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„Ließen kaum was übrig“: Wilderer jagen Nashörner – Löwen fressen sie auf

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Von: Bjarne Kommnick

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Die Natur schlägt zurück. An der südafrikanischen Küste bezahlten Wilderer die Nashorn-Jagd mit dem Leben. Ein Löwenrudel hat die Männer gefressen.

Kenton-on-Sea – Wer das Sibuya-Wildtier-Reservat an der südafrikanischen Küste in der Nähe von Kenton-on-Sea besuchen will, muss sich neben dem grundsätzlich geltenden Recht im Grunde genommen nur an eine wichtige Regel halten: Zur Sicherheit ist es Besucherinnen und Besucher nicht erlaubt, ihre Fahrzeuge zu verlassen. Eine Gruppe Wilderer hat das nicht so ernst genommen und dafür mit ihrem Leben bezahlt: Ein Löwenrudel hat die Männer getötet.

StadtKenton-on-Sea
Bevölkerung5.154
Fläche5,18 km²
ProvinzEastern Cape

„Ließen kaum was übrig“: Wilderer jagen Nashörner – Löwen fressen sie auf

Man könnte meinen, die Natur wollte sich gegen das mutmaßliche Vorhaben der Männer wehren. Laut dem Reservat-Besitzer Nick Fox hätten Wildhüter des Naturschutzreservats demnach eine Gruppe von Löwen entdeckt, die sich beim Verzehren ihrer Beute ungewöhnlich verhalten hätten. Das dürfte daran liegen, dass Menschen nicht so regelmäßig auf der Speisekarte von Löwen stehen. Die Wildhüter schauten mit einem Fernglas genauer hin, und sahen, dass Menschen den Tieren zum Opfer gefallen sein müssen.

Löwen in Südafrika fressen mutmaßliche Nashorn-Wilderer.
An der südafrikanischen Küste haben Löwen im Sibuya-Wildtier-Reservat mutmaßliche Nashorn-Wilderer gefressen. © picture alliance / dpa

„Wissen nicht, wie viele es waren“: Löwen fressen mutmaßliche Nashorn-Wilderer

Um die Verstorbenen zu identifizieren, beschlossen die Wildhüter, die insgesamt sechs Löwen mit einem Betäubungsgewehr zu beschießen und sich vorsichtig der Situation anzunähern. Sie stellten fest, dass gleich mehrere Männer dasselbe Schicksal ereilt hat. Wie viele genau, scheint jedoch unklar zu sein: „Wir wissen nicht, wie viele es waren“, erklärte einer der Wildhüter anschließend.

Wilderer fallen Löwen zum Opfer: „Bisschen Glück für uns, nicht so viel für sie“

Neben menschlichen Überresten haben die Ermittler außerdem mehrere Gegenstände gefunden, darunter drei Paar Stiefel, drei Paar Handschuhe, ein Hochleistungsgewehr mit Schalldämpfer, einen Drahtschneider und eine Axt. „Wir sind uns fast zu 100 Prozent sicher, dass dies mit der Nashornwilderei zusammenhängt“. In einem anderen Nationalpark rettete sogar ein Zebra einem verwaistem Nashorn-Baby das Leben.

Das Reservat hatte in Vergangenheit immer wieder schwere Probleme mit Wilderei. Besonders Nashörner stehen in Südafrika unter strengstem Artenschutz. Als Reaktion darauf habe Fox mehr Kameras installieren lassen, um das Gebiet zu überwachen. Den Vorfall mit den Wilderen scheint man in etwa unter dem Motto „selber Schuld“ zu sehen. „Es war ein bisschen Glück für uns und nicht so viel Glück für sie“, so Fox. In einem Zoo in Los Angeles machte ein altes Löwenpaar auf sich aufmerksam, das gemeinsam gestorben war.

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