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„Burger essen ist rassistisch“: Vorwurf von Veganerin macht fassungslos

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Von: Ulrike Hagen

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Die steilen Thesen einer Veganerin sorgen im Netz für Riesenzoff: Fleischesser seien Rassisten, Burger frauenfeindlich und Ausdruck von modernem Kolonialismus.

Oxford – Auch wenn Fleischesser inzwischen einiges gewohnt sind – eine Veganerin zog gegen Nachbarn vor Gericht, weil er Fleisch grillte, eine Braut lud ihre fleischessende Familie aus, weil sie „keine Mörder bei Hochzeit“ wollte und eine andere Veganerin tauschte sogar heimlich Essen gegen veganes aus – der neueste Coup einer US-Tierrechtlerin schlägt hohe Wellen. Nur weiße Rassisten essen Fleisch, behauptet die bekennende Veganerin in einem der angesehensten Diskussionsforen der Welt.

Debattierclub im Vereinigten Königreich:Oxford Society Club
Hauptsitz:Oxford, Vereinigtes Königreich
Gründung:1823
Gastredner (Auswahl):Dalai Lama, Albert Einstein, Stephen Hawking, Michael Jackson, Diego Maradona, Bill Clinton

Veganerin klagt an: Nur weiße Rassisten essen Burger

In ihrer feurigen Ansprache klagt die US-amerikanische Autorin Carol Adams an, dass weiße Rassisten den Konsum von Fleisch, Eiern und Milchprodukten als „Waffe“ einsetzen, um „ihre verletzte Männlichkeit zurückzuerobern“. In der Debatte über die Frage, ob sich die Gesellschaft zugunsten einer rein pflanzlichen Ernährung von Fleisch verabschieden sollte, wackeln nach der Brandrede der radikalen Tierschützerin und Veganerin im Oxford Society Club in Großbritannien nun kräftig die Wände in den virtuellen Räumen des Netzes – vergleichbar mit den Reaktionen auf die Veganer, die einen Metzger wegen harmloser Werbung als „Psychopathen“ attackierten.

Mann im Profil, der in eine  Burger beißt
In weltberühmtem Debattierclub klagt eine Veganerin an: Nur weiße Rassisten essen Burger!(Symbolbild) © Andrey Popov / Image

Rassismus-Vorwürfe gegen Fleischesser: „Weiß-Sein ist Teil des Problems beim Fleischessen“

Die überzeugte Veganerin lehnt sich in der Debatte mit dem Titel „Beyond Meat“ (Jenseits von Fleisch) dermaßen aus dem Fenster, dass sich im Internet inzwischen eine breite Fleischfresser-Front rekrutiert hat, die die „Woke“-Rede von Carol Adams in alle Einzelteile zerlegt. Unter anderem verkündete die US-Amerikanerin: „Unser Weiß-Sein ist Teil des Problems des Fleischessens“ und führte die Anschläge vom 11. September und die Wahl eines Schwarzen zum US-Präsidenten als Ursache dafür an, dass Männer versuchten ihre „verletzte Männlichkeit“ durch den Verzehr von Fleisch, Eiern und Milchprodukten zurückzuerobern.

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Veganerin klagt an: Verzehr von Fleisch, Eiern und Milch beruht auf „weißer, patriarchalischer Weltsicht“

Der Verzehr von Fleisch, Eiern und Milch, so die Autorin von „The Sexual Politics of Meat“, beruhe auf einer „weißen, patriarchalischen Weltanschauung“, die ähnlichen Unterdrückungsmechanismen gegenüber Tieren zugrunde läge, die auch gegen Frauen eingesetzt werden. Adams zentrale These: Tiere werden so, ebenso wie Frauen, zu Objekten gemacht, also als Wesen unsichtbar gemacht und konsumiert. Sie bezeichnet Fleischesser als Rassisten, beschuldigt sie des modernen „Kolonialismus“ – und behauptete sogar, Fleisch-Burger seien „frauenfeindlich“. Rassismus-Vorwürfe mussten sich auch schon Hawaii-Pizza und Toast Hawaii sowie die Currywurst, die nach Forderungen von Food-Bloggern umbenannt werden soll, gefallen lassen.

Fleischesser kontern im Netz auf Rassismus-Vorwurf von Veganerin: „Unzusammenhängendes Kauderwelsch“

Und die Veganerin und Ökofeministin fährt noch härtere Geschütze auf: „Bilder von milchtrinkenden weißen Männern, vor mit Fleisch gefüllten Tellern, die gegen liberale Männer als ,Sojaboys´ hetzen, sind Teil dieser Neonazi-Botschaften. ,Das ist mein Recht´, sagen diese Neonazis, ,das ist meine Identität´“. Nun tobt – wer hätte es geahnt – ein Riesen-Shitstorm. „Sie hat definitiv ein Gemüse-/Korngehirn“, kommentiert eine Person auf Reddit. „Unzusammenhängendes Kauderwelsch“, schreibt ein anderer. Eine weitere bezeichnete Adams´ Rede als „Endstadium der Wokeness“. „Du bist ein weißer Rassist, wenn du Fleisch isst - das ist mit Abstand die verrückteste Aussage, die ich je gehört habe“, so die Userin.

Ernsthafte Kritik an den harten Veganerinnen-Thesen: Verharmlosung von Rassismus

„Die Verrückten haben das Irrenhaus übernommen“, resümiert ein Nutzer bei Skynews, wo ein Mitschnitt der Rede veröffentlicht wurde. Es melden sich aber auch Kritiker zu Wort, die ernsthaftere Einwände gegen die Äußerungen von Adams anmelden: „Gestern waren es die Emojis, heute ist es das Fleisch. Der wirkliche Schaden, den diese Leute anrichten, indem sie alles rassistisch machen, ist, dass es niemanden interessiert, wenn tatsächlich Rassismus stattfindet.“

Und der ist leider immer noch weit verbreitet – sogar im Kinderzimmer, sodass ein Hamburger Schwarze Puppen auf den Markt brachte. Denn Jim Knopf, Barbie und Pipi Langstrumpf – Kinderspielzeug ist oft rassistisch*. Und diese Vorwürfe lassen sich weit stichhaltiger begründen als die Fleisch-Rassisten-Thesen aus Oxford. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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