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Ciao, E-Auto: Forscher entwickeln Bier-Antrieb für das Wasserstoff-Auto

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Von: Bjarne Kommnick

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Wasserstoffautos könnten bald dank Bier fahren. Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der sich Energie aus Brauerei-Abwasser gewinnen lässt.

Münster – Ein Forschungsteam der Fachhochschule Münster arbeitet im Rahmen des Forschungsprojektes „Hytech“ an einer Methode, mit der Wasserstoff aus dem Abwasser einer Brauerei gewonnen werden soll. Das Verfahren nennt sich „dunkle Fermentation“, wie Elmar Brügging in einer Mitteilung der FH Münster erklärt: „Konkret wird im Rahmen des Projekts aus biogenen Reststoffströmen und Abwässern Biowasserstoff erzeugt“.

Universität:Fachhochschule Münster
Gründung:1. August 1971
Studentenzahl:14.657
Präsident:Frank Dellmann

Wasserstoff-Gewinnung aus Bier-Abwasser: „Wird wichtig und erforderlich sein“

Mit anderen Worten könnten schon bald erste Wasserstoffautos quasi mit Bier angetrieben werden. Immerhin starten die ersten Autohersteller die Massenproduktion von Wasserstoff-betriebenen Fahrzeugen. „In den nächsten zehn bis 20 Jahren wird es wichtig und erforderlich sein, grünen Wasserstoff zu erzeugen“, erklärt der Projektingenieur Tobias Weide.

Drei Gläser Bier.
Bei der Herstellung von Bier besteht die Möglichkeit, Wasserstoff aus dem Prozess zu gewinnen. © dpa/Z Jan

Ciao, E-Auto: Forscher entwickeln Bier-Antrieb für das Wasserstoff-Auto

Deshalb hat die FH Münster eine zweistufige Versuchsanlage in Betrieb genommen, die Wasserstoff aus dem beim Bierbrauen anfallenden Abwasser erzeugen soll, wie die „faz.de“ berichtet. Bei dieser Technik wird das Abwasser unter Verschluss von Luft und Licht vergoren. Dabei entsteht Wasserstoff sowie eine Mischung aus Säuren. Wie hoch die jeweilige Konzentration der erzeugten Energie ist, hänge vom Rohstoff ab und wie lange er im Reaktor verbleibe.

Dunkle Fermentation: Auch das Erdgasnetz profitiert

„Die Biowasserstoff-Erzeugung beschreibt aktuell den ökologischsten und nachhaltigsten Erzeugungsweg für Wasserstoff“, so Brügging und ergänzt: „Das Verfahren nutzt ausschließlich erneuerbare Biomassen und Reststoffe zur Wasserstoff­erzeu­gung und kann durch Restwärme (37-55 °C) betrieben werden.“ Genau richtig. Immerhin explodiert der Wasserstoff-Markt derzeit, so soll ein Wasserstoff-Zeppelin künftig beispielsweise den Transport revolutionieren, auch auf dem Auto-Markt steigt die Nachfrage nach Wasserstoff-Autos enorm an.

Neben dem Wasserstoff kann aber auch die entstehende Säure genutzt werden. Denn sie dient als „Nahrung“ für methanbildende Bakterien. Das Methan, das dabei entstehe, könne bis zu 75 Prozent in das Erdgasnetz geführt werden. Übrig bleibe damit lediglich eine geringe Menge an Kohlenstoffdioxid, die „hinnehmbar“ sei, so Brügging.

„Zuckerhaltige Abwässer“ für Wasserstoff-Gewinnung besonders effektiv

Doch auch andere Abwässer aus der Lebensmittelproduktion eignen sich gut für die dunkle Fermentation. „Besonders ertragreich sind stärke- und zuckerhaltige Abwässer“, erklärt Brügging. Dazu würde nahezu alles gehören, was die heutige Lebensmittelindustrie produziere. Deshalb hofft das Forschungsteam auch, dass mit der Zeit immer mehr Unternehmen diese Form der Energiegewinnung in ihr Produktions-System integrieren.

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