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Corona-Quarantäne in der Kneipe – um Schwangere und Kind zu schützen

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Von: Bona Hyun

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Ein Wirt begibt sich außerhäuslich in Quarantäne wegen Corona: Die nächsten Wochen verbringt er aus Schutz zur schwangeren Freundin in seiner Kneipe.

Bad Bramstedt – Ein Corona-Infizierter verbringt seine Quarantäne-Zeit freiwillig geschlossen in seinem Gastronomielokal, anstatt zu Hause. Immerhin hat der Wirt in seinem Betrieb „Gazelle“ alles, was er braucht: Ein Restaurant, ein Kino, genügend Proviant und ein Schlafplatz. Um seine Familie zu schützen, zog er in seine Kneipe und harrt nun dort seine 14 Tage aus, bis er wieder genesen ist. Der Inhaber von der „Gazelle“ wollte seine schwangere Freundin und sein kleines Kind nicht gefährden und begab sich außerhalb von seinem Zuhause in Quarantäne.

Ein leerer Raum mit diversen Inneneinrichtungen 
Tom Möllers „Gazelle“ ist geschlossen: Aus Schutz zu seiner Familie, begab der Inhaber sich dort in Quarantäne. © @gazelle_bad_bramstedt/instagram(screenshot)

Corona-Infizierter zieht in Kneipe – um schwangere Freundin zu schützen

Der Wirt Tom Möller hat sich mit Corona infiziert und entschloss sich, seine Quarantäne in seinem eigenen Gastronomielokal zu verbringen. Sein normalerweise proppenvoller Laden bietet Tom mit 100 Sitzplätzen und 500 Quadratmetern genügend Platz. Im Interview mit der BILD erklärte er, warum er sich als einziger Kunde im eigenen Laden aufhält: „Meine Freundin ist schwanger, ich habe eine dreijährige Tochter – so kann ich die beiden am besten vor einer Ansteckung schützen.“

Die Symptome seien für ihn kaum spürbar und auch sonst nahm der Gastwirt den Corona-Verlauf sehr gelassen. „Ich fühle mich, als hätte ich am Vortag drei Schachteln Zigaretten geraucht, das war‘s. Fluchen bringt nichts. Wir reden ja von zwei Wochen, die ich meinen Laden schließen muss, nicht von zwei Monaten. Und ich freue mich schon wieder auf meine Gäste.“ In Hamburg sträubten sich bereits die Gastronomen, da die 2G Plus Regelung in Hamburg ausgeweitet wurde. Die Regelung passte diesem Chefkoch wohl auch nicht: Tim Mälzer schloss die „Bullerei“ wegen 2G-Plus.

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Wirt isoliert sich in Bistro „Gazelle“ bei Hamburg und ist wohlauf

Der Dreißigjährige freute sich über mehr Platz und Abwechslung in seiner außerhäuslichen Quarantäne. Tom erzählte der BILD, dass er sich im Restaurant ein kleines Heimkino aufgebaut habe und auch sonst ist er bestens versorgt. „Ich kann laut Musik hören, der Kühlraum ist voll“. Es gibt also genügend Proviant, um die zwei Wochen auszuhalten und genug zu trinken gibt es in der „Gazelle“ sowieso. Als Schlafplatz dient eine große Luftmatratze. Wenn Tom nicht schläft, isst oder Musik hört, nutzt er die Zeit, um seinen Laden aufzuräumen oder Buchhaltung zu machen. Einige Besucher halten vor der Fensterscheibe und leisteten ihm so kurzzeitig ein wenig Gesellschaft.

Hauptsache er bekommt keinen ausgefallenen Besuch wie diese Lokale: Eine Veganerin klagt KFC an, weil es nur Hähnchen gibt und diese Kunden beschwerten sich über zu kaltes Eis*. Und es geht sogar noch kurioser: Eine Kundin ging auf einen Supermarkt los – die Veganerin beschuldigte den Supermarkt, sie zum Fleischverzehr verführt zu haben*.

Während seiner Quarantäne in der Kneipe bleibt Tom hoffentlich von solchen Besuchen und Anliegen verschont. Auf Facebook meldete er sich auch zwischendurch: „Mir geht es sehr gut und ich verbringe meine Quarantäne im Laden mit Dart, Beamer, Flammkuchen und Burger. Ab und zu ein Vino am Fenster.“ Da gibt es doch deutlich Schlimmeres. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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