die sich einfach nicht um ihre Kinder kümmern“. Auch „unerzogene“ Hunde würden für Probleme sorgen. Zwar sehe er es selbst so, dass „keine Kinder, keine Hunde“ eine ungünstige Bezeichnung sein könnte: „Andererseits zeigt es: Dieser Biergartenbereich ist eben für Kinder und Hunde gleichermaßen gesperrt. Fertig. Aus“

Kinderverbot in Strandbar, weil „Eltern ihre Kinder einfach völlig unbeaufsichtigt“ lassen

„Oft lassen die Eltern ihre Kinder einfach völlig unbeaufsichtigt. Dann rennen die zum Beispiel zum Parkplatz runter und niemand passt auf. Das bin ich leid. Ich verstehe auch nicht, wieso man Hunde stundenlang kläffen lässt, ohne was dagegen zu machen“, so der Wirt und erklärt: „Da ist das Befüllen von Aschenbechern mit Sand und das Anzünden von Palmen ja noch Gedöns“.

Doch die Kinder selbst würden seien eigentlich nicht schuld an dem Verbot: „Dass ein Kind spielen will, wenn es Sand sieht, ist doch völlig normal. Ich kriege aber einen Hals, wenn Eltern ihr Kind nicht in die Schranken weisen“. Ein Problem sei auch, dass Familien immer häufiger selbst Essen und Trinken mitnehmen würden. Der Wirt erklärt: „Babynahrung mache ich natürlich auch in der Küche warm. Aber wenn jetzt jeder selbst sein stilles Wasser mitbringt, kann ich irgendwann auch meine Familie nicht mehr ernähren“.

Wirt über heutige Kinder-Erziehung frustriert: „Ignoranz und Arroganz dieser Yuppie-Eltern“

„Die Ignoranz und Arroganz dieser Yuppie-Eltern, die wir gerade hier in Düsseldorf haben, zieht einem manchmal schon die Schuhe aus“. Das Problem beziehe sich dabei nicht nur auf den Gastronomie-Betrieb, sondern auch auf die Schulen: „Vor den Lehrern hat überhaupt niemand mehr Respekt. Als Gesellschaft sollten wir schon dafür sorgen, dass gerade Lehrern wieder mehr Respekt entgegengebracht wird“.

Auch interessant

Kommentare