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Teacup Hund: „Snowball“ ist das süße Gesicht eines traurigen Trends

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Von: Anika Zuschke

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Teacup Hund „Snowball“ erobert das Internet – der Mini-Hund ist unglaublich süß. Doch Tierschützer laufen gegen die Züchtung von kleinen Teetassen-Hunden Sturm.

Seoul – Auf den ersten Blick kann man sich bei diesem winzigen Hund nicht sicher sein, ob ein Schneeball auf einen zurollt – oder es sich bei dem weißen Fellknäuel tatsächlich um einen Hund handelt. Den Namen „Snowball“ hat Besitzer Yhohan Kim aus Südkorea also sehr passend ausgewählt. Tatsächlich handelt es sich bei dem Hundewelpen um einen Pomeranian, auch Zwergspitz genannt, der noch kleiner ausfällt als seine Artgenossen. Aufgrund seines herzergreifenden Aussehens entpuppte sich „Snowball“ schnell als Internethit – Tierschützer halten hingegen sehr wenig von Mini-Züchtungen dieser Art.

Teacup Hunde sind ein tierquälerischer Trend – Teetassen-Hund „Snowball“ ist der neue Star im Internet

Hunderasse:Zwergspitz
Lebenserwartung:12 bis 16 Jahre
Temperament:Verspielt, Extrovertiert, Intelligent, Freundlich, Umgänglich, Aktiv
Herkunft:Deutschland, Polen

Der kleine Teetassen-Hund mit dem treffsicheren Namen lebt mit seinem Besitzer Yhohan Kim in Südkorea und gehört der Kategorie der „Teacup-Dogs“ (deutsch: Teetassen-Hunde) an. Auch hier ist der Name Programm: Teacup-Hunde sind keine Hunderasse – sie haben aber immer eine Gemeinsamkeit: Sie könnten aufgrund ihrer Mini-Größe zumindest sprichwörtlich in einer Teetasse Platz finden. Unter vielen Stars gelten sie wegen ihres putzigen Daseins als tierisches Modeaccessoire.

Ein sogenannter Teetassen-Hund läuft auf der Straße
Teetassen-Hunde erobern das Internet. Doch die negativen Stimmen gegen die „Qualzuchten“ werden immer lauter. © miniteacuppuppy_official/Instagram

Allgemein erfreuen sich Teetassen-Hunde wachsender Beliebtheit. Bei „Snowball“ dauerte es als Teacup-Hund nicht lange, bis er sogar viral ging. Ebenfalls zu Internet-Stars wurden ein Schwan und seine Retterin in Berlin: Nachdem eine 80-jährige Frau einen Schwan von einer Brücke in den Landwehrkanal geworfen hatte, ging sie als mutige Retterin viral.

Teetassen-Hunde: Besitzer des Teacup-Pomerian macht aus „Snowball“ einen Instagram-Star

Besitzer Kim postete auf sozialen Netzwerken den ein oder anderen Schnappschuss seines Haustieres – und bereits wenig später fanden sich Bilder des Teacup-Pomeranian auf fast jeder Instagramseite über niedliche Hunde wieder. Es besteht aber auch kein Zweifel daran, dass der verspielte Teetassen-Hund es liebt, im Mittelpunkt zu stehen.

Zu Beginn scheint er laut „DailyMail“ eher schüchtern und zurückhaltend, aber je mehr Zeit vergeht, desto zutraulicher und lebenslustiger wird das kleine Fellknäuel. Pomeranians gelten als treue Begleiter mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt – kaum zu glauben bei der Größe. Einen rührenden Beschützerinstinkt hat auch ein Schlittenhund in Kroatien bewiesen: Der Hund rettete einen Wanderer vor dem Erfrieren, indem er ihn 13 Stunden lang warmhielt.

Teacup Hunde-Züchter züchten Teetassen-Hunde wie „Snowball“ künstlich kleiner – auf Kosten der Gesundheit der Hunde

Doch bei aller Liebe für süße, kleine Hunde, sollte die Schattenseite solcher Mini-Züchtungen nicht vergessen werden. Teetassen-Hunde werden künstlich von ihren Teacup Hunde-Züchtern noch kleiner gezüchtet, als sie sowieso schon sind. Deswegen sind „Teetassen-Hunde“ auch keine eigene Rasse, sondern fallen in die Unterkategorie der „Zwerg-Hunderassen“.

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Tierarzt Rainer Wysock erklärt die Züchtung dieser Hunde gegenüber RTL folgendermaßen: „Man nimmt aus den Würfen von den Zwerg-Hunderassen die kleinsten und schwächsten Exemplare raus und kreuzt die untereinander wieder.“ So werden die Zwerg-Hunderassen noch kleiner und behalten ein Leben lang ihre Welpengröße bei. Was auf den ersten Blick niedlich aussieht, ist für die Tiere jedoch oft qualvoll.

Züchtung der Teacup Hunde sorgt für gesundheitliche Probleme bei den Tieren: Teetassen-Hunde leiden oft ein Leben lang

Teacup Hunde frieren schnell, bekommen schlecht Luft, sind häufig unterzuckert und weil sie wegen ihrer kleinen Beine viel herumgetragen werden, leiden sie oftmals unter einer verkrümmten Muskulatur. Außerdem ist ihr Kopf viel zu groß für den kleinen Hals, weswegen die winzigen Hunde im Alter Probleme mit ihrer Halswirbelsäule, Brust- und Lendenwirbelsäule bekommen können, erklärt Tierarzt Wysock gegenüber RTL.

Teacup-Hunde: Züchter können sich eine Kreuzung abschminken – in Deutschland fällt die Zucht von Teetassen-Hunden unter Qualzucht

Für Tierschützer fallen „Teetassen“-Hunde deswegen unter die in Deutschland verbotene Qualzucht, die sich auch mit einem expliziten Verbot im neuen Gassi-Gesetz 2022 wiederfinden. Trotzdem ist es extrem schwierig, rechtlich gegen die Mini-Züchtungen der Teacup-Hunde vorzugehen. Das Tierschutzgesetz ist dafür zu offen formuliert. Bei anderen Tieren scheint das Gesetz besser zu greifen. Eindeutig gegen das Tierschutzgesetz hat nämlich Reitstar Ludger Beerbaum verstoßen, der beim Pferde-Training wohl einen verbotenen Barren eingesetzt hat.

Wer mit Blick auf den süßen „Snowball“ jetzt darüber nachdenkt, sich ebenfalls einen „Teacup“-Hund zuzulegen, sollte also zumindest die Herkunft und Züchtung der kleinen Racker genaustens hinterfragen. Was bei den winzigen Hunden aber sicherlich nicht zum Problem wird, ist die Idee von Politikern, große Hunde abzuschaffen – da diese angeblich „so klimaschädlich wie SUVs“ sind. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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