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„Da baden doch Kinder“: Obszöne Statue in Dangast entsetzt Urlauber

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Eine Phallus-Statue am Strand von Dangast entsetzt vor allem Touris: Das Kunstwerk „Grenz-Stein zwischen Land und Meer“ steht seit 1984 – seitdem gibt´s Zoff.

Dangast – Ist das Kunst – oder muss das weg? Wer am circa 500 Meter langen Strand des verschlafenen Kurortes Dangast im Friesland in Niedersachsen spazieren geht, läuft unweigerlich direkt in ihn hinein: Den „Grenz-Stein“ des Künstlers Eckart Grenzer, der doch ziemlich an ein menschliches bzw. männliches Körperorgan erinnert. Das gefällt einigen nicht, weshalb es immer mal wieder ganz schön Stunk um das „Mordsding im Watt“ gibt.

Nordseebad:Dangast
Landkreis:Friesland/Stadt Varel
Einwohner:545
Höhe:8 m

Urlauber entsetzt über Phallus-Statue am Strand von Dangast – für die Einwohner normal

Wie viel man der Öffentlichkeit – und ganz speziell Kindern – an expliziten Inhalten zumuten kann, bleibt auch in Zeiten von offiziell gendernden Hamburger Behörden und Gender-Gerechtigkeit mit Unisex-Klos an Schulen weiter umstritten. Gerade erst hat eine obszöne Rutsche auf dem Kinderspielplatz entsetzt und für erhitzte Gemüter auf Social Media gesorgt. Dasselbe Aufreger-Potential bietet auch der selbst für fantasielose Menschen zweifelsfrei als Phallus zu identifizierende „Grenz-Stein“ im friesischen Nordseebad Dangast.

Phallus-Skulptur, auch Penis-Statue genannt, in der Wattlandschaft vor dem Nordseebad Dangast in Niedersachsen
Die umstrittene Skulptur des Künstlers Eckart Grenzer in Dangast. Der 3,20 Meter hohe Stein nennt sich„Grenz-Stein zwischen Land und Meer“. © fotoatelier.hamburg/adobe stock

Phallus-Statue in Dangast: Grenz-Stein symbolisiert „natürliche Begegnung der Geschlechter“

Der Grenz-Stein des Anstoßes ist eine4,5 Tonnen schwere und 3,20 Meter hohe Granitskulptur von Eckart Grenzer. Nach Aussage des bereits 2017 verstorbenen Künstlers stellt sie die „natürliche Begegnung der Geschlechter“ dar: Das „weibliche“ Meer umarme alle zwölf Stunden den „Grenz“-Stein – er markiert die Grenze zwischen Land und Meer. Die Problem-Skulptur ist auf dem Dangaster Skulpturenpfad, der rund um den Jadebusen verläuft, direkt an der Flutkante des Kurhaus-Strandes zu begutachten – und sorgt seit seiner Errichtung im Sommer 1984 zuverlässig für Proteste und Diskussionen.

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Obszönes Kunstwerk in Dangast löst gemischte Gefühle aus: von „Abstoßend“ bis „Mordsding“

Denn nicht jedem gefällt, was er oder sie sieht: „Abstoßend. Ich denke, jeder weiß, wieso mann seit jeher einen Phallus wo auch immer aufstellt abbildet usw. Da kann man drumrumreden wie man will. Und wer braucht so was, am Strand, wo man bisschen baden will, die Zehen in den Sand stecken, Sonne genießen, ins Wasser laufen?“, mokiert sich ein Tourist aus Darmstadt auf yelp.

Ein Mordsding im Watt“, urteilt ein anderer User, „da ich die Botschaft des Künstlers nicht kenne, kann ich nicht sagen, ob ich sie verstehe. Was soll‘s. Es ist Kunst und somit kann sich jeder selber vorstellen, was er möchte. Ich sehe hier einen viereckigen Penis im Schlick.“ Während sich eine Userin noch mokiert „da spielen doch Kinder“, meint ein Besucher aus Kopenhagen/Dänemark genau da den Sinn der Statue ausgemacht zu haben. Er fragt: „Gibt es ein besseres Denkmal, um die Kinder am Strand von Dangast zu erschrecken, als diesen schönen Riesenpenis?“

Phallus-Statue am Kurstrand Dangast sorgt für Verwirrung: „Ist das vielleicht ein Strand nur für Männer?“

Es gibt aber auch Besucher, die das „Ding“ mit Humor nehmen: „Ich hatte mir die Frage gestellt, ob es vielleicht ein Zeichen dafür ist, dass es sich um einen Strand nur für Männer handelt. Auf den Toilettentüren gibt es ja auch deutliche Hinweise.
Aber entweder ich irre mich oder der Großteil der anwesenden Badegäste hat diesen doch deutlichen Hinweis der Kurverwaltung nicht verstanden. Am zweiten Strand fehlt aber das passende Gegenstück, hier müsste der Künstler eigentlich nochmals tätig werden.“

Der Phallus von Dangast ist nichts im Vergleich zum Haesindang-Park in Südkorea

Auch auf reddit lassen sich Nutzer über den Strand-Phallus aus: „Es ist kein Haesindang-Park“, schließt „Jimmicky“ zutreffend: Der Haesindang Park, auch Penis Park genannt, liegt in der Stadt Sinnam nahe der Ostküste Südkoreas. Der Park ist für seine zahlreichen Penisstatuen bekannt, die von verschiedenen südkoreanischen Künstlern geschaffen wurden. So viel hat Dangast dann doch nicht zu bieten. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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