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„Bei 1,99 ist Schluss“: Alte Tankstelle kann bei hohen Spritpreisen nicht mithalten

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Von: Leyla Yildiz

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Eine alte Tankstelle in Bayern kann keine Spritkosten über 1,99 Euro anzeigen. Der Besitzer hat seine Zapfsäulen deswegen auf Halbliter-Preise umgestellt.

Oberviechtach ‒ Seit einer Weile schmerzt der Blick auf die Tankanzeigen der Bundesrepublik. Von Woche zu Woche steigen die Preise für Diesel, Benzin und Co. an und das soll laut dem Wirtschaftsminister von Deutschland, Robert Habeck, sogar noch weiter gehen*. Er geht von einem Anstieg auf bis zu drei Euro aus. Auf diesem Level ist der Preis zwar noch nicht angelangt, allerdings liegt er bereits deutlich über zwei Euro. Im Nachbarland Frankreich hat ein junger Kellner die hohen Kosten deshalb zum Anlass genommen, vom Auto aufs Pferd umzusteigen.

Regierungsbezirk:Oberpfalz
Lage:Im Nordosten Bayerns
Hauptstadt:Regensburg
Einwohnerzahl:Circa 1,1 Millionen (Stand: 2019)

Tankstelle ist zu alt für hohe Spritkosten: Zapfsäulen zeigen nur noch Halbliter-Preise an

Doch es gibt eine Tankstelle, die diesen Trend zumindest technisch nicht mitmacht. Bei dem Tankwart Hans Brunner in Oberviechtach in der Oberpfalz (Bayern*) zeigt die Zapfsäule nur Preise bis 1,99 Euro pro Liter Kraftstoff an. Natürlich kostet das Benzin und der Diesel in etwa genauso viel wie an anderen Tankstellen, an den einzelnen Zapfsäulen werden deswegen lediglich Halbliter-Preise angezeigt. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, nimmt der 73-jährige Brunner das technische Problem aber gelassen.

Ein Mann steht neben einer Zapfsäule
Die Zapfsäule des Tankwarts Hans Brunner zeigt nur Spritpreise bis 1,99 Euro an. (kreiszeitung.de-Montage) © Armin Weigel/dpa

Tankstelle zu alt für Spritkosten ab zwei Euro: Kunden sind begeistert

Seinen Erzählungen zufolge zeigten sich die Kunden eher begeistert, auch wenn sie selbstverständlich nicht die Halbliter-Preise bekämen. An anderen Tankstellen in Deutschland schlägt den Mitarbeitern dann schon eher der Frust der Menschen über die aktuellen Kosten entgegen*.

„Bei 1,99 ist Schluss“: Getriebe der Tankanzeigen stammen aus D-Mark- und Pfennig-Zeiten

Brunner hatte die Tankstelle im Jahr 1966 in Zusammenarbeit mit seinem Bruder aufgemacht, im Jahr 1978 ist sie in eine Freie Tankstelle umgewandelt worden. Seine Frau und er hätten deshalb damals beschlossen, die Zapfsäulen in der Farbe Flieder zu lackieren. Das Getriebe der Tankanzeigen stammt Hans Brunner zufolge noch aus D-Mark- und Pfennig-Zeiten. Und da die Mechanik einfach schon veraltet ist, kann sie keine Preise ab zwei Euro ausspucken. „Bei 1,99 ist Schluss“, sagte der Tankwart der dpa. Zuvor hatte bereits „Der Neue Tag“ über den Fall berichtet.

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Alte Tankstelle hat Probleme mit hohen Spritpreisen: Richtiger Betrag wird an der Kasse ausgerechnet

Der richtige Preis wird dann nach dem Tankvorgang an der Kasse ausgerechnet. „Da muss man halt mal zwei rechnen, da müssen wir wieder das Kopfrechnen üben“, meinte Brunner. Die Zapfsäulen gegen neue Modelle tauschen, möchte er nicht. Das lohne sich nicht mehr, meint er und begründet das mit seinem Alter. Darum hängte er einfach Schilder auf, auf denen er schreibt, warum auf den Tankanzeigen halbe Preise stehen. Ganz aus dem Geschäft aussteigen wollen seine Frau und er noch nicht. Laut Brunner wünschen sich die Kunden, dass die beiden weiterhin ihre Tankstelle betreiben. „Die wollen, dass wir nicht aufhören“, sagte er. (Mit Material von der dpa). * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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