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Schule verbietet Jogginghosen und bauchfrei: übergroße T-Shirts als Strafe

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Baden-Baden
Wie kurz dürfen Rock und Hose sein? Hier sind die Regelungen in den Schulen im Landkreis Dachau unterschiedlich. (Symbolbild) © Patrick Seeger/dpa

Wie freizügig dürfen sich Schüler im Unterricht kleiden? Schulen im Landkreis Dachau äußern sich zum Thema Kleiderordnung. Eine klare Regelung hat etwa die Glonntal-Realschule Odelzhausen.

Landkreis – Wir erleben die heißesten Tage des Jahres, die Schüler im Landkreis schwitzen in teilweise nicht klimatisiert Räumen. Da hilft leichte, dem Sommer angepasste Kleidung. Aber wieviel Haut dürfen die Schüler im Unterricht zeigen? Manche Schulen setzen auf strikte Anordnungen, andere sehen keine Notwendigkeit für eine Kleiderordnung, andere versuchen, den Schülern auf partnerschaftliche Weise darzulegen, was passend ist.

Kleiderordnung an Schule: Klare Regelung - Hotpants und Jogginghosen nicht erlaubt

Klar geregelt, welche Kleidung in Ordnung ist und welche nicht, hat die Glonntal-Realschule Odelzhausen, wie merkur.de berichtet. Sie hat eine Kleiderordnung verabschiedet. Zu einem Gespräch war Schulleiterin Annette Schalk nicht bereit, allerdings wurde die Kleiderordnung den Dachauer Nachrichten zur Verfügung gestellt.

In dieser sind acht konkrete Regeln formuliert. So solle die die Kleidung beispielsweise eine angemessene Länge haben, das heißt, die „Länge des Rockes bzw. der kurzen Hose sollte bei gestreckten Armen mindestens die Fingerspitzen des Schülers/der Schülerin erreichen“. Hotpants sind damit in der Schule ausgeschlossen. In der Ordnung ist auch geregelt, dass Unterwäsche nicht zu sehen sein sollte, die Kleidung solle auch „nicht unverhältnismäßig viel unbedeckte Haut zeigen“.

Dresscode an Realschule: Maximal ein Daumen Platz zwischen Hose und Oberteil

Bauchfrei sei nur dann in Ordnung, „wenn im Stehen zwischen Hose und Oberteil maximal ein Daumen Platz hat“. Auch Freizeit-Jogginghosen und andere Sporthosen seien „nicht angebracht“. Bei Nichtbeachtung der Kleiderordnung können, so die Schulleitung, Erziehungsmaßnahmen verhängt oder „übergroße T-Shirts“ zum Überziehen ausgegeben werden.

Für Erwin Lenz, Schulleiter am Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasium, ist ein Dresscode an seiner Schule „kein Thema und auch kein Problem“. Es habe in Bezug auf unangemessene Kleidung an seiner Schule bisher keine Beschwerden gegeben.

Sein Kollege Peter Mareis, Leiter des Dachauer Josef-Effner-Gymnasiums, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Auch an seiner Schule gebe es weder Probleme noch Beschwerden. Mareis berichtet, dass er viel durch das Schulhaus gehe und ihm bisher nichts in Bezug auf unangemessene Kleidung aufgefallen sei.

Auch Tanja Huber, Leiterin der Dr.-Josef-Schwalber-Realschule Dachau, sieht keine Notwendigkeit für einen Dresscode für ihre Schüler. Jedoch könne man auch aufgrund der Hausordnung ihrer Schule von den Schülern eine angemessene Kleidung erwarten. So seien etwa politische oder gewaltverherrlichende Aufdrucke auf Kleidungsstücken verboten. Aktuelle Probleme mit der Kleidung ihrer Schüler gebe es nicht, so die Rektorin.

Kleiderregelung an Schulen in Dachau: Schüler in nicht angemessener Kleidung ansprechen

Thomas Höhenleitner, Direktor des Gymnasiums Markt Indersdorf, sagt, dass es an seiner Schule auch keinen Dresscode gebe. Dennoch sei in Bezug auf Kleidung nicht alles erlaubt. Wenn Schüler eine nicht angemessene Kleidung tragen würden, sprechen Lehrer sie darauf an. Dies komme in Einzelfällen immer mal wieder vor. Höhenleitner ist es wichtig, dass seine Schüler sich bewusst seien, welche Kleidung für welchen Rahmen angemessen sei. vSie sollten selbstbewusst genug sein, nicht irgendwelchen Vorbildern aus den Medien nachzueifern.

„Mädchen sollten sich fragen, welche Rolle sie als Frau spielen möchten.“ Höhenleitner sieht auch eine Mitverantwortung der Eltern, mit welche Kleidung sie ihre Kinder in die Schule schickten, so Höhenleitner.

Auch an der Dachauer Wirtschaftsschule Scheibner gebe es Gespräche zwischen Lehrern und Schülern, wenn deren Kleidung als nicht angemessen wahrgenommen werde. „Wir versuchen, mit unseren Schülern auf partnerschaftliche Weise zu klären, was passend ist und was nicht“, sagt Karin Schnell, Geschäftsführerin der Schule. Einen Dresscode gebe es nicht, die Schule sei klein, und so sei ein sehr persönlicher Umgang mit den Schülern möglich.

Auf eine Kleiderordnung setzt auch die Theresia-Gerhardinger-Realschule in Weichs. Die Schulleitung will keine Auskunft geben, es wurde aber bestätigt, dass es eine Kleiderordnung gebe. Auf der Homepage findet man nur die Hausordnung: Da heißt es: „Wir kommen in angemessener Bekleidung in die Schule. Disco- bzw. Strandkleidung ist nicht erwünscht.“

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